Lesedauer: 9 Minuten
teilenE-MailKommentare

Dortmund - Neun Siege, aber auch schon sechs Niederlagen: Die Hinrunden-Bilanz der Dortmunder fällt mehr als durchwachsen aus. SPORT1 erstellt ein Zwischenzeugnis.

Der BVB hinkt seinen Ansprüchen in der Bundesliga gewaltig hinterher. Die Schwarz-Gelben haben nach 17 Spieltagen schon sechs Niederlagen hinnehmen müssen und einen großen Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Doch nicht nur das: Auch das Minimalziel, das Erreichen der Champions League, ist in Gefahr. Gründe dafür sind die zu großen Leistungsschwankungen der talentierten Mannschaft.

SPORT1 hat dem BVB ein Zwischenzeugnis für die Hinrunde ausgestellt. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

Anzeige

TOR

ROMAN BÜRKI (30 Jahre/1710 Minuten, 19 Pflichtspiel-Einsätze):

In 15 Ligaspielen stand Bürki zwischen den Pfosten und kassierte 22 Gegentreffer. Nur vier Mal spielte der Schweizer zu Null - was sicherlich auch an seiner wackelnden Vordermannschaft liegt. Allerdings: Ganz frei von Fehlern ist Bürki (67,2 Prozent abgewehrte Bälle, ligaintern Platz 8) auch nicht. Gegen Leverkusen rettete er allerdings mehrfach glänzend. Seine Leistungen schwanken aber. Note: 3

Meistgelesene Artikel

MARWIN HITZ (33/630/7):

Unter Ex-Trainer Lucien Favre durfte Hitz sieben Mal (davon zwei Ligaspiele) in dieser Saison ran. Der 1,94-Meter-Hüne vertrat Bürki unter anderem während einer Verletzung und machte seine Sache ordentlich. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Er muss sich die Frage stellen: Nummer 2 bleiben oder woanders Stammkraft werden? Note: 3

ABWEHR

DAN-AXEL ZAGADOU (21/273, 8):

Der 1,96-Meter-Mann zählt zu den größten Abwehr-Talenten in Europa - doch das Verletzungspech will "Daxo", wie er von den Kollegen genannt wird, einfach nicht loslassen. Erst ein Außenbandanriss im Knie, jetzt ein Muskelfaserriss - bitter! Wenn der Franzose aber auflief, machte er einen guten Job. Spielte letztlich aber zu wenig, um seriös benotet zu werden. Note: -

MATS HUMMELS (25/2164/25):

Anführer, Motivator, Antreiber - was er sagt, hat Hand und Fuß. Kam der Weltmeister von 2014 bockstark in die neue Saison (drei Tore in den ersten sechs Ligaspielen), baute auch er arg ab. Zeigte zuletzt schwächere Leistungen und hatte ungewohnt viele Stellungsfehler. Er legt den Finger in die Wunde ("Zu oft keinen Erwachsenen-Fußball gespielt"), bezieht sich in die Kritik aber immer mit ein. Note: 3,5

MANUEL AKANJI (25/1880/22):

War der Schweizer in der vergangenen Saison noch ein Fehlerteufel, hat er sich nun stabilisiert. Machte in der Hinrunde einen soliden Job und traf sogar zwei Mal. "Wir haben zu viele Punkte liegen lassen", sagte er zuletzt im SPORT1-Interview kritisch. "Insgesamt haben wir auch dumme Gegentore in der Defensive kassiert." Note: 3

THOMAS MEUNIER (29/1637/21):

Kam vor der Saison ablösefrei von PSG und hat den Stempel des Fehleinkaufs auf der Brust. Der Belgier sollte der Defensive nach Hakimis Abgang eigentlich zu mehr Stabilität verhelfen - Pustekuchen! Meist war er ein Unsicherheitsfaktor. Fällt mit zu vielen Fehlpässen und Unkonzentriertheiten negativ auf. Der Routinier muss sich dringend steigern. Note: 5

Werde Deutschlands Tippkönig! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

RAPHAEL GUERREIRO (27/1566/20):

Der Portugiese ist als klassischer Abwehrspieler in einer Viererkette verschenkt. In der Rolle fühlt sich der offensiv ausgerichtete Spieler, der Probleme mit der Rückwärtsbewegung hat, sichtlich unwohl. Dadurch geht auch seine Offensivpower flöten. Zwar war der aktuelle Europameister in 14 Liga-Einsätzen an neun Toren beteiligt, schoss selbst aber nur deren zwei. Note: 4

