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Dass die Klubfunktionäre am Freitag dicht an dicht auf der Tribüne saßen, sorgte für Irritationen
Dass die Klubfunktionäre am Freitag dicht an dicht auf der Tribüne saßen, sorgte für Irritationen © Imago
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Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml kritisiert die Top-Funktionäre des FC Bayern für ihr Verhalten beim Auftaktspiel gegen den FC Schalke 04.

Keine Masken, kein Abstand: Die Vereinsverantwortlichen des FC Bayern und des FC Schalke 04 saßen beim 8:0 des deutschen Rekordmeisters im Eröffnungsspiel der Bundesliga-Saison dicht an dicht - trotz Corona-Auflagen.

Dafür ernteten sie nun eine Rüge der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml. Der CSU-Politikerin zufolge wäre es für die Funktionäre "klüger gewesen, wenn sie nicht so eng aufeinander gesessen wären – weil auch ausreichend Platz war", wie sie der dpa sagte.

Zudem geschah dies an dem Tag, an dem in der bayerischen Landeshauptstadt über schärfere Maßnahmen nachgedacht wurde, weil die Sieben-Tage-Inzidenz die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten hatte. Fußball-Deutschland war ebenfalls irritiert und rätselte, wieso die Verantwortlichen so gehandelt hatten.

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Bayerns Vorstandsmitglied Oliver Kahn nahm dazu nach dem Spiel wie folgt Stellung: "Es gab keine Vorgaben, weil wir uns an die bayerische Verordnung gehalten haben, die das erlaubt", sagte der ehemalige Weltfußballer im ZDF.

Huml erklärte weiter, die bayerische Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung erlaube zwar vor allem in Gaststätten zehn Personen, in einer Gruppe nebeneinander zu sitzen. "Aber laut Verordnung sind bei bundesweiten Sportereignissen grundsätzlich 1,5 Meter Mindestabstand vorgesehen", betonte die Gesundheitsministerin.

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Rummenigge gelobt Besserung

Beim Talk Sky90 äußerte sich Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag zum Thema: "Die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gestattet ausdrücklich, dass zehn Mann eben zusammensitzen können – so wie wir da zusammengesessen sind. Ich gehe davon aus, dass es ein bisschen ein Missverständnis gewesen ist der verantwortlichen Leute bei uns."

Auf die Frage, ob es etwas von der DFL gehört habe, sagte Rummenigge: "Nein, ich hatte gestern mit Christian Seifert Kontakt. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass das Bild nicht unbedingt vorbildlich war. Wir akzeptieren das und werden das beim nächsten Spiel ändern. Wir wollen in den Corona-Zeiten natürlich den Gesundheitsregeln vorbildlich folgen und werden beim nächsten Spiel den nötigen Abstand einhalten, wenn dieser gewünscht ist. Und das ist kein Problem."

Huml von Verhalten der Funktionäre überrascht

Die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung erlaubt zwar den gemeinsamen Aufenthalt im öffentlichen Raum, unter anderem "in Gruppen von bis zu 10 Personen". Auch das Ablegen der Masken am Sitzplatz ist gestattet. Gleichzeitig wird aber darauf hingewiesen, dass wenn möglich der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden solle.

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Ministerin Huml zeigte sich "mit Blick auf die Vorbildfunktion" überrascht, dass die Bayern-Bosse trotz des ausreichend vorhandenen Platzes weder an Abstand noch an Maske dachten. In München waren die Corona-Infektionszahlen zuletzt gestiegen, weshalb das Spiel gegen Schalke kurzfristig als Geisterspiel ausgetragen wurde - und nicht wie geplant vor 7.500 Zuschauern.

Lauterbach kritisiert Bayern-Bosse

SPD-Gesundheitsexperte, seit Beginn der Corona-Krise immer wieder ein öffentlicher Kritiker des Fußball-Betriebs, äußerte sich ähnlich wie Huml. "Kinder sollen in der Klasse im Unterricht Maske tragen. Die FC-Bayern-Manager genießen den Fußball. Und es ist ihnen offenbar völlig egal, dass sie Vorbild für keinen sind. Darauf kann niemand stolz sein", twitterte er.

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Auch die DFL sah es intern durchaus kritisch, dass die Delegationen der Vereine so eng beieinander saßen - zumal das Hygienekonzept des Liga-Verbandes eine solche Ansammlung verbietet.

Sie teilte auf SPORT1-Nachfrage mit: "Die DFL ist hierzu im direkten Gespräch mit dem FC Bayern."

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