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Uli Hoeneß schießt im Jubiläums-Doppelpass gegen den Berater von David Alaba. Hat er dem FC Bayern damit einen Gefallen getan?

"Wohlfühldirektor" vs. "geldgieriger Piranha": Uli Hoeneß vs. Pini Zahavi!

Der Jubiläums-Doppelpass am Sonntag war erst wenige Minuten alt, da hatte der Bayern-Ehrenpräsident das verbale Gaspedal bereits voll durchgedrückt.

Im Poker um die Vertragsverlängerung von David Alaba gehe es wirklich "nur ums Geld", wurde Hoeneß deutlich und machte klar, wer in erster Linie mit den Dollar-Zeichen in den Augen durch die Welt wandele.

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"Er hat einen geldgierigen Piranha als Berater", teilte Hoeneß gegen den berüchtigten Star-Berater aus.

"Da verstehe ich, dass Hasan (Salihamidzic) bei einem Gespräch völlig ausgeflippt ist. Die Argumente, die da ausgetauscht werden, gehen auf keine Kuhhaut", fügte er später hinzu.

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Deutliche Worte des 68-Jährigen, der sich im Verlaufe der Sendung als "Wohlfühldirektor" des FC Bayern bezeichnete.

Die Frage ist allerdings, ob der Ehrenpräsident seinem Klub damit eher einen Bärendienst erwiesen hat?

Hoeneß kritisiert Alaba-Vertraute

Zwar nahm Hoeneß den Spieler selbst ausdrücklich von seiner Raffzahn-Kritik aus, lobte ihn als "super Typ", den jeder im Verein liebe.

Allerdings war es immer noch Alaba selbst, der sich im März für Zahavi entschieden hat. In bestem Wissen, wie dieser seinen Beruf versteht und ausübt, ja ausüben muss.

Zudem bescheinigte der Bayern-Patron zwar auch Alabas Vater ein sehr netter Mensch zu sein, mit dem er sich immer gut verstanden habe, erklärte aber gleichermaßen, dass sich George Alaba zu leicht beeinflussen lasse.

Öffentliche Kritik also an zwei engen Vertrauten Alabas.

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Was bezweckt Hoeneß?

Hoeneß hat selbst oft genug bewiesen, wie empfindlich Menschen reagieren, wenn es um ihre Familie, in Hoeneß' Fall den FC Bayern, geht.

Nun lässt sich nur spekulieren, ob und gegebenenfalls welche Agenda Hoeneß mit seinem Auftritt verfolgt. Der Bedeutung seiner Aussagen wird er sich nach knapp 50 Jahren im Geschäft jedenfalls bewusst sein.

Uli Hoeneß zu Gast beim Doppelpass-Jubiläum
Uli Hoeneß zu Gast beim Doppelpass-Jubiläum © Getty Images

Dass Details aus Verhandlungen an die Öffentlichkeit gelangen, beziehungsweise dort breitgetreten wurden, hatte vor einigen Monaten schon Manuel Neuer verärgert.

Auch beim FCB-Kapitän ging es unter anderem um ein gewisses Gehalt als Wertschätzung. Am Ende wurde man sich einig. Auch, weil sich beide Seiten aufeinander zu bewegten und versöhnliche Worte wählten.   

Hat Hoeneß die Verhandlungen und die Arbeit von Salihamidzic durch seine Verbalschelte dahingehend nun sogar erschwert? Zahavi jedenfalls ist als knallharter Verhandlungspartner bekannt, Einknicken gehört eigentlich nicht zu seinem Repertoire.  

Bleiben beide Seiten hart, droht das Szenario, das Hoeneß und der Klub mit aller Macht abwenden wollen.

Verliert Bayern Alaba ablösefrei?

"Herr Zahavi will - und das wäre der Super-Gau - den im nächsten Jahr ablösefrei von Bayern weglotsen. Das müssen wir unbedingt verhindern", machte Hoeneß deutlich.

Diese Angst des ehemaligen Weltklassestürmers ist nicht unbegründet. Bereits Ende Juni hatte SPORT1 berichtet, dass der Flirt zwischen dem FC Barcelona und Alaba 2021 heiß werden könnte.

Hintergrund: Zahavi verbindet eine sehr enge Freundschaft zu Joan Laporta, dem früheren Präsidenten Barcelonas (2003 bis 2010). Im kommenden Jahr will der 58-Jährige erneut für das Präsidentenamt des Vereins kandidieren.

Alaba-Seite hat Barca-Wechsel diskutiert

Schafft Laporta die Rückkehr als Vereinsoberhaupt und wäre Alaba im kommenden Sommer ablösefrei zu haben, dürfte Zahavi einen neuen Vorstoß in Richtung eines Barcelona-Wechsels planen.

Ein Modell, dass die Alaba-Seite nach SPORT1-Informationen bereits diskutiert hat.

Pinhas "Pini" Zahavi (hier an der Stamford Bridge) gilt als knallharter Berater
Pinhas "Pini" Zahavi (hier an der Stamford Bridge) gilt als knallharter Berater © Imago

Happy End noch möglich

Noch allerdings sind beide Seiten an einer Einigung interessiert.

"Ich hoffe, dass David und sein Vater begreifen, dass ein Vier- oder Fünfjahresvertrag beim FC Bayern für sie das Beste ist, und sie sich in unsere Gehaltsstruktur einordnen", betonte Hoeneß.

Im Fall der Münchner sind Torhüter Neuer und Robert Lewandowski das monetäre Nonplusultra im Verein. "Das Maß aller Dinge", wie Hoeneß sagte. "Darüber gibt es nichts."

Sollte das auch die Alaba-Seite akzeptieren, "wären alle glücklich". Happy End nicht ausgeschlossen.

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