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Thomas Meunier ist erst seit ein paar Tagen beim BVB - doch der Neuzugang hat schon Eindruck gemacht. Am Donnerstag stellte sich der Belgier den Fragen der Journalisten.

Die 30 Grad, die den sattgrünen Trainingsplatz in Dortmund-Brackel am Donnerstagvormittag ordentlich erhitzten, konnten Thomas Meunier nichts anhaben. Zumindest machte es von außen nicht den Eindruck. Der 28-jährige BVB-Zugang, der ablösefrei von Paris St. Germain gekommen ist, flitzte im internen Trainingsspielchen putzmunter die rechte Außenbahn entlang – und stellte sich ziemlich aufgeräumt vor die Medien.

Der routinierte Rechtsverteidiger sprach über…

… sein bevorzugtes Spielsystem: 

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"Der Fokus in Paris lag eher auf einer Viererkette. Da habe ich eher defensiv gespielt. Das war aber kein Problem, weil wir viele Spiele gewonnen haben. Im Nationalteam spielen wir mit drei Verteidigern und zwei Außenspielern. Ich mag es, Vorlagen zu geben und Tore zu schießen. Das Gefühl, ein Tor zu schießen, ist mit nichts anderem zu vergleichen. Wir müssen uns immer dem Gegner anpassen. Es ist schon ein Unterschied, wenn du mit einer Dreierkette gegen Bayern oder Leipzig spielst. Das kann gefährlich sein. Man kann es aber machen, muss dann aber hinten gut absichern. Ich möchte am liebsten einen offensiven Fußball spielen, hohen Druck ausüben und attackieren."

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… seine Lieblingsposition: 

"Es wäre sicher nicht gut für das Team, wenn ich hinten in der Dreierkette spiele. Ich will immer nach vorne gehen. Es würde nur eine Lücke in die Abwehr reinreißen, wenn ich im Zentrum spielen würde. Ich kann schon verteidigen und hinten bleiben, ja, aber ich mag es lieber, nach vorne zu gehen. Die Position des zentralen Verteidigers ist im Moment keine Option für mich."

… seine Ambitionen und Ziele mit dem BVB: 

"Egal wo ich bislang war: ich habe immer mit Ambitionen gespielt. In Brügge und Paris haben wir jeweils den Pokal und die Meisterschaft gewonnen. Ich habe mich für Dortmund entschieden, weil ich weiß, dass man beides – Pokalsieg und Meisterschaft - erreichen kann. Natürlich gibt es die Bayern. Im Vergleich zu Frankreich sieht das hier aber anders aus. In Frankreich haben wir Paris – der Unterschied zu anderen Klubs ist sehr groß. Paris hat mehr Geld und demnach bessere Spieler. Teams wie Lyon oder Marseille können da nicht mithalten, weil sie nicht 50 Mio. Euro für einen Spieler ausgeben können. Du kannst Paris nicht schlagen. Hier in Deutschland ist das anders. Du hast Bayern, Dortmund, Leipzig, Leverkusen, Mönchengladbach und Schalke, das immer noch ein guter Klub ist. Diese Teams können alle kämpfen und anderen gefährlich werden. Das ist ein großer Unterschied zu Frankreich."

Leonardo? "Ich mag nicht, wenn gelogen wird" 

… sich selbst als Spielertyp: 

"Ich bin sicher nicht der super-talentierteste Spieler, aber ich habe immer hart an mir gearbeitet und mich nie beschwert. Ich kam aus dem Amateurfußball zu den Profis, man wollte mich damals schon in Brügge verleihen. Ich habe aber nie aufgegeben und mich durchgesetzt. Ich bin ein harter Arbeiter, der auch deshalb gut in dieses Team passt."

… die Differenzen mit PSG-Sportchef Leonardo: 

"Ich wollte die Saison mit Paris unbedingt zu Ende spielen, denn ich bin ein Wettkampftyp. PSG hat eine wirklich sehr große Chance, die Champions League in diesem Jahr zu gewinnen. Das Thema ist jetzt abgehakt, aber es war mein klarer Wunsch, die Saison fertig zu spielen. Ich mag ehrliche Leute, ich mag nicht, wenn gelogen wird. Paris St. Germain ist in Frankreich so stark, dass selbst die Medien kaum etwas schlechtes über den Klub schreiben. Das ist ein Problem. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich verteidigen muss. Leonardo hat gesagt, dass ich nicht für die Spiele in der Champions League bleiben wollte. Aber das ist schlichtweg nicht wahr. Ich war der erste, der gefragt hat, ob er spielen kann. Alles andere stimmt nicht."

… seine Rolle als erfahrener Spieler im Team: 

"Ich mochte es immer, wenn ich erfahrene Spieler um mich herum hatte. Wir haben wirklich sehr viele gute und junge Spieler. Youssoufa Moukoko zum Beispiel, man sieht direkt, was er kann. Wir erfahrenen Spieler können den Jungen dabei helfen, sich zu motivieren und noch bessern zu werden. Ich sehe mich schon in der Rolle des großen Bruders. Wir haben viele erfahrene Spieler, die helfen können."

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… die Sehnsucht nach Titeln in Dortmund: 

"Ich habe viele BVB-Spiele in der vergangenen Saison gesehen, die mich optimistisch machen. In der Position des Außenseiters hinter den Bayern fühle ich mich wohl. Das ist für mich die beste Position. Du hast mehr Möglichkeiten, kannst Druck ausüben und musst sie jagen. Wir können unser Spiel verbessern und definitiv etwas gewinnen. Wenn das Team so zusammenbleibt, was ich mir wünsche, haben wir schon in dieser Saison gute Chancen. Wir haben alles in der eigenen Hand."

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