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Leroy Sané vom FC Bayern gesteht, dass er einige Entscheidungen abseits des Feldes nicht mehr treffen würde. Er wehrt sich aber gegen sein "Bling-Bling-Image".

Leroy Sané von Bayern München bereut sein "Bling-Bling-Image" und das große Tattoo von ihm selbst auf seinem Rücken.

Mit dem Kunstwerk, für das er sich heute nicht mehr entscheiden würde, und einem Auftritt bei der Nationalmannschaft in einem teuren, auffälligen Fellmantel habe er den Menschen "offenbar Stoff" geliefert, sagte der 25-Jährige im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

"Sie können gern mal zu mir nach Hause kommen und nachsehen, ob da wirklich Diamanten, Goldketten und solches Zeug rumliegen. Nichts davon besitze ich. Trotzdem stecken mich die Leute in diese Bling-Bling-Schublade", sagte der Offensivspieler. Er sei "kein Typ, der sich ewig im Badezimmer stylt. Ich stehe morgens auf, putze mir die Zähne und fahre oft in kurzer Hose zum Training, das dauert fünf Minuten".

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Bayern-Star Sané kämpft gegen Vorurteile

Er habe sich gefragt, "was ich vielleicht falsch gemacht habe. Ich war jemand, der vor allem in jungen Jahren erst einmal gegen die Wand laufen musste, auch wenn es wehtat."

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Er habe aber auch gegen Vorurteile anzukämpfen: "Ich habe schon das Gefühl, dass auf mich anders geschaut wird als auf andere." Insbesondere die Diskussion um seine Felljacke, die er 2019 bei der Anreise zur Nationalmannschaft getragen hatte, habe ihn überrascht. "Ich glaube, nie zuvor haben Medien so im Detail ausgerechnet, wie teuer die Sachen eines Nationalspielers bei der Anreise waren", sagte Sané.

Dass ihn Bundestrainer Joachim Löw kurz vor der WM 2018 aus dem Kader gestrichen hat, habe ihn schwer getroffen.

Ein klärendes Gespräch habe es bis heute nicht gegeben, sagte Sané: "Eigentlich haben wir das nie wirklich vertieft." Dennoch sei das Verhältnis zu Löw immer sehr gut gewesen.

Sané: So hat mich Guardiola besser gemacht

Ebenso übrigens wie zu Pep Guardiola. Auch wurde Sané immer wieder ein schwieriges Verhältnis mit seinem ehemaligen Trainer nachgesagt. "Noch so ein Vorurteil", ärgert sich der Nationalspieler: "Pep und ich hatten ein gutes Verhältnis." Er habe in Manchester ja auch mit seinen Teamkollegen Ilkay Gündogan und David Silva im selben Gebäude gewohnt wie Guardiola.

"Ich habe die Familie von Pep im Gebäude öfter gesehen als Pep selbst. Er stand nicht am Fenster und hat gewartet, wann wir abends nach Hause kommen, um uns zu kontrollieren", erzählte Sané. "Ich fand das super, so dicht mit den Kollegen zu wohnen. Es war eine gute Nachbarschaft."

Fußballerisch habe ihn der Spanier zudem "auf ein völlig neues Niveau" gehoben. "Vor allem durch die Arbeit an Kleinigkeiten: Mit welchem Fuß nehme ich den Ball in welcher Situation wie an? Mit welcher Aktion öffne ich den Raum am besten? Das sagen dir auch andere Trainer, aber er hat das wirklich jeden Tag wiederholt, bis ich irgendwann ein kleines Männchen im Ohr mit seiner Stimme hatte, das mir gesagt hat, was wann wie zu tun ist."

Dazu kommt, dass Guardiola einen Spieler nie am Ziel sieht und unnachgiebig bleibt. "Er hört nicht auf, wenn er sieht, dass man sich verbessert hat. Er sucht sich dann etwas Neues, an dem er unermüdlich mit dir arbeitet. Wenn ich nicht nach Manchester gewechselt wäre, hätte ich wohl nicht dieses Niveau erreicht".

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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