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Nach der Genehmigung der Leipziger Behörden werden auch bei anderen Bundesliga-Klubs die Pläne zur Zuschauer-Rückkehr intensiviert. SPORT1 gibt einen Überblick.

RB Leipzig darf wieder vor Fans spielen, andere Bundesliga-Klubs arbeiten ebenfalls an Konzepten zur Zuschauer-Rückkehr in die Stadien.

Am Donnerstag wird auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) ab 11 Uhr unter anderem auch über eine einheitliche Regelung bei der Zuschauerfrage diskutiert. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge bei den 18 Erstligisten?

Rummenigge gratuliert RB-Boss Mintzlaff

Bayern München: Der FC Bayern hat dem Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt ein Konzept für Spiele in der Allianz Arena vorgelegt. Ein Bescheid steht noch aus.

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Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sagt: "Ich möchte meinem Kollegen Oliver Mintzlaff von RB Leipzig gratulieren, dass sie es geschafft haben, gemeinsam mit der Politik und den zuständigen Gesundheitsbehörden eine Regelung zu finden, die Spiele mit Zuschauern wieder möglich macht. Es ist ein gutes Beispiel, dass es Lösungen gibt - und ein wichtiger Neuanfang mit Blick auf unsere Fußballkultur. Wir begrüßen jedes Konzept, das diesen Weg ermöglicht."

Borussia Dortmund: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke begrüßt die Teilzulassung von Zuschauern beim Ligarivalen RB Leipzig und hält diesen Schritt auch in Nordrhein-Westfalen bald für möglich. Für ihn sei eine Zuschauerzahl im einstelligen Tausenderbereich "kein großes Risiko", sagte der 61-Jährige den Zeitungen der Funke-Mediengruppe und sprach weiter von einem "mutigen, aber gleichzeitig sehr besonnenen Schritt".

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Gladbach spielt im DFB-Pokal vor Fans

Borussia Mönchengladbach: Für das DFB-Pokalspiel gegen den FC Oberneuland plant die Borussia derzeit mit 300 Zuschauern. Diese Zahl ist in Nordrhein-Westfalen bei Sportveranstaltungen unter Einhaltung entsprechender Hygiene-Bedingungen zugelassen. Schon beim Test gegen Greuther Fürth waren zuletzt 300 Fans im Borussia-Park.

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Bayer Leverkusen: Fernando Carro, Sprecher der Geschäftsführung, hofft auf Fans im Stadion. "Wir haben ein umfangreiches, mehrstufiges Hygienekonzept erarbeitet, das bei der Stadt Leverkusen eingereicht wurde und dort derzeit noch final geprüft wird. Wir sind hier in einem engen Austausch. Das Konzept würde im derzeit bestmöglichen Fall eine Auslastung der BayArena mit knapp 10.000 Zuschauern erlauben", sagte er.

TSG Hoffenheim: Die Vorbereitung für eine (Teil-)Rückkehr der Fans laufen laut einem Klubsprecher seit Monaten. Ein Konzept dafür wurde erarbeitet, es ist derzeit in Abstimmung mit den zuständigen Behörden. Noch fehlen konkrete Ergebnisse.

Schmadtke sieht Wettbewerbsverzerrung

VfL Wolfsburg: Geschäftsführer Jörg Schmadtke sieht in der Leipziger Genehmigung auch Probleme. "Es macht einen Unterschied, dass ein Verein 10.000 oder 15.000 Zuschauer im Stadion hat und andere Vereine 500. Es gibt also keine gleichen Wettbewerbsbedingungen mehr", sagt Schmadtke. Das Pokalspiel gegen Fürstenwalde findet definitiv ohne Fans statt.

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SC Freiburg: Die Breisgauer haben ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet und stehen diesbezüglich auch mit den örtlichen Behörden im Austausch. Vorstandsmitglied Oliver Leki sagt zur Thematik: "Es ist nachvollziehbar und richtig, dass die Politik bei diesem Thema große Vorsicht walten lässt. Wir wären aber zuversichtlich, mit anfangs 20 bis 30 Prozent der maximalen Zuschauerkapazität einen Spieltag gut und sicher zu organisieren. Gemäß der aktuellen Verordnungslage der Landesregierung Baden-Württemberg müssen wir aber davon ausgehen, dass wir unsere Heimspiele zu Beginn der Saison ohne Zuschauer bzw. mit maximal 500 Besuchern bestreiten."

