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München - Nach den Vorstellungen der Nationalmannschaft gehen auch die Diskussionen über Mats Hummels wieder los. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke äußert sich klar.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat im ZDF-Sportstudio beschrieben, wie ihn die deutlich verschärften Corona-Pandelmielage besorgt.  

"Es ist schon etwas, was dich bewegt. Ich weiß dabei natürlich schon, dass wir im Fußball eine ganz andere Situation haben. Ich kenne viele Kleinunternehmer, viele Gastronomen, viele Taxifahrer. Die haben noch ganz andere Sorgen als wir", erklärte Watzke.

"Wir haben eine riesige Kostenstruktur und natürlich müssen wir irgendwann wieder Geld einnehmen. Und da war das jetzt wieder ein Rückschlag, dass wir jetzt wieder ohne Zuschauer spielen müssen. Das bei so einem Spiel wie gegen Schalke wird uns wieder eine Million Euro kosten, die wir nicht einnehmen, gegen Zenit St. Petersburg vier Tage später dann das gleiche. Das ist schon schlimm."

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Watzke hatte diesbezüglich wenig Verständnis für das "populistisches Fußball-Bashing, wie das die letzten Tage wieder verstärkt auch aus der Bundesregierung gekommen ist. Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht, warum man sich da wieder am Fußball abarbeitet. Der Fußball hat ein weltweit anerkanntes Top-Konzept in Deutschland umgesetzt, es geht überhaupt keine Gefahr aus." 

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Würde die Bundesliga erneut unterbrochen, werde es für einige Vereine sehr eng. "Wir haben dann eine Leistungsstörung, und es fehlt auch noch das Fernsehgeld. Dann möchte ich nicht in der Haut von einigen Verantwortlichen stecken."

Watzke: "Favre stand nie zur Disposition"

Auch zu sportlichen Fragen nahm Watzke Stellung. So ließ er die dauerhafte Kritik an Trainer Lucien Favre an sich abperlen. "Lucien hat in seiner Zeit zwar noch keinen klassischen Titel gewonnen, aber den besten Punkteschnitt aller Trainer", erklärte Watzke. "Eine Vertragsverlängerung hängt von vielen Dingen ab. Wir warten einfach mal ab. Wir setzen uns im Winter, Frühjahr zusammen. Wir sind mit der Arbeit von Lucien sehr, sehr zufrieden. Er stand nie zur Disposition." 

Diskutieren sollte man unterdessen nach Ansicht des Dortmunder Machers über ein Nationalmannschaftscomeback von Mats Hummels. Schließlich bemängelte Fußballdeutschland zuletzt das Fehlen eines Abwehrchefs.

Watzke von Hummels' EM-Teilnahme überzeugt

"Wir hätten einen, das ist klar", sagte er. "Aber das weiß Joachim Löw ja auch. Ich glaube auch, ehrlich gesagt, dass Mats noch eine gute Chance hat, die EURO zu spielen. Davon bin ich überzeugt."

Denn Hummels spiele "seit langer Zeit auf Top-Niveau. Je näher es auf das Turnier zugeht, werden die Würfel, denke ich, noch einmal ein bisschen neu gemischt."

Der 31-Jährige sei "nach wie vor einer der besten Innenverteidiger, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben."

Mit Hummels in der Startelf gewann der BVB am Samstag mit 1:0 bei der TSG Hoffenheim.

Müllers gute Verfassung: "Das sieht jeder"

Auch Thomas Müller kam im Sportstudio noch zu Wort und wurde auf die EM, die auf den kommenden Sommer verschoben wurde, angesprochen. Der Bayern-Star wurde im Zuge des Umbruchs von Löw ebenfalls aussortiert.

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"Ich hoffe, die Veranstaltung findet statt. Über den Rest wurde sich schon viel unterhalten", meinte Müller. 

Anschließend gab er Löw aber einen kleinen Hinweis: "Dass ich mich in einer guten Verfassung befinde, das sieht jeder. Da braucht man nicht mehr viele Worte verlieren. Das lassen wir alle schön ruhig angehen und dann schauen wir, was passiert."

Wechsel von Götze hat Watzke überrascht

Seine Nationalmannschaftskarriere definitiv noch nicht abgeschrieben hat nach eigener Aussage Mario Götze. Dessen Wechsel nach Eindhoven hat Watzke "überrascht ist aber möglicherweise eine gute Entscheidung. Mario hat dort einen Trainer, der auf ihn baut. Wenn er sich vollkommen fokussiert, ist eine Menge möglich."

Das gilt beim BVB in vergleichbarer Art und Weise für Youssoufa Moukoko, der nach seinem 16. Geburtstag am November für die Profis spielberechtigt sein wird. "Er ist ein toller Junge und sehr geerdet", schwärmte Watzke. "Wir sollten ihn aber nicht mit Erwartungen überfrachten. Aber er ist ein geiler Zocker."

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