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Der BVB ist derzeit auf Gedeih und Verderb auf Erling Haalands Tore angweisen. Ohne den Norweger geht bei Dortmund offensiv so gut wie gar nichts. Das hat Folgen.

Grünes Licht für Erling Haaland, aufatmen bei allen BVB-Fans!

Der Borussen-Bomber kann im wichtigen Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstagabend gegen den FC Sevilla (ab 21.00 Uhr im LIVETICKER) auflaufen.

Trainer Edin Terzic sagt über den Norweger, der das Abschlusstraining am Montag voll durchziehen konnte: "Ihm geht es gut. Der Schlag beeinträchtigt ihn nicht. Wir gehen davon aus, dass er spielen kann."

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Dass Haaland fit ist, ist für den BVB enorm wichtig. Mit dem 20-jährigen Ausnahme-Stürmer steigen die Chancen auf das erstmalige Erreichen des Viertelfinals seit 2017 um ein Vielfaches.

Haaland gegen Sevilla einsatzbereit

"Erling hatte ein paar Probleme an der Achillessehne", sagt Lizenzspielerchef Sebastian Kehl zu SPORT1. "Wir sind froh, dass nicht mehr passiert ist. Er wird gegen Sevilla spielen können, was extrem wichtig für uns ist. Erling ist für uns durch seine extreme Torgefahr einfach nicht zu ersetzen."

Die Haaland-Zahlen sprechen für sich:

  • In 46 BVB-Spielen erzielte der Ex-Salzburger 45 Tore
  • In 28 Pflichtspielen in dieser Saison schoss er 29 Treffer
  • Die Champions League ist sein Wettbewerb: In 13 Spielen machte er 18 Buden
  • Im laufenden Wettbewerb sind es schon acht Tore in fünf Spielen

Der BVB steckt allerdings auch in der Haaland-Klemme!

Denn klar ist: Spielt der Norweger nicht oder wird, wie beim 2:4 am Wochenende bei den Bayern ausgewechselt, geht bei Dortmund offensiv so gut wie nichts mehr. Nach einem Schlag auf die Achillessehne wurde der 110-Millionen-Mann in München durch Steffen Tigges ersetzt, der eigentlich in der U23 kickt.

Terzic erklärt den Haaland-Wechsel

Terzic überraschte nach dem Bayern-Spiel mit folgender Aussage: "Für uns war klar, dass Erling das Spiel nicht beenden wird, wenn er von Anfang an spielt. Er spielt hervorragend. Wir müssen aber aufpassen und ihn beschützen, weil er sehr, sehr viel spielt."

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Wie hat der 38-Jährige das gemeint? Terzic erklärt auf SPORT1-Nachfrage: "Erling ist ein junger Kerl, der immer 100 Prozent gibt. Er hat sehr viel gespielt zuletzt. Wir müssen bei ihm immer ein Auge drauf werfen, um Verletzungen zu vermeiden. Wir verzichten lieber auf die eine oder andere Minute in einem Spiel als wochenlang auf ihn. Wir messen ständig seine Werte. Wenn wir das Gefühl haben, dass wir aufpassen müssen, werden wir das tun."

Auch Ex-Trainer Lucien Favre hat seinerzeit gebetsmühlenartig darauf hingewiesen, dass man bei Haaland mit Blick auf sein noch junges Alter Vorsicht walten lassen müsse.

Den BVB-Bossen ist diese Problematik natürlich ebenfalls bewusst. Sie stecken mit Blick auf den Sommer in einer Art Haaland-Klemme: Holt man vielleicht doch einen erfahrenen Sturm-Joker, der sich hinter dem Mega-Talent auf die Bank setzt? Im Winter war der BVB bereits an Inter-Star Ivan Perisic dran (SPORT1 berichtete). Mit einem Sturm-Zugang würde man allerdings jemanden vor die Nase von Youssoufa Moukoko setzen und die Entwicklung des Wunderkindes bremsen.

Reus: Viertelfinale Ansporn für alle

Marco Reus sieht aktuell kein Haaland-Problem. "Wir sind im offensiven Bereich total flexibel", sagt der Kapitän. In Thorgan Hazard sei wieder ein Top-Angreifer nach Verletzung zurückgekehrt, der "uns mehr Möglichkeiten auf der Position" gibt.

Über Sturm-Kollege Haaland sagt Reus: "Es ist schön, dass wir mit Erling jemanden haben, der so viel Torgefahr ausstrahlt. Er bindet zwei, drei Gegenspieler, sodass andere wiederum die Möglichkeiten haben, sich zu entfalten. Das ist ein Plus."

Mit dem 3:2-Sieg in Sevilla hat sich der BVB eine ordentliche Ausgangslage verschafft. "Wir möchten die große Chance nutzen, nach längerer Zeit mal wieder ins Viertelfinale der Champions League einzuziehen", sagt Kehl zu SPORT1.

Und weiter: "Das wäre sportlich und auch wirtschaftlich sehr wichtig. Und ein Weiterkommen in der Champions League würde uns auch für die anderen Wettbewerbe einen Extra-Schub geben. Die Ausgangssituation dafür ist sehr gut. Sevilla wird sich aber nicht aufgeben und mit dem Messer zwischen den Zähnen zu uns reisen."

Reus, der bereits 47 Champions-League-Spiele (17 Tore) für den BVB bestritten hat und zum dritten Mal mit der Borussia in ein Champions-League-Viertelfinale einziehen könnte, bläst zum Angriff: "Ein Weiterkommen würde uns alle unheimlich stolz machen. Wir waren lange nicht mehr im Viertelfinale – das ist Ansporn für uns alle!" 

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