Lesedauer: 6 Minuten
teilenE-MailKommentare

Mönchengladbach und München - Der FC Bayern verliert trotz trotz 2:0-Führung gegen Borussia Mönchengladbach. Manuel Neuer erlebt einen Negativrekord, Jonas Hofmann trifft doppelt.

Was ist nur mit dem FC Bayern los?

Die seit Wochen defensivschwachen Münchner verloren das Freitagsspiel am 15. Spieltag der Bundesliga trotz 2:0-Führung mit 2:3 bei Borussia Mönchengladbach. Sollte RB Leipzig am Samstagabend gegen Borussia Dortmund (Bundesliga: RB Leipzig - Borussia Dortmund, Sa. ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) gewinnen, würden die Sachsen die Tabellenführung übernehmen.

Dabei brachten Robert Lewandowski (20., Handelfmeter nach Videobeweis) und Leon Goretzka (26.) die Münchner in der kniffligen Auswärtsaufgabe zunächst scheinbar sicher auf die Siegerstraße. Doch Jonas Hofmann (35., 45.+1) und Florian Neuhaus (49.) fügten Bayern die zweite Saisonniederlage zu.

Anzeige

"Wir sind natürlich überglücklich", betonte Matchwinnter Hofmann bei DAZN: "Viele hatten nach dem 0:2 sicherlich nicht mehr auf der Rechnung, dass wir hier was holen können."

Bayern-Trainer Hansi Flick meinte: "Wir haben uns die Niederlage selbst zuzuschreiben. Gladbach war sehr effizient, sie haben drei Fehler von uns brutal ausgenutzt."

Auch interessant

Neuer mit Negativrekord

Für Manuel Neuer war es das zehnte Spiel in Folge, in dem er mindestens ein Gegentor kassierte. Das war dem Welttorhüter zuvor in seiner Karriere noch nie passiert, auch nicht bei Schalke 04.

Für den Titelverteidiger waren es nach 15 Spielen bereits die Gegentreffer 22 bis 24 - eine derart anfällig Defensive stellten die Bayern zuletzt in der Saison 1981/82, als zu diesem Zeitpunkt bereits 25 Gegentore zu Buche standen. Erstmals seit zehn Jahren (2:3 beim 1. FC Köln) ging ein Spiel nach einem 2:0 noch verloren.

Der CHECK24 Doppelpass mit Fredi Bobic und Emil Forsberg - am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Trainer Hansi Flick hatte vor der Begegnung eine "andere Einstellung" als zuletzt gefordert. Er ermahnte seine Mannschaft zu "einer anderen Haltung, einer anderen Dynamik, mehr Intensität, mehr Überzeugung".

Blackout! Neuhaus verursacht Elfmeter

Sein Team setzte die Forderung auch ohne Nationalspieler Serge Gnabry (Prellung) in der Anfangsphase im Borussia-Park um. Die Bayern ließen Ball und Gegner laufen, Joshua Kimmich und Goretzka hatten die Kontrolle im Mittelfeld. 

In der 19. Minute gab es die erste Aufregung. Der Ball flog nach einem Zweikampf zwischen Davies und Zakaria im Strafraum flach an Neuhaus vorbei (Der LIVETICKER zum Spiel zum Nachlesen).

Der Mittelfeldspieler ging unnötigerweise mit seiner Hand zu Boden und touchierte dabei den Ball - Schiedsrichter Harm Osmers entschied nach Sichten der Videobilder auf Elfmeter. "Das war eine blöde Aktion von mir", sagte Neuhaus bei DAZN.

Der Elfer gehe "auf meine Kappe. Es sieht doof aus und war nicht clever. Ich bin froh, dass ich dann noch getroffen habe."

Goretzka legt für Bayern nach

Robert Lewandowski blieb vom Punkt gewohnt sicher und ließ Yann Sommer keine Chance. Es war bereits der 20. Saisontreffer des Weltfußballers und die erste Führung der Bayern nach acht Spielen, in denen sie immer mit 0:1 in Rückstand geraten waren.

