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München - Nachdem Aus von Sport-Vorstand Jochen Schneider ist dessen Nachfolge bei Schalke 04 noch offen. Es gibt Pläne für eine Rückholaktion von Ralf Rangnick.

Er wurde zuletzt auch als neuer Bundestrainer gehandelt, doch der Deutsche Fußball-Bund ist nicht das einzige mögliche Ziel für Ralf Rangnick.

So gibt es rund um den FC Schalke 04 Pläne für eine spektakuläre Rückholaktion Rangnicks.

Der 62-Jährige könnte bei Schalke neuer Sportvorstand werden und damit Nachfolger von Jochen Schneider. Entsprechende Berichte der Bild-Zeitung und der WAZ kann SPORT1 bestätigen.

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Es gibt eine Geheimgruppe aus Wirtschaft, Sponsoren und Politik (insgesamt ca. zwei dutzend Personen), die Teilen des Schalker Aufsichtsrates nahesteht und Rangnick als starken Mann installieren will. Diese Gruppe, die die aktuelle Lage mit Sorge betrachtet und im Sommer Repräsentanten für die Wahl des Aufsichtsrats aufstellen will, hat bereits Gespräche mit der Rangnick-Seite geführt. Ihn reizt die Aufgabe eines kompletten Neuaufbaus, mit Schalke verbinden ihn große Emotionen.

Rangnick auf Schalke? Aufsichtsrat uneins

Allerdings müsse der Job genau definiert werden und auf jeden Fall als langfristiges Projekt angelegt werden. Es geht um mindestens drei Jahre. Nach SPORT1-Informationen würde Peter Knäbel in diesem Fall wieder in die Knappenschmiede wechseln. Ein konkretes Angebot gibt es von Vereinsseite allerdings noch nicht. Das bestätigte Rangnicks Berater Marc Kosicke SPORT1

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Entscheidend dafür: Am Freitag diskutierte der Aufsichtsrat die Zukunft des schwer angeschlagenen Traditionsklubs und auch Rangnick. Nach SPORT1-Informationen sind definitiv drei Aufsichtsratsmitglieder für Rangnicks Rückkehr: Stefan Gesenhues, Dirk Metz und Matthias Rüter. Es gibt aber auch einige Mitglieder - aktuell noch die Mehrheit -, die gegen Rangnick sind.

Schalker Aufsichtsrat gibt Statement ab

Damit der Weg für Rangnick frei ist, bräuchte es eine einfache Mehrheit der 11 Mitglieder.

Am Freitagabend veröffentlichte der Klub ein Statement. Demnach habe der Aufsichtsrat seinen Vorsitzenden Dr. Jens Buchta gebeten, die Entscheidung zur Besetzung des neuen Sportvorstands vorzubereiten. Es sei fortlaufender Prozess. "Der Aufsichtsrat wird keinerlei Stellungnahme zu möglichen oder gehandelten Kandidaten abgeben, was grundsätzlich auch so bleiben wird", hieß es in der Mitteilung.

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Zudem gäbe es keine "Voreinigung" zwischen dem FC Schalke 04 und Ralf Rangnick oder seinem Berater. "Unabhängig von den Vorgängen ist und bleibt Ralf Rangnick ein hochgeschätzter Fachmann und gern gesehener Ex-Schalker", hieß es in dem Statement.

Rangnick war bereits von 2004 bis 2005 und von März 2011 bis September 2011 als Trainer für die Königsblauen tätig.

Daum: "Rangnick kann Schalke von Grund auf neu gestalten"

Für Christoph Daum ist es keine Frage, ob die Zusammenarbeit zwischen Rangnick und Schalke auch ein drittes Mal funktionieren würde. Für den langjährigen Bundesligatrainer hat der Job auf Schalke sogar einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem des Bundestrainers.   

"Rangnick kann Schalke von Grund auf neu gestalten. Dort wird er die Schlüsselrolle einnehmen, Cheftrainer und Sportdirektor in einer Person sein", sagte Daum bei SPORT1. "Beim DFB trifft er auf bestehende, eingefahrene Strukturen, die seine Handlungs und Entscheidungskompetenzen einschränken."

Daum weiter: "Im Verband zu arbeiten, heißt auf einer soliden Basis Kompromisse zu finden, auf Schalke zu arbeiten, heißt unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen eigenverantwortlich einer Neuaufbau zu starten. Beide Optionen sind herausfordernd, doch auf Schalke bieten sich für Rangnick die größeren Gestaltungsmöglichkeiten.

Zuletzt hatte sich Rangnick im Sportschau Club der ARD zu seiner Zukunft geäußert. "Ich würde noch gern eine weitere schöne Aufgabe übernehmen, gern auch bei einem Traditionsverein - aber wo man nicht unbedingt in der 3. oder 4. Liga anfangen muss. Und dann tatsächlich alle Dinge, die wir bei RB Leipzig gemacht haben, unter Anwendung neuester State-of-art-Technologie bei einem Traditionsklub zu machen."

Nun könnte der früherer Macher von Hoffenheim und Leipzig ein drittes Mal bei Schalke anheuern - diesmal in anderer Funktion, um den anstehenden Neuaufbau beim akut abstiegsgefährdeten Tabellenletzten der Bundesliga einzuleiten.

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