NICO SCHULZ (27/273/8):

Der Nationalspieler ist zurzeit völlig außen vor und muss auch um die EM-Teilnahme bangen. Schulz, der zu Saisonbeginn Verletzungsprobleme hatte, kommt gerade Mal auf fünf Kurz-Einsätze in der Liga. Übt im Training auch zu wenig Druck aus. Note: 4,5

Nico Schulz (r.) kommt beim BVB kaum noch zum Zug
Nico Schulz (r.) kommt beim BVB kaum noch zum Zug © Imago

MATEU MOREY (20/481/9):

Spielte eine überragende Sommer-Vorbereitung und verletzte sich dann. Dass das spanische Abwehr-Talent trotz der Wackel-Auftritte von Meunier auf der rechten Seite keine Chance erhält, muss ihm zu denken geben. Note: 4

FELIX PASSLACK (22/514/10):

War der Leih-Rückkehrer (Fortuna Sittard) wegen des Guerreiro-Ausfalls zu Saisonbeginn noch einer der Gewinner, schaffte er es zuletzt nicht mal in den Kader. Passlack hat stark nachgelassen. Der Ex-U21-Nationalspieler kämpft um einen neuen Vertrag. So wird das aber nichts. Note: 4

LUKASZ PISZCZEK (35/317/9):

Der nach Marcel Schmelzer dienstälteste BVB-Profi hing noch ein Jahr dran. Über die Rolle des Ergänzungsspielers kommt der Pole, dem in der Champions League in St. Petersburg ein Treffer gelang, aber nicht hinaus. Seine BVB-Zeit wird im Sommer nach elf Jahren enden. Wird wohl in die Heimat zurückkehren. Note: 3

DAZN gratis testen und die Bundesliga auf Abruf erleben | ANZEIGE

MITTELFELD

EMRE CAN (27/1208/17):

Vor einem Jahr hatten die BVB-Bosse ihn geholt, um der Truppe die fehlende Mentalität und Gier einzuimpfen. Hat bisher aber noch nicht geklappt. Der Ex-Juve-Star, der Ende Oktober am Coronavirus erkrankt war, pendelt zwischen Startelf und Bank. Mit durchwachsenen Auftritten. Der Frankfurter könnte für die Rückrunde - gerade mit Blick auf den Witsel-Ausfall - aber noch wichtig werden. Note: 4

AXEL WITSEL (32/1596/22):

Der Fixstern des BVB ist mittlerweile verblasst. Von Witsels starken Leistungen aus der Dortmunder Anfangszeit ist nicht mehr viel zu sehen. Der belgische Nationalspieler hatte zwar eine starke Passquote von 94,6 Prozent, traf auf dem Platz aber hier und da falsche Entscheidungen und verschleppte das Tempo. Riss sich im Spiel gegen Leipzig die Achillessehne und muss nun sogar um die EM bangen. Note: 4,5

Wenn du hier klickst, siehst du Twitter-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Twitter dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit, alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
Alle Akzeptieren
Einmal Akzeptieren

JUDE BELLINGHAM (17/1137/22):

Gehört zu den positiven Erscheinungen. Vor der Saison wurde der 17-Jährige für etwas mehr als 23 Millionen Euro aus Birmingham geholt. Sein enormes Potenzial blitzte im defensiven Mittelfeld immer wieder auf. Aber: Im Zweikampfverhalten (51 Prozent gewonnen) muss sich der 1,80 Meter große Engländer steigern. Manager Michael Zorc nahm das Top-Talent in die Pflicht, der Bellingham "in den kommenden Wochen noch konstanter auf hohem Niveau sehen" will. Note: 3

THOMAS DELANEY (29/1148/17):

Spielte der verletzungsanfällige Däne in der vergangenen Saison kaum, ist er jetzt wieder wichtig für den BVB. Im zentralen Mittelfeld tritt er als kompromissloser Abräumer auf. Seine Leistungen schwanken insgesamt aber auch zu sehr. Note: 3,5

MAHMOUD DAHOUD (25/507/8):

Weder unter Lucien Favre noch unter Edin Terzic hat Dahoud die erhofften Einsatzminuten bekommen. Der Nationalspieler ist zurzeit ganz weit weg von der Mannschaft, obwohl er - wie zum Beispiel beim 3:0 in Brügge - gute Leistungen zeigte. In den letzten sieben Ligaspielen spielte der Ex-Gladbacher aber nicht. Er wird sich in diesen Tagen mit den BVB-Bossen und seinen Beratern aussprechen und schauen, ob nicht eine Leihe sinnvoll wäre. Note: 3,5

