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München - Noch ist die Zukunft von Kai Havertz offen - doch für den Ex-Nationalstürmer Patrick Helmes spielt der potenzielle Nachfolger des Jungstars schon jetzt in der Werkself.

Wenn Bayer Leverkusen am Samstagabend im Pokalfinale den FC Bayern herausfordert, dann wird vor allem ein Spieler die Blicke auf sich ziehen: Kai Havertz. (DFB-Pokal: Bayer Leverkusen - FC Bayern München ab 20 Uhr im LIVETICKER)

Nicht zuletzt mithilfe des Nationalspielers will die Werkself den ersten Titel seit dem Gewinn des DFB-Pokals 1993 holen und den Makel von "Vizekusen" endlich ad acta legen. 

Doch das Interesse an Havertz dürfte nach dem Schlusspfiff nicht abebben - im Gegenteil. Der 21-Jährige wird Rede und Antwort stehen müssen, wohin es ihn nach der Saison, die sich durch Corona für Bayer bis in den August verlängert, verschlagen wird. 

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Gehen oder bleiben - wie plant Havertz, dessen Vertrag in Leverkusen noch bis 2022 läuft, seine Zukunft?

Dadurch dass die Elf von Trainer Peter Bosz die Champions League verpasste, haben sich die Chancen auf einen Verbleib des Jungstars nicht gerade erhöht - das weiß auch der frühere Nationalstürmer Patrick Helmes. 

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"Es ist außergewöhnlich, wie Kai Fußball spielt"

"Die Champions League ist ein Argument für einen solchen Spieler, zu bleiben. Kai gehört zu den Besten, er will sich mit den Besten messen - das ist und bleibt die Champions League. Von daher wäre das für Leverkusen sehr wichtig gewesen", sagt Helmes bei SPORT1

Der frühere Bayer-Angreifer, der 2015 wegen einer Knieverletzung seine Karriere beenden musste, wünscht sich, dass Havertz noch ein Jahr lang im Bayer-Trikot aufläuft - nicht zuletzt, weil er den Unterschied ausmacht. "Es ist außergewöhnlich, wie Kai Fußball spielt, wie er Entscheidungen trifft, die fast immer richtig sind", schwärmt Helmes, derzeit als Jugendtrainer in Leverkusen aktiv. 

Rummenigge: Havertz für FC Bayern zu teuer

Zumindest einen Konkurrenten ist Leverkusen beim Werben um den begehrten Mittelfeldspieler los - ausgerechnet den Finalgegner von Berlin.

"Ich sage es ganz klar: Ein Transfer von Havertz wird uns finanziell in diesem Jahr nicht möglich sein", verriet Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge im SPORT1-Interview. "Ganz Fußball-Europa und auch der FC Bayern stehen aktuell vor großen finanziellen Herausforderungen, so lange nicht wieder vor Zuschauern gespielt werden kann. Sie kennen ja die Größenordnung, die Rudi Völler bei Bayer Leverkusen im Hinterkopf hat."

Diese Größenordnungen dürften sich im dreistelligen Millionenbereich bewegenm, womit Havertz nur für die absoluten Top-Klubs wie Real Madrid, PSG oder einige Premier-League-Vereine finanzierbar wäre. "Spanien würde super zu ihm passen, aber auch in England würde er sich sicher durchsetzen", ist Helmes überzeugt. 

Rummenigge hofft dagegen auf einen Verbleib des Jungstars in der Bundesliga. "Wenn ich ehrlich bin, würde ich Rudi Völler auch wünschen, dass Havertz zumindest noch ein Jahr in Leverkusen bleibt", erklärte der Bayerns Vorstandsvorsitzender: "Denn wir haben Interesse an Konkurrenz."

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Wirtz als Havertz-Nachfolger? 

Doch auch wenn sich der Nationalspieler im Sommer verabschieden würde - Havertz' potenzieller Nachfolger steht mit Florian Wirtz schon bereit. "Ich denke, dass Flo da reinwachsen kann, auch wenn man natürlich noch etwas aufpassen muss", sagt Helmes über den 17-Jährigen, der beim 2:4 gegen die Bayern am 6. Juni diesen Jahres zum jüngsten Torschützen der Bundesliga-Geschichte wurde.

Von einem Havertz-Verbleib würde Wirtz profitieren, davon ist Helmes überzeugt. "Dann kannst du Florian noch länger vor Augen führen, wie solch ein gesegnetes Talent trainiert, wie er mit gewissen Situationen umgeht und wie er auf dem Platz performt."

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Doch auch ohne dieses Vorbild traut Helmes ihm zu, in die Fußstapfen des vier Jahre älteren Havertz zu treten. "Kai hat schon über 100 Bundesligaspiele bestritten - aber auch der 'Kleine' hat jetzt schon ein paar davon gemacht und in einigen Situationen gezeigt, was er draufhat. Er kann da reinwachsen", sagt Helmes. 

Und so würde in Leverkusen selbst ein Havertz-Abgang keine Depression verursachen - schließlich bliebe neben einem Batzen Geld mit Florian Wirtz auch der potenzielle Erbe. "Man sollte Flo die Chance geben, sich selbst zu entwickeln", sagt Helmes. "Aber ich bin mir sicher: Er wird seinen eigenen Stil prägen und seinen Weg machen."

Gut möglich also, dass nicht nur Kai Havertz beim Pokalfinale gegen die Bayern die Blicke auf sich ziehen wird - sondern auch sein möglicher Nachfolger.

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