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Dortmund - Hans-Joachim Watzke spricht auf der Jahreshauptversammlung über die durch die Corona-Pandemie schwierige finanzielle Lage des BVB und gibt Hoffnung.

Der BVB hat auf der ordentlichen Jahreshauptversammlung, die am heutigen Donnerstag aufgrund der Corona-Pandemie erstmals digital stattgefunden hat, die neuen Negativ-Zahlen vorgestellt.

Demnach hat der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 einen Umsatz von 486,9 Millionen Euro erwirtschaftet – 2,6 Millionen Euro weniger als noch im Vorjahr. Insgesamt stand bis zum 30. Juni 2020 ein Jahresfehlbetrag von 49,7 Millionen Euro zu Buche. Die Geschäftsführung kalkuliert bis Ende des Jahres mit einem Minus von 70 bis 75 Millionen Euro.

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Betrug das Eigenkapital des börsennotierten Klubs im Vorjahr noch 354 Millionen Euro, sind es aktuell nur noch 305 Millionen Euro. Den Aktionären wurden keine Dividenden ausgeschüttet.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärt: "Wir waren bis Anfang März auf einem stabilen Wachstumspfad." Die Pandemie habe ab dann allerdings auch auf den BVB "enorme Auswirkungen" gehabt. "Wir sind mit ausreichend Liquidität versorgt", sagt Watzke, der aber auch mahnt: "Die Situation bleibt trotzdem schwierig. Es können auch mehr als die 70 bis 75 Millionen Euro Verlust werden."

Watzke will Bayern-Vormacht brechen

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"Gerade die großen Klubs", sagte Watzke, "sind in dieser Phase stärker bedroht als die kleineren Klubs. Uns trifft die Krise am heftigsten. Jedes Geisterspiel kostet uns vier Millionen Euro."

Watzke sprach auf der Aktionärsversammlung auch über die sportliche Qualität des Kaders und einen möglichen Angriff auf Branchenprimus FC Bayern. "Wir haben eine Mannschaft, die höchst talentiert ist und großes Potenzial verspricht. Wir haben viele junge Spieler, 17-, 18-, 19-Jährige, jetzt kommt auch noch Youssoufa Moukoko dazu mit 16 Jahren. Ich glaube, dass wir sportlich eine sehr gute Ausgangsposition haben. Wir brauchen aber auch Geduld."

Die Vormachtstellung der Bayern, die im Sommer zum achten Mal in Folge Deutscher Meister wurden, wolle man brechen. "Wenn, dann muss Borussia Dortmund diese [Vormachtstellung] brechen", sagte der 61-Jährige. "Wir sind bestrebt, das zu schaffen. Die Bayern haben die beste Mannschaft der Welt. Trotzdem sind wir ihnen immer nähergekommen. Man hatte zuletzt nicht das Gefühl, dass zwei verschiedene Welten aufeinandertreffen. Daran müssen wir weiter arbeiten."

Den Dortmundern seien dabei aber auch, führte Watzke weiter aus, "wirtschaftliche Grenzen" gesetzt. "Wir haben – mit sehr großem Abstand zum FC Bayern – den zweiteuersten Kader in Deutschland. Die Bayern geben aber fast den doppelten Betrag für ihren Kader aus. Wir werden nichts machen, was uns in ähnliche Situationen wie vor 15 Jahren bringt."

Gehaltsverzicht: Watzke kündigt Gespräche mit Mannschaft an

Mit Blick auf die anhaltende Corona-Pandemie kündigte der Klub-Boss zudem Gespräche mit der Profi-Mannschaft an, die noch bis 31. Dezember auf einen Teil ihres Salärs verzichtet.

"Wir haben dadurch bis Ende des Jahres Einsparungen von 11 Millionen Euro erzielt." Der Klub will den Verzicht bis 30. Juni ausdehnen. "Die Gespräche stehen noch an."

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Abschließend sagte Watzke: "Der BVB wird zu einer Stärke finden, die noch größer sein wird als vor Corona. Wir werden die Herausforderungen angehen. Borussia Dortmund hat eine tolle Zukunft vor sich, wenn wir in den kommenden Monaten Geduld haben. Vielleicht hat der BVB die besten Jahre noch vor sich."

Auch Finanz-Boss Thomas Treß machte allen Fans und Aktionären Hoffnung: "Wir werden gestärkt aus dieser Krise hervorgehen."

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