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Das Debüt des neuen BVB-Tainers Edin Terzic ist geglückt - auch weil ihm ein Kniff mit Marco Reus gelang. Der Nationalspieler blühte auf neuer Position sichtlich auf.

Edin Terzic pustete nach dem Schlusspfiff im Bremer Weserstadion kräftig durch.

"Puh, ey!", stöhnte der neue BVB-Trainer nach dem 2:1-Auswärtssieg erleichtert und klatschte zufrieden mit seinen Assistenten Sebastian Geppert und Otto Addo ab. (Tabelle der Bundesliga)

Das Debüt als BVB-Cheftrainer ist dem 38-Jährigen zwei Tage nach seiner Beförderung gelungen. "Das war natürlich ein besonderer Tag für mich", sagte er, der auf Lucien Favre gefolgt ist. "Wir haben nicht den allerbesten Fußball gespielt. Wir hätten beispielsweise klarer und zielstrebiger im Abschluss spielen können. Was aber super wichtig war: Wir sind als Mannschaft jeden Meter gemeinsam gegangen, haben uns gepusht und angefeuert. Ich bin zufrieden."

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Zum Debüt-Sieg verholfen hat Terzic vor allem ein cleverer Schachzug. Nicht wenige Beobachter wunderten sich zu Beginn der Partie, dass Marco Reus eine etwas tiefere Position als sonst einnahm.

Reus: "Elfmeter war schlecht geschossen"

Terzic kehrte in Bremen zur Viererkette zurück, was Platz für einen zusätzlichen offensiven Spieler schaffte. Statt als klassischer Zehner, stellte er Reus als eine Art linker Achter auf einer Höhe mit Jude Bellingham auf. Axel Witsel spielte dahinter auf der Sechs. Dank dieser Dreierreihe konnte der BVB immer wieder Druck auf die Bremer ausüben.

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Nach dem Spiel erklärte Terzic seinen Taktik-Kniff: "Wir wollten mit Ballpressing aktiv auf den Gegner einwirken. Marco haben wir auf diese Position gestellt, damit wir die Wege für ihn so klein wie möglich halten. Der Weg bei Balleroberungen ist dadurch kürzer."

Reus machte ein gutes Spiel und gab im Mittelfeld als Taktgeber den Ton an. In der 72. Minute hatte der BVB-Star eine gute Flugkopfball-Chance. Sechs Minuten später schoss er sein Team dann zum Sieg (78.).

"Mein Elfmeter war schlecht geschossen", sagte der 31-Jährige hinterher "Ich habe mich im letzten Moment noch umentschieden. Ich bin glücklich, dass es im Nachschuss geklappt hat und wir gewonnen haben."

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Terzic lobt Reus: "Unglaublich wichtig"

Zur Systemumstellung sagte Reus: "Wir haben in einer anderen Grundordnung gespielt. Der Glaube war da, dass wir eine gute Mannschaft sind, wenn wir alles zusammen machen - defensiv wie offensiv."

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Matchwinner Reus! Terzic hatte vor dem Werder-Spiel tagsüber im Hotel viele Einzelgespräche geführt - unter anderem mit dem Angreifer.

Auf SPORT1-Nachfrage sagte Terzic über die Bedeutung des BVB-Urgesteins (seit 2012): "Marco ist ein unglaublich wichtiger Spieler – nicht nur für uns, auch für ganz Deutschland. Wir sind froh ihn zu haben, er ist heute vorweg gegangen. Er hatte gute Aktionen und das Siegtor für uns geschossen. Wir sind glücklich, dass er bei uns ist."

Und Reus sagte abschließend: "Das war die richtige Reaktion. Es ist immer wichtig, wenn du nach so einer brutalen Niederlage (1:5 gegen Stuttgart; Anm. d. Red.) mit einem Sieg zurückkommst. Wenn ein Verein den Trainer wechselt, weiß die Mannschaft natürlich auch, dass sie versagt hat. Das muss man ganz klar sagen. Wir standen heute also in der Pflicht. Es ist wichtig, dass wir gewonnen haben."

Terzics Schachzug sei Dank!

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