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Für Borussia Dortmund gerät die Qualifikation zur Champions League in immer akutere Gefahr. Der BVB sollte über eine Alternative für Trainer Edin Terzic nachdenken. Der SPORT1-Kommentar.

Nach dem nächsten Rückschlag äußerte Mats Hummels wie gewohnt offen seine Meinung. Diesmal aber bürstete er sie eher gegen den Strich.

"Seitdem Edin als Cheftrainer arbeitet, sind sehr viele Dinge sehr viel besser geworden – nur die Ergebnisse stimmen leider nicht", sagte Dortmunds Abwehrchef nach dem 1:2 beim SC Freiburg – und nahm Trainer Edin Terzic ausdrücklich in Schutz.

Die Stimmungslage bei vielen BVB-Fans ist eine andere. Selbst für den Lieblingsgegner, gegen den die Dortmunder zuvor 16 Siege und 3 Remis in den vergangenen 19 Duellen vorwiesen, reicht es nicht. Es brodelt gewaltig.

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Moukoko beschämt Rest der Truppe

Beschämend sei es für den Rest der Mannschaft, dass in Youssoufa Moukoko ein 16-Jähriger mehr Dampf mache als der Rest der Truppe, twitterte ein schwarz-gelber Anhänger.

Manch einer forderte elf Kevin Großkreutz auf dem Platz und eine entsprechend andere Mentalität.

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Bei der Kritik ist Trainer Edin Terzic längst nicht mehr außen vor.

Vier Siege aus neun Spielen kann Terzic vorweisen – nur. Viele sagen: Das hätte Vorgänger Lucien Favre auch geschafft. Mindestens.

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Viel wichtiger aber ist die Frage: Wie geht es mit Terzic weiter, schafft der unerfahrene Cheftrainer die auch finanziell so wichtige Qualifikation für die Champions League?

Die Zweifel mehren sich und sind angebracht.

Terzic kann Probleme nicht abstellen

Richtig ist: Unter Terzic tritt die Mannschaft etwas kämpferischer und robuster auf als unter Taktik-Nerd Favre. Allein das reicht nicht.

Auch Terzic schafft es nicht, die eklatanten Fehlpässe seiner Spieler – allen voran Julian Brandt – abzustellen. Unter ihm bleibt der BVB zu anfällig für Gegentore. Agieren Leistungsträger wie Kapitän Marco Reus weiter unter Bestform. Ist diese mit Stars gespickte Mannschaft ein zerbrechliches Gebilde ohne Konstanz. Fehlen gegen leidenschaftlich verteidigende Mannschaften taktische Mittel und Biss.

Eigentlich alles beim Alten also. Oder eher noch schlimmer.

Terzic mag nicht das Hauptproblem sein, aber er bekommt die Probleme nicht in den Griff.

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Nach SPORT1-Informationen wollen die BVB-Verantwortlichen um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Zorc mit voller Überzeugung die restliche Saison mit Terzic bestreiten und keinen weiteren Trainerwechsel vornehmen.

Im Sommer kann es zu spät sein

Die Zusammenstellung der Mannschaft ist als Grundübel ausgemacht worden. Dort soll im Sommer der Hebel angesetzt werden, dann wohl mit einem neuen Trainer - womöglich Marco Rose von Borussia Mönchengladbach.

Nur könnte es dann schon zu spät sein.

Denn eine verpasste Champions-League-Qualifikation hätte gravierende Auswirkungen – noch dazu in der wirtschaftlich so schwierigen Coronazeit. Jadon Sancho und auch ein Ausnahmespieler wie Raphael Guerreiro wären dann kaum zu halten.

Es wäre fahrlässig, eine Alternative auf der Trainerbank nicht in Betracht zu ziehen. So rennt der BVB blindlings ins Verderben.

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