Hertha BSC: Die Hertha hat zuletzt intensiv an diversen Konzepten gearbeitet. "Unter anderem gab es dazu beispielsweise auch eine eintägige Begehung mit externen Beratern im Olympiastadion. Die verschiedenen Konzepte fußen auch auf Grundlage der aktuellen Verordnung des Landes Berlin mit der grundsätzlichen Möglichkeit für Veranstaltungen mit einer Zuschauerkapazität von maximal 5000 Zuschauern. Diese Verordnung gilt aktuell. Wie waren und sind derzeit in Abstimmung mit den entsprechenden Behörden und dem Senat und möchten zudem die Mitgliederversammlung der DFL am morgigen Donnerstag abwarten. Die bisherigen Rückmeldungen zu dem Konzept sind aber durchweg positiv", teilte der Klub mit.

Union Berlin will behördliche Obergrenze ausschöpfen

Union Berlin: Union will zu Saisonstart die behördlich erlaubte Obergrenze von 5000 Zuschauern ausschöpfen. "Gemäß der aktuellen Infektionsschutzverordnung sind seit dem 1. September Freiluftveranstaltungen mit bis zu 5000 Personen erlaubt. Den sich daraus ergebenden rechtlichen Rahmen von 5000 Teilnehmern bei Freiluftveranstaltungen wird der 1. FC Union Berlin ausschöpfen. Darüber hinaus arbeitet der Verein weiterhin an Maßnahmen, die eine schrittweise Ergänzung der zugelassenen Kapazitäten durch die Politik ermöglichen können", heißt es.

Schalke 04: Schalke hat ein Hygienekonzept ausgearbeitet und steht in der Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Gelsenkirchen. Alexander Jobst (Vorstand Marketing, Vertrieb und Organisation) sagt dazu: "Natürlich ist es auch unser Wunsch, möglichst bald wieder vor Zuschauern, vor unseren Fans spielen zu können. Alles unter der Maßgabe, dass es das aktuelle Infektionsgeschehen zulässt. Selbstverständlich respektieren wir die politischen und somit behördlichen Vorgaben, die wie bekannt regional unterschiedlich ausfallen. Ziel bleibt aus Sicht von Schalke 04 eine landesweit einheitliche Regelung für NRW."

FSV Mainz 05: Der Klub hat ein Konzept zur Zuschauer-Rückkehr erarbeitet und den Behörden zur Genehmigung vorgelegt. Schon beim Pokalspiel gegen den TSV Havelse am 11. September sollen Zuschauer im Stadion sein. Der Verein peilt zunächst 4000 Besucher an.

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FC Augsburg: Der Verein prüft die Situation und ist in ständigem Austausch mit den Behörden.

Werder Bremen in enger Abstimmung mit Behörden

Werder Bremen: Eine Fan-Rückkehr zum Ligastart gegen Hertha BSC am 19. September ist aktuell kein Thema. "Werder Bremen richtet sich nach der gültigen Rechtsverordnung und wird daher keine weiteren Öffnungen machen", teilte Kersten Artus, Sprecherin des Bremer Gesundheitsamts, auf SPORT1-Anfrage mit.

Werder setzt weiter auf die enge Abstimmung mit den Bremer Behörden. "Und solange gilt, dass wir uns an die geltenden Verordnungen halten, die in Bremen momentan nur maximal 400 Menschen für eine Freiluftveranstaltung zulassen. Wir haben für jeden Klub Verständnis, der für sich die bestmöglichen Bedingungen unter Rücksichtnahme auf die jeweiligen Bestimmungen herstellt", heißt es.

Arminia Bielefeld: Der Verein befindet sich in Gesprächen mit den Behörden und will zunächst keine Stellungnahme abgeben.

VfB Stuttgart: Die Schwaben haben zuletzt ein Hygiene-Konzept beim Ordnungs- und Gesundheitsamt der Stadt Stuttgart hinterlegt. Darüber ist der VfB mit den Behörden im ständigen Austausch.

Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger sagte in der vergangenen Woche den Stuttgarter Nachrichten: "Als VfB sind wir auf alle Szenarien vorbereitet. Es gilt jetzt, das Infektionsgeschehen regelmäßig zu prüfen. Wir hoffen nach wie vor, dass die Fans schnellstmöglich zurückkommen können, denn es hängen für alle Klubs ja auch wirtschaftliche Faktoren dran. An erster Stelle steht aber immer die Gesundheit der Menschen. Es ist eine Angelegenheit der Politik, zu entscheiden, wann es im Bundesliga-Fußball wieder mit größeren Zuschauermengen weitergeht."

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