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Markus Söder blickt kritisch auf den Jubel von Herthas Spielern. Bayerns Ministerpräsident geht davon aus, dass die Regeln der DFL schon in Kürze verschärft werden dürften.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat den Re-Start der Bundesliga als grundsätzlich positiv bewertet.

"Es war viel besser als gedacht. Es war im Vorfeld ein großes Experiment, es gab viele Diskussionen", sagte Söder im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1. "Im Vorfeld gab es ein paar unglückliche Momente mit Hertha und Augsburg (die Fälle Kalou und Herrlich, Anm.d.Red.). "Unterm Strich ist das Experiment gelungen." Deutschland sei besser durch die Coronakrise gekommen als andere Länder.

"Darum spielt man woanders nicht. Jetzt haben wir ein Signal gesetzt, wie wir es können", meinte Söder. "Ich fand es sehr positiv."

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Söder: Liga wird "bestimmt nachschärfen"

Dass einige Spieler das Gebot, beim Torjubel Körperkontakt tunlichst zu vermeiden, nicht befolgten, sieht aber auch Söder kritisch. "Wir sollten aus den Erfahrungen lernen und nachsteuern", meinte er. Die Deutsche Fußball-Liga werde ihre Vorgaben hinsichtlich des Torjübels "bestimmt noch einmal nachschärfen". 

Der Berliner Dedryck Boyata war am Samstag nach einem Eigentor des Hoffenheimers Kevin Akpoguma von seinem Mitspieler Marko Grujic auf die Wange geküsst worden. Eine ähnliche Situation ereignete sich beim Spiel zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach nach dem Treffer des Gladbachers Marcus Thuram. "Ich fand es nicht gut", sagte Söder mit Blick auf die Aktion der Berliner. 

Die DFL hatte mitgeteilt, dass der Torjubel von Spielern "nicht Bestandteil" des medizinisch-organisatorischen Konzepts sei: "Zum Thema Torjubel wurden in Ergänzung zum Konzept lediglich Hinweise zur Orientierung gegeben – Sanktionen erübrigen sich daher." 

Für alternativlos hält Söder zudem, dass die Ersatzspieler trotz Abstands zu ihren Kollegen einen Mundschutz tragen müssen. "Auch die Spieler müssen sich halt an die Regeln halten", sagte Söder.

Söder: Herrlich hinterlässt kein gutes Gefühl

Der CSU-Politiker betonte, es habe "Spitz auf Knopf" gestanden, dass der Liga-Neustart überhaupt möglich war. "Es gab härteste Diskussionen. Etliche Minister haben gesagt: Lieber nicht." Daher gelte es, den Gegnern nicht neues Futter zu liefern. 

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"Kalou war nicht besonders sensibel. Was Heiko Herrlich sagt, war nett gemeint, aber hinterlässt kein gutes Gefühl", erinnerte Söder.

"Ich hatte Angst vor der Gesamtakzeptanz der Bevölkerung. Das mit Herrlich muss man nicht so hoch hängen, er hat die Konsequenzen gezogen. Kalou hat das ganze Konzept verhöhnt, das ist auch schwierig für andere gesellschaftliche Gruppen. Ich hatte Sorgen, was vor den Stadien und in den Kneipen passiert. Alle haben sich gut dran gehalten. Das kann ein Muster sein für andere Formen der Normalität in Deutschland."

Wann es wieder Fußballspiele mit Fans im Stadion geben wird, wollte Söder nicht prognostizieren.

"Mit Corona kann man keinen Deal machen. Wenn wir keine zweiten Welle haben, ist vieles möglich. Solange wir keinen Impfstoff und keine echten Medikamente haben, bleibt es eine Herausforderung." Es gelte, nicht gleich zu übertreiben. "Zunächst spielen wir es zu Ende. Dann schauen wir, was die anderen Ligen machen. Eins nach dem anderen."

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