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Eigentlich wollte David Alaba, dass sich der zähe Vertragspoker schnell klärt. Eine Einigung ist aber noch nicht in Sicht. SPORT1 zeigt den aktuellen Stand.

"Ich wünsche mir sehr, dass wir zeitnah eine Lösung finden", sagte David Alaba Mitte September bei Bild.

Mittlerweile ist ein Monat vergangen und noch immer ist im Kaugummi-Vertragspoker kein Ende in Sicht.

Noch jedenfalls verliert keine der beteiligten Parteien die Nerven. Die Verantwortlichen des FC Bayern wollen ihr auf dem Tisch liegendes Angebot zur Vertragsverlängerung (noch) nicht aufstocken. Das Alaba-Management um Berater Pini Zahavi und seinem Vater George will mit seinen Forderungen (noch) nicht runtergehen.

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Wer knickt zuerst ein?

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Nach SPORT1-Informationen geht die Alaba-Seite davon aus, dass es die Bayern sein werden. Ihnen geht es nicht allein ums Geld, sondern um Wertschätzung, wie zu hören ist. Soll heißen: Alaba soll für seine Leistungen entsprechend belohnt werden.

Ab 1. Januar kann Alaba mit anderen Klubs verhandeln

Der Verein soll um die elf Millionen Euro Jahresgehalt und bis zu sechs Millionen Euro an möglichen Prämien bieten. Vereinsintern betrachtet man dieses Angebot als wirtschaftlich vernünftig und angemessen. Die Alaba-Seite fordert hingegen noch mehr Grundgehalt, zudem verlangt Zahavi eine satte Provision in Millionenhöhe, was die Vertragsverhandlungen zusätzlich erschwert. Im Raum steht ein neuer Fünfjahresvertrag.

Das Alaba-Management sieht sich indes nicht in Eile, verlängern zu müssen. Gleichwohl wird von ihr aber auch registriert, dass der Österreicher im Abwehrverbund des FC Bayern in den vergangenen Wochen nicht immer sattelfest agiert hat. Ob es jetzt am Vertragspoker liegt oder an der Überbelastung? Nur Alaba selbst kann das beantworten.

Je länger sich der gebürtige Wiener Zeit lässt, desto intensiver werden indes all die Vereine lauern, die den Defensiv-Allrounder ab Sommer 2021 ablösefrei unter Vertrag nehmen wollen.

Hinzukommt, dass Spieler wie Alaba, deren Verträge am 30. Juni 2021 auslaufen, ab dem 1. Januar mit anderen Klubs offiziell verhandeln und sogar unterschreiben dürfen. In 84 Tagen könnte es für die Bayern somit noch schwerer werden, ihren Führungsspieler zum Langzeit-Verbleib zu bewegen.

Hoeneß-Aussagen sorgten für großen Ärger

Interessenten gibt es immer noch reichlich. Der FC Barcelona und Real Madrid intensivierten ihre Bemühungen diesen Sommer nur nicht, weil sie sich eine hohe Alaba-Ablösesumme schlichtweg nicht leisten konnten.

Das Handgeld für einen ablösefreien Alaba sollte in wenigen Monaten allerdings vorhanden sein. Auch der FC Chelsea hat sich nach dem Eigengewächs erkundigt. Das Team des milliardenschweren Roman Abramowitsch ist auch in Corona-Zeiten solvent, was nicht zuletzt mit dem 100-Millionen-Transfer von Kai Havertz bewiesen wurde. Zudem ist Abramowitsch ein enger Freund von Zahavi.

Für die Bayern wäre eine Nicht-Vertragsverlängerung und ein ablösefreier Wechsel des Leistungsträgers der Worst-Case, ausgeschlossen ist dieses Szenario aber nicht mehr. Denn die Fronten haben sich zuletzt enorm verhärtet.

Allen voran, weil Uli Hoeneß im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 Zahavi als "geldgierigen Piranha" bezeichnete. Auch bei Alaba-Vater George kamen die Anschuldigungen des Ex-Präsidenten überhaupt nicht gut an.

Flick glaubt an Alabas Verlängerung

Wie geht es nun weiter?

Ein fixierter Vor-Ort-Gesprächstermin zwischen beiden Seiten ist derzeit wohl nicht in Sicht. Nach SPORT1-Informationen geht Cheftrainer Hansi Flick aber weiterhin davon aus, dass der Linksfuß beim FC Bayern verlängern möchte.

Im SPORT1-Interview Anfang August sagte der Erfolgstrainer: "David ist für mich sehr wichtig. Er hat in den letzten Monaten richtig starke Leistungen gebracht und ist zu einem Führungsspieler geworden."

Damit aus eingefahrenen Verhandlungen noch ein Happy End wird, wird sich zumindest eine Seite irgendwann bewegen müssen.

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