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SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk (l.) hält ein Abstiegszenario auch bei einem Saisonabbruch für unausweichlich
SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk (l.) hält ein Abstiegszenario auch bei einem Saisonabbruch für unausweichlich © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images
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München - Beendet die Bundesliga die Saison nicht, soll ein Notfallplan greifen. Der wäre ungerecht, meint SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk, aber unvermeidlich.

Niemand kann garantieren, dass die Bundesliga bis Ende Juni problemfrei durchläuft, einen Meister und mindestens zwei Absteiger ermittelt. Es kann auch ganz anders kommen: dass schon nach zwei Spieltagen die Coronakrise zurückkehrt, die Mannschaften reihenweise in Quarantäne gehen und am Ende die Politik die Saison 2019/20 vorzeitig abbricht.

Was passiert dann?

Die Bild berichtet von einem Notfallplan: Die beiden Mannschaften, die unten stehen, zurzeit Werder Bremen und SC Paderborn, stiegen in die 2. Liga ab. Aufgestockt werden soll das Oberhaus nicht. Auch die neue Saison, wann immer sie stattfände, würde mit 18 Teilnehmern starten.

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Abstieg ohne Abstiegskampf: Ja, das ist ungerecht - und das zu Recht.

Saarbrücken aus der Euphorie gerissen

Man kann in einer Pandemie, wie sie die Welt gerade erlebt, keine Lösung erwarten, die auch nur annähernd Gerechtigkeit herstellt. Nehmen wir nur mal den Regionalligisten 1. FC Saarbrücken. Der Viertligist erlebte im DFB-Pokal ein historisches Formhoch, als er sensationell das Pokal-Halbfinale erreichte. Dann kam die Coronakrise.

Die Amateure wurden nicht nur jäh aus ihrer Euphorie gerissen und damit womöglich am Durchmarsch ins Finale gehindert. Das Halbfinale gegen den Bundesligisten Bayer Leverkusen wird eben nicht vor einer Zuschauerkulisse stattfinden, die wie schon beim Sieg über Fortuna Düsseldorf ungeahnte Kräfte freisetzt, sondern - wenn überhaupt - vor einer Geisterkulisse.

Tag X nötigt der Bundesliga harten Schnitt ab

In der Bundesliga könnte Werder Bremen darauf beharren, dass die restlichen zehn Spiele durchaus zum Klassenerhalt reichten. Genügend Erfahrung im Abstiegskampf haben sie im Norden ja. Aber soll man deswegen ein Sonderrecht einräumen und den Abstieg aussetzen? Wäre das gerecht gegenüber Mannschaften, die einen besseren Lauf hatten?

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Die Bundesliga wird, sollte der Tag X eintreten, nicht an einem harten Schnitt vorbeikommen. Das war schon bei der Gründung so: Nur ein Drittel der Klubs, die rein wollten, bekamen den Zuschlag. Alle anderen gingen leer aus. Sogar Bayern München.

Vielleicht sollte man allein deshalb hoffen, dass die Saison irgendwie sportlich entschieden wird. Gerechter wird's nie sein.

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