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Matthias Becker, Stv. Chefredakteur Digital, über den Kruse-Coup von Union Berlin
Matthias Becker, Stv. Chefredakteur Digital, über den Kruse-Coup von Union Berlin © SPORT1/Imago
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München - Obwohl die Hertha den umworbenen Torwart Alexander Schwolow verpflichten konnte, gehörten die Schlagzeilen dank Max Kruse einmal mehr Union Berlin. Der SPORT1-Kommentar.

Die Berliner Fußballvereine haben in dieser Woche zwei vielbeachtete Transfers getätigt. Hertha BSC ist dabei ein echter Coup gelungen. Torhüter Alexander Schwolow kommt vom SC Freiburg, obwohl seit Wochen damit gerechnet wurde, dass Schwolow sich Schalke 04 anschließt.

Die Schlagzeilen gehörten der Hertha trotzdem nur kurz, weil die "noisy neighbours" von Union dazwischenfunkten. Max Kruse im Trikot des Köpenicker Kultklubs – das war dann doch die noch bessere Geschichte.

Hertha strebt nach Image von Union 

Investor Lars Windhorst will die Hertha zum "Big City Club" machen. Big City Flair bringt jetzt aber vor allem Kruse zu Union. Der Ex-Nationalspieler hebt die Eisernen spielerisch und vom Unterhaltungsfaktor her auf ein neues Niveau. Bei der Verkündung seines Transfers freut er sich über seinen "coolen" neuen Verein. Dieses Label, an dem sie bei der Hertha weiter hart arbeiten, kann für Union viel Wert sein.

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Das Image ist nach dem überraschend souverän erreichten Klassenerhalt im Premieren-Jahr weitestgehend positiv. Gerade hat man mit adidas den neuen Ausrüster präsentiert. Dass der ewige Konkurrent von Hertha-Ausstatter Nike sich bei Union engagiert, ist sicher kein Zufall. Für die Maßnahme, unter anderem den Capo (Vorsänger) der Union-Fans das neue Trikot vorstellen zu lassen, gab es in den sozialen Medien direkt auch einen Candy-Storm.

Union setzt auf Erfahrung

Und auch sportlich machen die Verantwortlichen um Geschäftsführer Oliver Ruhnert von außen betrachtet vieles richtig. Die Taktik der vergangenen Saison, mit Christian Gentner und Neven Subotic zwei erfahrene Bundesliga-Kräfte zu holen, hat sich weitestgehend ausgezahlt. Die Transfers von Robin Knoche und Torhüter Andreas Luthe in diesem Sommer gehen in eine ähnliche Richtung.

Der Kruse-Deal ist jetzt das Meisterstück. Der frühere Bremer kommt ablösefrei und hätte anderswo sicher mehr Geld verdienen können. Das Projekt Union hat auf ihn aber offensichtlich einen speziellen Reiz ausgeübt.

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Wenn sein neuer Arbeitgeber so weiter macht, könnte er sich auf ein Niveau hocharbeiten, wie es in den vergangenen Jahren beispielsweise der FC Augsburg und Mainz 05 erreicht haben: als etablierte Bundesliga-Kraft.

Dabei noch ein bisschen cooler zu sein als der große Bruder aus der Hauptstadt, ist sicherlich ein schöner Nebeneffekt.

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