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Frankfurt am Main - Stefan Ilsanker hat in den vergangenen Partien häufiger gepatzt. Rücken die beiden teuersten Transfers der Eintracht-Vereinsgeschichte nun in den Fokus?

Stefan Ilsanker und Robert Lewandowski trennen rund fünf Zentimeter Körpergröße. Davon war aber nichts zu sehen, als der 1,84 Meter große Pole den 1,89-Meter-Mann der Eintracht am vergangenen Samstag nach einer Ecke locker überspringen und das Leder zum 2:0 für den FC Bayern München ins Netz köpfen konnte.

Es war nicht der erste Fehler dieser Art von Ilsanker, der im Januar für rund 500.000 Euro von RB Leipzig nach Frankfurt wechselte. Trotz gelegentlicher Patzer zählt der 31-Jährige zu den Stammspielern, er stand seit seinem Wechsel in 17 von 25 möglichen Pflichtspielen in der Startelf.

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Ilsanker mit Schwächen

Die Frage, die sich stellt: Wofür genau steht das Spiel von Ilsanker? Er agiert zwar robust, gewinnt als defensiver Mittelfeldspieler aber nur rund 46 Prozent seiner Duelle.

Sein Passspiel ist entgegen der sonstigen RB-Schule sehr schwach, eine Quote von 72,4 Prozent beim Mitspieler angekommener Bälle ist schmerzhaft für das gesamte Team, ein geordneter Spielaufbau so kaum möglich.

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Hinzu kommen individuelle Patzer, Ilsanker sah nicht nur gegen Leroy Sané bei Eins-gegen-Eins-Duellen unglücklich aus und konnte gefährliche Abschlüsse nicht verhindern.

18-Millionen-Duo bei Eintracht Frankfurt auf der Bank

An Alternativen im Zentrum mangelt es Trainer Adi Hütter eigentlich nicht. Gute 18 Millionen Euro, jeweils rund neun Millionen, gab Sportvorstand Fredi Bobic vor einem Jahr für Dominik Kohr und Djibril Sow aus. Warum beide derzeit vollständig außen vor bleiben, ist unklar.

Kohr performte nach dem Re-Start im Mai konstant auf einem guten Level, doch nach einer – laut Hütter - "grottenschlechten" ersten Halbzeit gegen Arminia Bielefeld am ersten Spieltag kam er keine Minute mehr zum Einsatz.

Dabei schien der 26-Jährige im Sommer endgültig angekommen zu sein, in eine Führungsrolle zu wachsen. Doch das Vertrauen in Kohr ist endlich, der gebürtige Trierer darf sich nur wenige Fehler erlauben. Auch er hat technische Defizite, die er allerdings mit seiner Power als Umschaltspieler ausbügeln kann.

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Startet Sow noch durch?

Sow, der als Wunschspieler von Hütter kam, wirkte zuletzt gegen den FC Bayern in der Schlussphase mit – beim Stand von 0:3 eine undankbare Aufgabe für den Schweizer.

Den letzten Startelfeinsatz hatte der Nationalspieler in der Vorsaison am 33. Spieltag in Köln, eine wirkliche Bewährungschance erhielt er seitdem bei 20 Bundesliga-Minuten in dieser Spielzeit nicht mehr.

Seine Leistungen in der vergangenen Spielzeit waren zwar wechselhaft, er erreichte seine maximale Leistungsfähigkeit nur selten. Doch Sow bringt wertvolle Eigenschaften mit, er ist laufstark, kann in die Tiefe gehen und den Ball technisch sauber verteilen. Um sich auch mental zu verbessern, arbeitet er in diesem Bereich mit einem Coach zusammen.

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Chance für Sow und Kohr gegen Werder?

Bei der Eintracht jedenfalls wird die Stagnation der beiden teuersten Einkäufe der Vereinsgeschichte nicht gerne gesehen. Das Erfolgsmodell der vergangenen Jahre, Akteure vergleichsweise günstig zu verpflichten und Jahre später teuer zu verkaufen, wird bei einer solchen Weiterentwicklung des Duos scheitern.

Nach zuletzt nur einem Zähler und einem Torverhältnis von 1:6 aus den Duellen in Köln und München könnte Hütter Veränderungen in der Startelf vornehmen und seinem millionenschweren Duo jetzt am Samstag gegen Werder Bremen eine Chance geben (Bundesliga: Eintracht Frankfurt - Werder Bremen, Sa. 15.30 Uhr im LIVETICKER).

Ilsanker jedenfalls konnte keine Argumente für sich sammeln.

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