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München - Thomas Meunier füllt bei Borussia Dortmund die Hakimi-Lücke bislang nicht, in Rom erlebte er ein Debakel. Wird er nun auch gegen Schalke zum Risiko?

Was ist los mit dem Mann, den sie Maschine nennen?

Ein für die ganze Mannschaft missratener Abend in Rom ist für Thomas Meunier in dieser Champions-League-Woche besonders bitter gelaufen.

20 Fehlpässe bei 67 Versuchen, folgenschwere Patzer: Der Neuzugang von Borussia Dortmund ist zum Gesicht der 1:3-Niederlage bei Lazio Rom geworden, kassierte in Fanforen und sozialen Medien heftige, teils hämische Kritik. "Das war keine gute Vorstellung von ihm", gestand Manager Michael Zorc bei SPORT1 offen ein.

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Zorc schob zwar schnell nach, dass Meunier damit nicht allein war. Dennoch: Die bisherigen Vorstellungen des Belgiers, den der BVB als Nachfolger für der an Inter Mailand verkauften Achraf Hakimi verpflichtet hat, werfen Fragen auf. (Bundesliga: Borussia Dortmund - FC Schalke 04 am Samstag ab 18.30 Uhr im LIVETICKER)

Thomas Meunier gibt beim BVB Rätsel auf

Es ist ja nicht so, dass "La Machine" ein junges Talent ist, das sich in Dortmund erst noch ans Rampenlicht gewöhnen muss.

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29 Jahre alt, drei Meistertitel als Stammspieler bei Paris Saint-Germain, jahrelange Erfahrung in Champions League und Nationalmannschaft: Der ablösefrei gekommene 1,90-Meter-Mann - in den der BVB nach SPORT1-Informationen rund 50 Millionen Euro für Gehalt, Handgeld und Co. investiert hat - schien die Art von Transfer zu sein, über den Trainer und Manager immer sagen, dass er "sofort weiterhilft".

Meunier, der eigentlich als Schlüsseltransfer zur Schließung der Hakimi-Lücke gedacht ist, tut es bislang nicht - was den BVB an einer personell heiklen Stelle kalt erwischt hat. Und warum, darüber wird auch klubintern gerätselt.

Passt Meunier nicht in die aktuelle Taktik?

Der etatmäßige Rechtsverteidiger hat eine gute Vorbereitung gespielt, hat sich auch menschlich gut ins Team eingefügt.

Auf seiner momentanen Position im rechten Mittelfeld wirkt er im aktuellen BVB-System aber schlicht nicht gut aufgehoben. Er ist fehleranfällig, offenbarte auch eine gewisse Mühe in Sachen Tempo: Die Offensivqualitäten Meuniers - die ihn bei den bisherigen Stationen stets ausgezeichnet hatten und die ein wesentliches Argument für seine Verpflichtung waren - kommen nicht zur Geltung.

Dass Trainer Lucien Favre die Dreierkette hinter ihm zuletzt mehrfach umbauen musste, trägt womöglich dazu bei, dass Meunier sich schwertut, ein produktives Miteinander mit seinen Kollegen zu finden.

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Favre scheint keine Alternative zu sehen

Zumindest von außen wurden nun die Rufe an Favre lauter, Meunier mindestens mal zwischenzeitlich aus der Startelf zu nehmen.

Dass der Coach ihn aber in Rom trotz der desolaten Vorstellung nicht auswechselte, lässt darauf schließen, dass er gerade keine rechte Alternative zu sehen scheint.

Am ehesten käme wohl Felix Passlack in Frage, das langfristig mit größerem Potenzial versehene Talent Mateu Morey wird nach einer Verletzungspause zu Beginn der Saison noch an den Kader herangeführt.

Beiden geht allerdings die Routine und internationale Beschlagenheit ab, die Meunier eigentlich einbringen sollte in Dortmund.

Nun im Derby gegen Schalke in die Startelf - eine gute Idee?

In seiner aktuellen Verfassung ist es womöglich nicht zwingend eine gute Idee, ihn in das emotional aufgeladene Revierderby mit dem FC Schalke 04 zu schicken.

Wobei das Derby für den eigentlich als unermüdlichen Fighter geltenden Meunier natürlich auch eine Chance sein kann, den nach einem solchen Spiel bei den BVB-Fans verspielten Kredit doppelt und dreifach zurückzugewinnen.

Unterläuft Meunier jedoch gegen den S04 eine ähnlich schwache Vorstellung wie in Rom, wird es umso schwieriger.

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