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Dortmund und München - Der Frust beim BVB nach dem 1:5 gegen den VfB Stuttgart ist groß. Mats Hummels und Marco Reus sind bedient, Lucien Favre wirkt ratlos. Die Stimmen zum Spiel.

1:5 gegen den VfB Stuttgart: Borussia Dortmund erlebte gegen den Aufsteiger ein Debakel. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Nach dem dritten sieglosen Bundesliga-Spiel in Folge verliert der BVB die Tabellenspitze immer mehr aus den Augen, dementsprechend frustriert waren die Schwarzgelben nach der blamablen Niederlage. (Service: Tabelle der Bundesliga)

SPORT1 fasst die Reaktionen nach dem Spiel bei Sky zusammen:

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BVB - VfB Stuttgart: Stimmen und Reaktionen

Mats Hummels (Borussia Dortmund): "Stuttgart hat das hier hervorragend gemacht, so wie die ganze Saison schon. Sie haben einen guten Plan gehabt, waren aggressiv und zielstrebig. Wir versuchen immer, Klein-Klein durch enge Räume durchzuspielen, und haben dabei eine riesenhohe Ballverlustquote. Wenn es klappt, sieht es gut aus, dann sieht das nach schönem Fußball aus. Aber es klappt halt in den wenigsten Fällen. Es ist halt zu viel Geschnickel, sag' ich mal.

Wir haben zu wenig Tiefe im Spiel, kommen zu viel entgegen. Dadurch machen wir uns selber die Räume eng und produzieren quasi unsere eigenen Ballverluste. Unabhängig davon sind die Ballverluste vor dem 4:1 und 5:1 einfach nur komplett offene Fehlpässe, wo wir dann knallhart in den Konter reinlaufen." (Service: Ergebnisse und Spielplan)

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… auf die Frage, ob dem BVB der Spirit fehle, wie ihn der FC Bayern unter Hansi Flick zeigt: "Es ist auf jeden Fall ein Teil des Ganzen, definitiv. Ich glaube, da geht es um viele Dinge. Es geht auch um geistige Frische. Das muss man auch zugeben, dass es nicht einfach ist gerade. Aber dann geht es darum, Automatismen im Spiel zu haben, konzentriert zu sein und sinnvollen Fußball zu spielen. Sinnvoll heißt: Risiko, wo es angebracht ist, und Risiko, wo es einen Ertrag gibt, wenn es klappt.

Wir spielen leider Risiko in Räumen, in denen der Ertrag, wenn es klappt, klein ist, aber die defensive Konsequenz daraus sehr groß. Oft können wir es kaschieren durch individuelle Klasse, heute ging es gnadenlos schief, heute haben wir uns wirklich im Minutentakt ins eigene Fleisch geschnitten, und dann kommt eben so ein Spiel dabei raus.

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1 

Marco Reus: Für BVB "sehr, sehr beschämend"

Marco Reus (Borussia Dortmund): "Man muss sagen: Sie waren uns in allen Belangen einfach überlegen: Zweikampfverhalten, Gegenpressing, sie haben alles das an den Tag gelegt, was wir eigentlich umsetzen wollten, weil wir nach den letzten Spielen wussten, dass wir die Spiele gewinnen müssen. Wenn man sieht, wie die Tore entstanden sind und die Torchancen, viele Sachen mit einem Kontakt.

Bei uns ist es einfach so: Wenn wir nicht aggressiv im Anlaufverhalten sind, wenn wir die Zweikämpfe nicht annehmen, keine hohen Ballgewinne haben, dann laufen wir nur hinterher. Wir sind keine Mannschaft, die gut verteidigen kann, das muss man ganz klar sagen. Das war unter dem Strich ein verdienter Sieg für Stuttgart und für uns war es sehr, sehr beschämend."

Lucien Favre: "Waren sehr, sehr schlecht"

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Es war eine Katastrophe, das muss man so sagen. Das war schlecht. In der Balleroberung nicht gut, absolut nicht gut. Und zu viele große, große Fehler. Schwer zu erklären. Aber wie gesagt: Wenn du nicht gut bist bei der Balleroberung, die ganze Mannschaft, dann hast du ein Problem. Es war schwer. Sie haben gut gespielt, das muss man sagen. Aber wir waren sehr, sehr schlecht - und das geht nicht.

Stuttgart hat gut gespielt in der ersten Halbzeit, wir haben das 1:1 gemacht. Trotzdem sollten wir es besser machen in der zweiten Halbzeit - und wir kriegen ein sehr dummes Tor. Das hat schon auch ein wenig in die Mannschaft gebracht. Ich kann das nur so sagen. Wir waren nicht da.

Sie haben nachher auf Konter gewartet und wir haben ihnen natürlich zu leicht die Bälle gegeben. Das ist schwer für alle, das zu akzeptieren, für alle. Wir müssen sprechen und eine Analyse machen, das ist klar."

... zum Wutanfall von Can nach der Auswechselung: "Er hatte schon eine Gelbe Karte. Es stand 1:2. Deshalb habe ich mich dann für die Viererkette entschieden. Das ist so."

Der CHECK24 Doppelpass mit Hans Meyer am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Förster: VfB Stuttgart hatte "besseren Plan" als der BVB

Gregor Kobel (Torwart VfB Stuttgart): "Es hat mega Spaß gemacht, es war ein geiles Spiel. Ich bin megastolz auf die Jungs, sie haben Gas gegeben von Anfang bis Ende. Vielleicht ein, zwei Kleinigkeiten defensiv, die man ein bisschen besser machen könnte. Aber gerade offensiv waren wir megagefährlich, wir waren mutig, wir haben den Ball laufen lassen. Es hat mega Spaß gemacht, einfach hier auf dem Platz zu stehen. Das ist ein geiler Sieg, der superviel Selbstvertrauen gibt - und ich glaube, wir werden jetzt noch ein bisschen in der Kabine genießen, dass wir heute so einen Sieg holen konnten."

Philipp Förster (VfB Stuttgart): "Wir haben uns heute viel vorgenommen. Ich denke, wir haben vor zwei Wochen gegen Bayern eine ähnliche Leistung auf den Platz gebracht, leider haben wir da unsere Torchancen nicht genutzt. Heute war es der Fall Gott sei Dank, dass wir unsere Tore gemacht haben - und dann denke ich, dass wir auch am Ende verdient gewonnen haben. Ich denke, wir hatten heute einfach den besseren Plan als der Gegner."

Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart) zu Doppeltorschütze Silas Wamangituka: "Sowohl er als auch ein paar andere Spieler in der Mannschaft haben enormes Potenzial. Sie sind nicht abgehoben und geben in jedem Training Vollgas. Bei Silas und bei vielen anderen Spielern ist das Potenzial grenzenlos."

Dietmar Hamann (Sky-Experte): "Das war heute eine mutlose, ideenlose, leidenschaftslos und zum Schluss auch hilflose Vorstellung. Ein echter Offenbarungseid. Ich habe schon zuvor gesagt, dass die Dortmunder zwar auf dem Papier gut dastehen, mit der Qualifikation für das Achtelfinale der Champions League zum Beispiel, die Wahrheit ist aber eine andere. Die Luft für den Trainer wird sehr dünn, denn die Mannschaft hat in den letzten zwölf Monaten keine Fortschritte gemacht. Ich kann mir vorstellen, dass ernsthaft über den Trainer diskutiert wird, weil es nach zwei so lustlosen Spielen wie gegen Köln und Stuttgart unglaublich schwer wird, mit dem Trainer weiter zu machen."

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