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Dortmund - Der Norweger zeigt beim Champions-League-Sieg von Borussia Dortmund beim FC Sevilla einmal mehr seine ganze Klasse - und weckt Befürchtungen.

Mit seinem Doppelpack schoss BVB-Stürmer Erling Haaland den FC Sevilla beim 3:2-Sieg fast im Alleingang ab - und sich nebenbei auch noch auf die Titelseiten der spanischen Zeitungen:

  • "Hurrikan Haaland trifft Sevilla! Haaland, das andere Tier (neben Kylian Mbappe)" (Marca)
  • "Haaland fegt Sevilla weg! Der Norweger war zu viel für Sevilla." (AS)
  • "Haaland zerstört Sevillas Traum" (Mundo Deportivo)

Der 20 Jahre alte Shooting-Star lässt die Fußball-Welt einmal mehr staunen.

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Haaland ist Mr. Champions League. Im Achtelfinal-Hinspiel machte er die Treffer 17 und 18 im 13. Königsklassen-Spiel für Salzburg und Dortmund. Er schnürte am Mittwochabend zudem seinen sechsten (!) Doppelpack in diesem Wettbewerb. Und: Mit acht Treffern führt der Norweger die Torschützenliste an – vor Superstars wie Mbappe (5), Cristiano Ronaldo (4), Lionel Messi (4) oder Robert Lewandowski (3).

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Haaland mit 41 Toren in 42 Pflichtspielen

Unglaublich: Haaland hat jetzt schon 41 Pflichtspiel-Tore in 42 BVB-Spielen erzielt.

Die Dortmund-Fans zittern schon und stellen sich die Frage: Bleibt Haaland auch über den Sommer hinaus bei uns?

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"Diese 'Wenn-Dann'-Fragen können wir stellen und beantworten, wenn es so weit ist", sagte BVB-Manager Michael Zorc am Mittwochabend bei Sky. "Wir wollen jetzt erstmal die Wende schaffen und uns wieder für die Champions League qualifizieren."

Das ist vor allem auch das unbedingte Ziel von Haaland. Der europaweit von Top-Klubs gejagte Angreifer, der fast täglich auf dem Weg zum BVB-Training die Champions-League-Hymne hört, hatte seinen Teamkollegen und der Vereinsführung zuletzt Druck gemacht: "Ich liebe die Champions League. Es war immer mein Traum, dort zu spielen. Hier glänzen die Stars. Ich will jede Saison dort spielen, für den Rest meiner Karriere. Das ist etwas, das ich auch von mir selbst erwarte."

Haaland nennt entscheidenden Faktor

In der Bundesliga steht der BVB momentan allerdings nur auf Rang sechs und hat sechs Punkte Rückstand auf Platz vier. Eine Saison in der Europa League oder gar in der neu geschaffenen Conference League wäre für Haaland ein schwer vorstellbarer Karriere-Rückschritt.

Unter die ersten vier zu kommen sei für den Stürmer "ohne Frage ein entscheidender Faktor", sagte er kürzlich dem norwegischen TV-Sender Viaplay. "Wir müssen das schaffen, ganz einfach!"

Fakt ist: Einen Exit gibt es für Haaland, der beim BVB einen Vertrag bis 2024 hat, in diesem Sommer nicht. Nach SPORT1-Informationen greift die Ausstiegsklausel in Höhe von 75 Millionen Euro erst im Sommer 2022.

Die BVB-Führungsriege betonte zuletzt auch immer wieder in Gesprächen mit SPORT1, dass man von einem Haaland-Verbleib ausgeht und den Super-Stürmer unbedingt halten will.

Mega-Angebot brächte den BVB ins Grübeln

Zuletzt sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke dem Kicker auf die Frage, ob Haaland nach der Saison geht: "Ich glaube nicht, dass das passieren wird. Erling und auch sein Berater Mino Raiola wissen, was sie an uns haben."

Der BVB möchte seinen Shootingstar grundsätzlich halten und rechnet nach SPORT1-Informationen fest mit einem Abgang von Flügelflitzer Jadon Sancho. Doch klar ist auch: Flattert im Sommer ein Mega-Angebot von mehr als 100 Millionen Euro ein, kämen die Dortmunder ins Grübeln.

Schließlich rechnet der Pott-Klub aufgrund der Corona-Pandemie und weiterhin ausbleibenden Zuschauereinnahmen mit Verlusten in Höhe von 75 Millionen Euro. Eine Saison ohne Champions League würde ein zusätzliches Loch von 40 Millionen Euro in die Vereinskasse reißen. Neben Sancho wäre man dazu gezwungen, einen weiteren Spieler zu verkaufen.

Haaland, dessen Marktwert laut transfermarkt.de auf 110 Millionen Euro beziffert wird, nimmt die Wechsel-Gerüchte gelassen. "Ich versuche im Hier und Jetzt zu leben", sagt der 1,94-Meter-Hüne. "Dortmund hat mich für viel Geld gekauft. Also ist es das Mindeste, dass ich alles für diesen Verein gebe."

Nach der Saison will er sich dann in Ruhe hinsetzen und diese für ihn persönlich jetzt schon unglaubliche Saison reflektieren. "Ich werde mir eine Minute nehmen und darüber nachdenken, was ich in der letzten Saison alles geleistet habe."

Dann wird er sicher auch nach vorne blicken und über seine Zukunft entscheiden.

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