JULIAN BRANDT (24/1135/25):

Eine große Enttäuschung bislang. Gegen Ex-Klub Leverkusen schoss der Mittelfeld-Star sein erstes (!) Bundesliga-Tor seit über einem Jahr (18. Januar 2020, 5:3 in Augsburg). Er steht neben sich und trifft oft die falschen Entscheidungen. Hält die Form an, muss er auch um die EM bangen. Note: 5

Julian Brandt gehört zu den Verlierern der Hinrunde beim BVB
Julian Brandt gehört zu den Verlierern der Hinrunde beim BVB © Imago

GIOVANNI REYNA (18/1652/25):

"The American Dream" - so nennt ihn Kumpel Haaland. Reyna zählt zu den Gewinnern einer insgesamt schwachen BVB-Hinrunde. Der 18-Jährige, mit dem die Borussia bis 2025 verlängert hat, schoss in seinen 25 Pflichtspiel-Einsätzen vier Tore und gab sechs Vorlagen. Keine Frage: Reyna ist ein belebendes Element in der Offensive. Aber auch er braucht noch mehr Konstanz. Mit Blick auf sein Alter sind die schwankenden Leistungen aber zu entschuldigen. Note: 2,5

MARCO REUS (31/1561/25):

Der Kapitän kommt in 25 Pflichtspielen auf 8 Torbeteiligungen (4 Tore/4 Assists) - an sich okay. Licht und Schatten aber auch bei ihm. Ist bereit, Verantwortung zu übernehmen, scheiterte aber bei seinen beiden Elfmeter-Versuchen. Immerhin spricht er - wie auch Hummels - Missstände offen an: "Gier, Konzentration, Wille - uns fehlt von allem etwas. Wir müssen jetzt punkten, sonst verlieren wir den Anschluss!" Note: 4

REINIER JESUS (19/136/8):

Kam vor der Saison von Real Madrid. Die Leihe läuft bisher aber für beide Seiten mehr als enttäuschend. Der Brasilianer kommt nur auf acht Kurzeinsätze und bietet sich im Training scheinbar nicht ausreichend genug an. Spielte zu wenig, um seriös benotet zu werden. Note: -

ANGRIFF

THORGAN HAZARD (27/632/12):

Eine schwere Saison für den Belgier, der wegen Muskelproblemen schon zwölf Mal fehlte. Einen fitten Hazard in Top-Form könnte der BVB aktuell mehr denn je gebrauchen. Hazard kam in seinen zwölf Einsätzen auf sechs Torbeteiligungen. Er könnte in der Rückrunde noch mal wichtig werden. Note: 3

JADON SANCHO (20/1689/22):

Der 100-Mio.-Mann war zu Saisonbeginn völlig von der Rolle. Das Wechsel-Theater im Sommer (Manchester United) hat dem 20-jährigen Engländer offensichtlich zugesetzt. Steigerte sich hintenraus aber und steht wettbewerbsübergreifend nun bei 17 Torbeteiligungen (6 Treffer/11 Assists). Dennoch: Die spielerische Freude und Leichtigkeit aus der Vorsaison ist noch nicht da. Note: 4

ERLING HAALAND (20/1472/18):

Der "Golden Boy" ist die personifizierte BVB-Lebensversicherung! Haaland traf in seinen 18 Hinrunden-Einsätzen 19 mal (12 mal in der Liga) und ist damit an 42 Prozent aller Tore beteiligt. Der Norweger rennt, ackert, kämpft, wühlt, schimpft, trifft, jubelt. Aber: Wenn er mal nicht trifft, hat der BVB ein gewaltiges Problem. Note: 2

Erling Haaland ist die Lebensversicherung des BVB
Erling Haaland ist die Lebensversicherung des BVB © Imago

YOUSSOUFA MOUKOKO (16/315/9):

Jüngster Bundesligaspieler- und Torschütze aller Zeiten. Der 16-Jährige schoss bei der U19 alles in Grund und Boden, merkt aber allmählich, dass in der Bundesliga ein anderer Wind weht. Bekommt unter Terzic mehr Spielanteile als unter Favre. Wenn er eingewechselt wird, hängt er sich voll rein. Ihm steht eine große Zukunft bevor. Note: 3

STEFFEN TIGGES (22/105/4):

Der 22-Jährige spielt eigentlich in der U23. Vier Mal wurde Tigges bei den Profis eingewechselt - reicht nicht für eine Bewertung. Note: -

Nächste Artikel
previous article imagenext article image