Nur sechs Minuten später legte Leon Goretzka nach. Der Nationalspieler fing einen hohen Ball von Matthias Ginter mit dem Oberarm ab, spielte einen Doppelpass mit Leroy Sané und traf aus 18 Metern am verdutzten Sommer vorbei ins Tor (Die Statistiken zum Spiel).

"Wir lagen 0:2 zurück, ohne dass die Bayern uns gnadenlos weggespielt haben", meinte Gladbach-Coach Marco Rose.

Hofmann schockt Bayern doppelt

Kurz danach waren die Bayern im Glück: Pavard wehrte eine Hereingabe Hofmanns mit dem Ellenbogen ab, Osmers schaute sich die Szene aber nicht an und entschied nur auf Eckball.

Jener Hofmann brachte die Borussia, die ohne ihr französisches Sturm-Duo Marcus Thuram (gesperrt) und Alassane Pléa (muskuläre Probleme) antrat, in der 35. Minute zurück ins Spiel. Nach einer Balleroberung auf Bayerns rechter Seite kam der Ball zu Stindl, der einen tollen Steilpass spielte. Hofmann blieb vor Neuer eiskalt (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga). Der Nationaltorhüter brüllte seinen Frust lautstark heraus.

Und für die Gastgeber kam es direkt vor der Pause noch besser. Stindl prallte mit Kimmich zusammen und nahm diesem dadurch den Ball ab - und fand Hofmann erneut per Traumpass. Der Offensivspieler schob den Ball wieder an Neuer vorbei, doch der Linienrichter hob wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Fahne.

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

Daraufhin griff der Kölner Keller ein: Hofmann stand bei Stindls Ballabgabe noch auf einer Linie mit Niklas Süle, der Treffer zählte doch - und die Bayern gingen bedröppelt in die Kabine.

"Wir haben zwei Tore gemacht, die wir uns genauso vorgestellt haben. Das war so geplant. Bayern verteidigt hoch, wir wollten hinter die Kette kommen", erklärte Hofmann.

Neuhaus dreht Spiel komplett

Und der Wahnsinn setzte sich nach dem Seitenwechsel fort. Der unglückliche Süle spielte einen Kullerfehlpass, stellte sich im anschließenden Zweikampf mit Hofmann behäbig an, sodass dieser Neuhaus freispielte. Der Nationalspieler schoss vom Strafraumrand rechts oben ins Eck und bügelte damit seinen Fehler vor dem ersten Gegentreffer aus. Der frustrierte Neuer drosch den Ball gleich nochmal in die Maschen - 2:3 nach 2:0!

"Sie haben unsere zwei Fehlpässe gnadenlos ausgenutzt", erkannte Thomas Müller, und Flick meinte: "Die einzelnen Fehler tun weh, weil sie bestraft wurden."

Der Rückstand zeigte durchaus Wirkung auf die Bayern, die anschließend lange ideenlos wirkten. Nur Kimmich und Lewandowski hatten vereinzelte Chancen, schossen aber beide drüber.

DAZN gratis testen und die Bundesliga auf Abruf erleben | ANZEIGE 

In der zweiten Halbzeit haben wir aus unserer Belagerung zu wenig gemacht", sagte Müller.

In den letzten 20 Minuten erhöhten die Münchner aber den Druck, Kingsley Coman, der den schwachen Douglas Costa ersetzte, sorgte für neuen Schwung. Doch wirklich gefährlich wurden die Bayern nur noch einmal.

Süle hatte per Kopf die große Chance zum Ausgleich, Matthias Ginter klärte aber kurz vor der Linie (90.+1) - und Gladbach rettete den Sieg über die Zeit. "Wir hatten viele Spiele, in denen wir nicht das Spielglück hatten. Heute haben wir es uns erarbeitet, aber in der Summe war es auch verdient", analysierte Rose.

-----

Mit Sport-Informations-Dienst

Nächste Artikel
previous article imagenext article image