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München - Michaël Cuisance wurde zuletzt immer wieder mit möglichen Interessenten aus Frankreich in Verbindung gebracht. Die Bayern haben einen Plan mit ihm.

Etwa zwei Kilometer von der Säbener Straße entfernt hat am vergangenen Samstag ein nicht unwichtiges Treffen stattgefunden. In einem Café in Harlaching trafen sich Michaël Cuisance und sein Berater nach dem Mannschaftstraining. Wenig später stieß Bayern-Chefscout Marco Neppe dazu.  

Eines der Themen: Die Zukunft des 20-jährigen zentralen Mittelfeldspielers! 

In München besitzt der Franzose einen Vertrag bis 2024. Erst im Sommer stieß er kurz vor dem Schließen des Transferfensters zum deutschen Rekordmeister. 

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Für den Techniker bezahlten die Bayern rund acht Millionen Euro Ablöse an Borussia Mönchengladbach. Nach SPORT1-Informationen kann die Ablösesumme auf bis zu 12 Millionen Euro anwachsen, sobald er über 100 Pflichtspieleinsätze hat, in denen er mindestens 45 Minuten zum Einsatz kommt.  

Cuisance erhält im Saisonendspurt mehr Spielzeit 

Zum Einsatz kam er in den ersten Monaten in München aber wenig bis gar nicht. Mal mangelte es an der richtigen Einstellung, mal an seiner körperlichen Präsenz im Trainingsalltag der Bayern. Auch mannschaftsintern wurde seine lasche Einstellung anfangs kritisch beäugt.  

Cuisance blieb unter Niko Kovac und nach der Übernahme von Hansi Flick außen vor, arbeitete aber an sich und wurde im Bundesliga-Endspurt mit regelmäßigen Einsätzen belohnt. Seit dem Re-Start gegen Union Berlin sammelte der Mittelfeld-Allrounder 267 Pflichtspielminuten. Zwischen Spieltag 1 und 26 waren es hingegen nur 37 Minuten.  

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Am 34. Spieltag traf er beim 4:0 gegen den VfL Wolfsburg mit einem traumhaften Linksschuss aus 22 Metern in den linken Torwinkel zum 2:0 und spielte durch, da Joshua Kimmich eine Verschnaufpause bekam. Wenig später, im Pokalfinale gegen Bayer 04 Leverkusen, kam der französische U20-Nationalspieler nicht zum Einsatz.  

Interesse aus Frankreich?

Gänzlich zufrieden ist Cuisance mit seiner Rolle beim FC Bayern nicht, weshalb eine Leihe in den vergangenen Tagen und Wochen ein Thema war.  

Schon seit Längerem wird der Ex-Gladbacher mit Vereinen aus Frankreich in Verbindung gebracht. Einer der Hauptinteressenten ist Olympique Marseille. Gegen den französischen Traditionsverein absolvierten die Bayern vergangenen Freitag ein Testspiel. Im Rahmen dessen soll es zwischen den Verantwortlichen beider Vereine Gespräche über eine Leihe gegeben haben.  

Zuvor berichtete die französische Fachzeitschrift  L'Equipe, dass sich Marseille-Präsident Jacques-Henri Eyraud bereits telefonisch an Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge gewandt habe. 

Flick-Aussage als Wegweiser?

"Er entwickelt sich hervorragend”, sagte Flick am Freitagabend abermals über Cuisance: "Er hat im Training auch wieder so trainiert, wie wir das gerne sehen." Nach SPORT1-Informationen ist dieses Flick-Lob entscheidend, denn die Bayern-Verantwortlichen planen aktuell nicht, Cuisance zu verleihen. 

Zu klein ist der Kader jetzt schon, zu groß werden die Anforderungen aufgrund des eng getakteten Spielplans in der kommenden Saison.  

Cuisance selbst erklärte zuletzt in einem Interview mit L’Equipe: "Zu Bayern zu wechseln, war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben. Dort lerne ich von den besten Spielern der Welt. Irgendwann werden die Leute nicht mehr sagen, ich sei nur ein Talent. Ich bin gemacht für diesen Klub."  

Zur Marseille-Anfrage sagte er: "Ich habe gesehen, dass der Klub Interesse hat, das schmeichelt mir. Aber ich konzentriere mich weiter auf mein Projekt beim FC Bayern." 

Konkurrenz im Mittelfeld hat es in sich

Trotzdem hat Cuisance den Wunsch, zeitnah auf deutlich mehr Spielanteile zu kommen als in der bisherigen Saison. Sollte Thiago die Bayern bereits in diesem Sommer verlassen, wird im Zentrum ein Platz frei. Cuisance könnte diesen auch besetzen, allerdings sind Kimmich und Leon Goretzka in der Zentrale aktuell gesetzt. Zudem wurde mit dem 18-jährigen Tanguy Nianzou ein Spieler verpflichtet, dem Flick eine bedeutende Rolle im defensiven Mittelfeld zutraut. Auch Corentin Tolisso will im Zentrum der Bayern angreifen, sollte er nicht verkauft werden.  

Einfacher wird es für Cuisance zukünftig nicht. Dem Treffen von Samstag dürften weitere Gespräche folgen, sollte sein Durchbruch beim FC Bayern weiter auf sich warten lassen.  

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