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München - Max Kruse ist nach dem Derby gegen Hertha BSC verletzt. Bisher treibt er Union mit Superstar-Werten zu neuen Höhen an. Folgt bei den "Eisernen" der Absturz?

Ohne gegnerische Einwirkung hat sich Max Kruse von Union Berlin in der Nachspielzeit des Duells gegen Hertha BSC eine Muskelverletzung zugezogen. "Die Untersuchungen am Sonnabend in der Berliner Charité ergaben eine Muskelverletzung am hinteren rechten Oberschenkel", erklärte Union: "Kruse steht Trainer Urs Fischer somit bis auf weiteres nicht zur Verfügung."

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Es war also ein Derby zum Vergessen für den Stürmer. Nach der frühen Roten Karte gegen Robert Andrich in der 20. Minute hing Kruse in der Luft, konnte beim 1:3 (1:0) kaum Akzente setzen und musste in Unterzahl viel ackern. Ein Schuss auf das Tor gelang der Nummer Zehn bis zur Verletzung nicht (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER).

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Union landet Coup mit Kruse-Transfer

Die Sorgen bei Union sind nun groß. "Er ist der Verbindungsspieler, der uns gefehlt hat. Derjenige, der immer mal wieder für das Kreative und Außergewöhnliche da ist", erklärte Trainer Urs Fischer nach der Diagnose.

Gibt es für den Klub ohne seinen Star nach dem Höhenflug nun die Bruchlandung?

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In den kommenden Wochen geht es immerhin gegen Bayern, Stuttgart und Dortmund.

Ohne Frage ist Kruse in der Saison bisher die herausragende Figur bei Union gewesen. Dank ihm ist das Team trotz der Niederlage im Prestigeduell immer noch die Nummer Eins in der Hauptstadt (Die Tabelle der Bundesliga)

Union hat mit der Verpflichtung des Angreifers einen Coup gelandet.

Nur Lewandowski und Haaland sind gefährlicher

Insgesamt stehen in der Liga elf Torbeteiligungen für Kruse zu Buche (sechs Treffer und fünf Assists). Nur die Superstars Robert Lewandowski (17) und Erling Haaland (12) standen vor dem Spieltag vor dem 32-Jährigen in der Wertung. 

Kruse war in Topform und hat bereits zwei Rekorde in dieser Saison aufgestellt. Er traf in vier Partien in Folge - das gelang einem Köpenicker in der Bundesliga zuvor nie. Der Stürmer verwandelte gegen Bielefeld zudem seinen 16. Elfmeter in Serie und stellte damit die Bestmarke von Hans-Joachim Abel ein. 

Die Rufe nach der Rückkehr des Stars in die Nationalmannschaft wurden deshalb wieder lauter. Auch SPORT1-Kolumnist Tobias Holtkamp fordert das Comeback

Kruses Coach Fischer meinte unter der Woche: "Wenn das so sein sollte, würde ich mich freuen."

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Bei den Statistiken des Offensivmannes würde es bei vielen anderen Spielern keine Diskussion über eine DFB-Nominierung geben. Denn der Linksfuß hat Zahlen eines Topstars in seiner Laufbahn.

Bei Werder Bremen ging Max Kruse von 2016 bis 2019 als Kapitän voran
Bei Werder Bremen ging Max Kruse von 2016 bis 2019 als Kapitän voran © Imago

In den acht Jahren vor seinem Wechsel in die Türkei zu Fenerbahce Istanbul im Sommer 2019 war Kruse immer Topscorer seines Vereins: 2011/2012 bei St. Pauli, 2012/2013 beim SC Freiburg, 2013 bis 2015 in Mönchengladbach, 2015/2016 in Wolfsburg sowie von 2016 bis 2019 bei Werder Bremen. 

Kruse: 162 Scorer-Punkte in der Bundesliga-Karriere

In 260 Bundesliga-Spielen sammelte der 32-Jährige 162 Scorer-Punkte und war dabei als Schütze und Vorbereiter fast gleichermaßen gefährlich (80 Tore, 82 Assists). Seit Kruses erster kompletter Saison in der Bundesliga 2010/2011 bis heute kamen nur Robert Lewandowski (329), Thomas Müller (259), Marco Reus (205) und Franck Ribery (162) auf mehr Torbeteiligungen. 

Der Unterschied zu den Topstars: Kruse spielte nie für einen Spitzenklub, sondern hob seine Teams aus dem Mittelfeld in den oberen Tabellenbereich - wie nun Union (Spielplan der Bundesliga)

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1 

Einer der spielstärksten Deutschen veränderte das bisher sehr kampfbetonte und unkreative Spiel des Hauptstadtklubs massiv. 

Fixpunkt verändert Unions Spiel

Vergangene Saison war Union eines der Teams mit den meisten langen Steilpässen und der zweitschwächsten Passquote. Oft wurde Sebastian Andersson mit hohen Anspielen gesucht und keine Mannschaft erzielte so wenige Tore aus dem Spiel heraus wie Union.

Nun tritt die Fischer-Elf ganz anders auf. Kruse ist der Spielmacher-Fixpunkt, schaltet sich mit in den Spielaufbau ein, verteilt die Bälle, bestimmt den Rhythmus und ist dennoch im Strafraum präsent. Zudem ist Kruse gerade in schwierigen Situationen da und geht voran.

"Gerade wenn es um den Ballbesitz geht, haben wir uns verbessert und trauen uns mehr zu", erklärte Fischer den Wandel bei DAZN vor dem Derby. 

Köpenicks Vereinslegende Thorsten Mattuschka meinte zwar bei SPORT1: "Das Gesicht dieses Erfolgs ist nicht Max Kruse, denn er gewinnt die Spiele nicht alleine." 

Kruse ist aber ein ganz wichtiger Dirigent des Höhenflugs. Ohne ihn droht Union die Bruchlandung. 

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