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Erling Haaland ist weiter in absoluter Topform. Das gilt allerdings nicht für den BVB, der nicht nur um die Teilnahme an der Champions League bangen muss.

Kein Abklatschen mit den Mitspielern, kein Austausch mit Trainer Edin Terzic: 14 Sekunden nach dem Abpfiff von Schiedsrichter Daniel Siebert war Erling Haaland nach dem 2:2 beim 1. FC Köln völlig frustriert in den Katakomben des Stadions verschwunden.

Schon in der Halbzeitpause soll Haaland richtig sauer gewesen sein. "F*** this bullshit!" soll der Angreifer laut einigen Anwesenden im Spielertunnel gerufen haben.

Kein Wunder: Die Punkteteilung beim Abstiegskandidaten war für Borussia Dortmund nach zuletzt aufsteigender Form ein herber Rückschlag im Kampf um die Champions League. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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Haaland trifft zum dritten Mal in Serie auswärts doppelt

Und wäre Haaland nicht gewesen, wäre der BVB wohl ganz mit leeren Händen nach Hause gereist. Der 20-Jährige erzielte beide Treffer, es war der dritte Auswärts-Doppelpack in Folge des Norwegers und die Tore 20 und 21 in seinem 21. Saisonspiel.

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Über Haalands Wut-Anfälle sagte Edin Terzic: "Erling hatte fünf Abschlüsse und macht wieder zwei Tore. Trotzdem sieht man seine Enttäuschung heute, weil er den Platz mit drei Punkten verlassen wollte. Dieser Siegeswille zeichnet ihn aus. Das zeigt er uns jeden Tag und euch ein oder zwei Mal die Woche." 

Haaland selbst wollte nach dem Remis kein Interview geben. Auf Twitter schrieb er: "Kein tolles Resultat. Wir werden das als Motivation nehmen, um noch stärker zurückzukommen. Danke an alle BVB-Fans für die Unterstützung."

BVB liegt vier Punkte hinter einem Champions League-Platz

Der Rückstand auf Platz vier ist nach dem Erfolg von Eintracht Frankfurt gegen Union Berlin auf vier Zähler angewachsen. Nach der Länderspielpause kommt es dann zum direkten Aufeinandertreffen mit den Hessen.

Sollten die Dortmunder als Verlierer vom Feld gehen, wären die Champions League-Plätze in weiter Ferne. Und eines ist sicher: Mit der Europa League oder gar der Conference League gibt sich Haaland nicht zufrieden.

Der Top-Stürmer will auch in der nächsten Saison unbedingt auf der ganz großen Bühne spielen – und das (eigentlich) am liebsten mit dem BVB.

Haaland: "Ich liebe die Champions League"

"Ich liebe die Champions League. Es war immer mein Traum, dort zu spielen. Hier glänzen die Stars. Ich will jede Saison dort spielen, für den Rest meiner Karriere. Das ist etwas, das ich auch von mir selbst erwarte", betonte der 1,94-Meter-Hüne jüngst.

Bei Nicht-Erreichen der Königsklasse schwinden die Chancen auf einen Haaland-Verbleib, wenngleich der Stürmer erst im Sommer 2022 eine Ausstiegsklausel hat. Doch die europäischen Top-Klubs stehen längst Schlange. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Real Madrid plant spanischen Medienberichten zufolge ein 160-Millionen-Euro-Paket für Haaland. 120 Millionen Euro Ablöse sollen für den BVB und der Rest an Berater Mino Raiola und Papa Alf-Inge gehen.

Effenberg: "Du kannst und darfst Haaland nicht abgeben" 

Im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 machte sich SPORT1-Experte Stefan Effenberg für einen Verbleib Haalands stark: "Haaland musst du halten für die Community, für die Fans, für das Umfeld. Du kannst und darfst Haaland nicht abgeben." 

Und weiter: "Du siehst mit der Verpflichtung von Haaland, wie alle anderen so ein bisschen untergehen. Reus, der auch ein Gesicht war, oder Sancho. Du siehst, dass Haaland so extrem wichtig ist. Wenn du so einen in der Mannschaft hast, da würde ich lieber den ein oder anderen abgeben, aber den darfst du nicht abgeben."

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Nicht nur für Dortmund, auch für die Attraktivität der Bundesliga wäre es gut, wenn Haaland noch ein weiteres Jahr bei den Schwarz-Gelben spielen würde.

"Wir werden ihm weiterhelfen, damit er uns weiterhelfen kann", machte Terzic deutlich. "Wir sind sehr froh, dass er bei uns ist."

Bei RB Leipzig müsste sich Haaland keine Sorgen um die Teilnahme an der Königsklasse machen, doch der Torjäger entschied sich Ende 2019 schließlich gegen einen Wechsel zu den Sachsen.

Mintzlaff: "Das finanzielle Paket hätten wir so nicht stemmen können"

"Wir saßen zusammen, die Entscheidung für uns war entweder Leipzig oder Dortmund. Das finanzielle Paket hätten wir so nicht stemmen können, das hätte unser Gehaltsgefüge komplett durcheinander gebracht", blickte der RB-Vorstandsvorsitzende Oliver Mintzlaff im CHECK24 Doppelpass zurück. 

"Ich glaube, wenn wir das getan hätten, dann wäre er trotzdem nach Dortmund gewechselt. Denn wir hatten zu diesem Zeitpunkt Timo Werner, wir waren Tabellenführer. Und in Dortmund hat man genau seine Position gesucht und ihm gesagt, hier spielst du von Anfang an. Deswegen konnte ich seine Entscheidung dann auch nachvollziehen."

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