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München - Der FC Bayern hat mit Leroy Sané eine echte Allzweckwaffe für die Offensive verpflichtet. Doch wo spielt er am liebsten? Und was plant Hansi Flick?

Als sich herauskristallisierte, dass Leroy Sané Manchester City den Rücken kehren würde, verlieh Pep Guardiola seinem Wunsch, den Spieler gerne in seinem Team zu behalten, mit starken Worten Ausdruck.

Sané sei "ein toller Junge. Ich liebe ihn so sehr", schwärmte der Star-Coach.

Doch Guardiolas Liebeserklärung half nichts, der deutsche Nationalspieler wechselte im Sommer zum FC Bayern München. Die Münchner erhoffen sich von dem ehemaligen Schalker einen zusätzlichen Qualitätsschub für die ohnehin schon erstklassig besetzte Offensive.

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Im Starensemble von ManCity spielte Sané fast ausschließlich auf dem linken Flügel. Doch ein genauer Blick auf seinen bisherigen Werdegang zeigt, dass er auch auf anderen Positionen glänzen kann.

Sané in der Schalke-Jugend oft als Zehner eingesetzt

Seine Flexibilität und seine außergewöhnlichen fußballerischen Fähigkeiten werden Bayern noch unberechenbarer machen.

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Bis zur B-Jugend wurde Sané immer wieder zwischen rechten und linken Flügel sowie dem zentralen offensiven Mittelfeld hin- und hergeschoben. In der Saison 2013/14, als er auch für die Schalker Bundesliga-Profis debütierte, wurde er in der U19-Bundesliga zumeist als Zehner eingesetzt – und ragte mit zehn Toren und zehn Vorlagen in 23 Partien aus seiner Mannschaft heraus.

Im Profi-Team der Königsblauen, in dem er nach einem Übergangsjahr in der Saison 2015/16 so richtig durchstartete, war dann vorwiegend die rechte Außenbahn seine Heimat. Wie sehr Sané auf dieser Position auf sich aufmerksam machte, beweist, dass ManCity im Sommer 2016 bereit war, 52 Millionen Euro Ablöse für einen 20-Jährigen auf den Tisch zu legen.

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Löw testet Sanés Flexibilität in der Nationalmannschaft

Während der Linksfuß in den darauffolgenden Jahren in England fast nur den linken Flügel beackerte, probierte ihn Bundestrainer Joachim Löw in der Nationalmannschaft auf verschiedenen Positionen aus.

Die meiste Zeit verbrachte er zwar auch auf links, doch auch als Rechtsaußen oder hängende Spitze trug Sané zum Erfolg des DFB-Teams bei. Einmal setzte Löw den Tempodribbler sogar in vorderster Front neben Serge Gnabry ein. Ein Tor und der 2:0-Sieg gegen Weißrussland gaben dem Bundestrainer recht.

Die Bayern können sich also auf einen Alleskönner in der Offensive freuen. Seine Tricks in Eins-gegen-eins- oder Eins-gegen-zwei Situationen sind teilweise spektakulär. Sané tunnelt seine Gegenspieler auch gerne mal, Freistoßtreffer zählen ebenfalls zu seinen Stärken.

Sané als Lewandowski-Ersatz?

Diese Dribbelkünste bereichern jede Mannschaft, egal, auf welcher Position der 24-Jährige spielt. Vom rechten Flügel - was er als seine Lieblingsposition bezeichnet - kann Sané ähnlich wie Arjen Robben nach innen ziehen und mit seinem starken Abschluss Torgefahr ausstrahlen.

Von links stechen vermehrt seine scharfen und präzisen Flanken heraus. Doch Sané hat auch schon Tore erzielt, indem er von links nach innen gezogen ist und mit seinem rechten Fuß abgezogen hat.

Löws Experiment zeigt: Sané könnte sogar als Back-Up von Robert Lewandowski taugen, sollte sich der Mittelstürmer verletzen. Auch im Verein wäre Gnabry dann ein möglicher Sturmpartner.

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Coman droht die Bank

Wo genau Trainer Hansi Flick mit dem 45 Millionen Euro teuren Neuzugang plant, hat er noch nicht verraten. Am wahrscheinlichsten ist – vorausgesetzt, alle Spieler des Rekordmeisters sind fit -, dass er an seinem Triple-System 4-2-3-1 festhält und hinter Lewandowski auf die deutsche Offensivreihe Gnabry rechts, Thomas Müller zentral und Sané links setzt.

Champions-League-Finalheld Kingsley Coman, der in seiner bisherigen Bayern-Zeit verletzungsanfällig und nicht konstant genug war, droht damit die Bank.

Doch je nach Personallage wird Flick auch nicht lange zögern, Sané als Zehner oder auf der rechten Außenbahn einzusetzen – vorausgesetzt, der pfeilschnelle Lockenkopf findet nach seinem überstandenen Kreuzbandriss zurück zu alter Stärke. Daran zweifelt in München jedoch niemand.

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