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München - Lothar Matthäus war der letzte deutsche Weltfußballer. Für Bayern-Trainer Hansi Flick hat Joshua Kimmich auch das Zeug dazu. Flick nennt auch Gründe.

30 Jahre ist es her, dass Lothar Matthäus zum Weltfußballer gekürt wurde.

Mit Robert Lewandowski hat nun im vergangenen Jahr wieder ein Spieler des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München die Wahl gewonnen. Aber ein Deutscher ganz vorne? Das gab es seit Matthäus nicht mehr.

Einer, der in dieser Hinsicht in die Fußstapfen des Rekordnationalspielers treten und endlich den Fluch der langen Durststecke brechen könnte, ist: Joshua Kimmich.

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FC Bayern: Flick traut Kimmich Weltfußballer-Titel zu

"Ja, das traue ich ihm schon zu", betonte sein Trainer Hansi Flick auf der Pressekonferenz vor dem Spiel der Münchner gegen den VfB Stuttgart. (Bundesliga: FC Bayern - VfB Stuttgart ab 15.30 Uhr im LIVETICKER)

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Als Begründung führte Flick die aktuelle Topform seines Mittelfeld-Antreibers an. Beim 2:1-Sieg im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Lazio Rom wurde Kimmich zum Spieler des Spiels bestimmt.

"Was er da gezeigt hat und wie er sich aus Situationen immer wieder löst, immer wieder die richtige Entscheidung trifft und wie er das Spiel selbst bestimmt, indem er Pässe mal schneller spielt oder mal das Tempo rausnimmt - das ist eine Qualität, die er hat", schwärmte Flick.

Der lange als Rechtsverteidiger agierende Kimmich ist bei Flick im Zentrum auf der Sechs gesetzt. Dort kommen seine Fähigkeiten noch besser zur Geltung. "Er ist technisch sehr versiert, hat ein taktisches Verständnis, das ist auf diesem Niveau herausragend", sagte Flick. "Deswegen kann ich mir sehr gut vorstellen, dass er irgendwann einmal da an erster Stelle steht. Und mit Sicherheit hat er auch den Ehrgeiz."

Kimmich als zukünftiger Kapitän

Immer wieder geht der 26-Jährige als Leader voran. Neben Thomas Müller ist Kimmich während der Geisterspiele als einer der lautstärksten Antreiber immer wieder gut hörbar.

Kimmich gilt längst als künftiger Kapitän und schon jetzt als Gesicht des FC Bayern. Auch in der Nationalmannschaft führt über kurz oder lang wohl kein Weg an ihm als Kapitän vorbei. 

Flick lobte Kimmichs tadellose Einstellung zuletzt immer wieder. Beeindruckend war auch, wie schnell er sich von seinem Meniskusschaden erholte, den er sich Ende 2020 zugezogen hatte. 

Auf dem Platz wirkt Kimmich als Person mindestens fünf Jahre älter. Sein Körper scheint allerdings der eines 20-Jährigen zu sein, als lege er gerade erst los. 

Kimmich hat international schweren Stand

Die Voraussetzungen auf einen Titel als Weltfußballer sind also da. Es gibt allerdings ein Problem: Kimmich hat es aufgrund seiner Position im defensiven Mittelfeld im internationalen Standing mit Blick auf die Weltfußballerwahl schwer.

Dominiert wurde die Wahl in der Vergangenheit immer von Offensivstars, vor Lewandowskis Kür wechselten sich in den vorangegangenen Jahren Lionel Messi und Cristiano Ronaldo ab - allerdings mit einer Ausnahme: 2018 durchbrach mit Luka Modric ebenfalls ein Sechser die Vorherrschaft der Angreifer. Zuvor bildete 2006 die Wahl des Innenverteidigers Fabio Cannavaro eine seltene Ausnahme.

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Natürlich helfen auch Titel in der öffentlichen Wahrnehmung, vor allem auch international. Die Bayern haben mit dem Sextuple alles abgeräumt, was es zu gewinnen gibt, was sicher auch zur zweifellos verdienten Ehrung Lewandowskis geführt hat.

Doch das Titel allein auch keine Garantie für individuelle Ehrungen darstellen, zeigt auch die Tatsache, dass Kimmich auf der im vergangenen November von der FIFA präsentierten Liste der elf Nominierten für die Wahl zum Weltfußballer fehlte.

Doch eines wird Kimmich definitiv nicht: aufgeben.

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