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München - Hansi Flick ist beim FC Bayern fortan auf Abschiedstournee. Hinter den Kulissen basteln die Verantwortlichen ab sofort an einer Nachfolger-Lösung.

In 33 Tagen wird Hansi Flick zum vorerst letzten Mal auf der Trainerbank des FC Bayern sitzen. Am 34. Spieltag gegen den FC Augsburg in der heimischen Allianz Arena. 

SPORT1 erfuhr: Die Verantwortlichen sind nach Flicks TV-Alleingang und seiner Ich-möchte-den-Verein-verlassen-Ansage gelinde gesagt sehr enttäuscht und planen zur neuen Saison mit einem anderen Trainer auf der Bayern-Bank.

Jetzt startet die Trainersuche!

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Nagelsmann Topkandidat beim FC Bayern

Nach SPORT1-Informationen ist Julian Nagelsmann der Topfavorit! Der 33 Jahre alte Fußballlehrer steht bei RB Leipzig noch bis 2023 unter Vertrag und hat keine Ausstiegsklausel. Nur sehr ungern würde der Tabellenzweite ihn ziehen lassen.

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Doch legen die Bayern mindestens 15 Millionen Euro auf den Tisch und drückt der umworbene Top-Trainer auch vehement seinen Wechselwunsch aus, darf er gehen. In München wissen sie das. RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Sportdirektor Markus Krösche sind seit Wochen auf einen Anruf aus dem Bayern-Lager vorbereitet.

Vorteil Bayern: Leipzig hat bereits einen Nagelsmann-Nachfolger in der Hinterhand (SPORT1 berichtete exklusiv).

Nagelsmann selbst beteuerte zuletzt, dass weder er noch seine Berater bereits Gespräche mit den Verantwortlichen der Münchner geführt hätten. Diese dürften aber bald folgen, weil Bayern-Fan Nagelsmann (geboren im bayerischen Landsberg am Lech) im zweiten Anlauf Bayern-Trainer werden soll.

Diesmal wird er nicht für die U19 angefragt, wie es der frühere Bayern-Direktor Michael Reschke im SPORT1-Podcast "Meine Bayern-Woche" im Rückblick auf vergangene Verhandlungen verraten hat.

Auch ten Hag von Ajax wieder Thema

Ab der kommenden Saison soll er Sextuple-Trainer Flick bei den Profis beerben, der die Münchner aufgrund seiner Auseinandersetzungen mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic verlassen will. Dazu passt: Ehrenpräsident Uli Hoeneß ist großer Nagelsmann-Fan und Salihamidzics Ziehvater und Flüsterer. Der Sportvorstand wird maßgeblich mit der Trainersuche vertraut sein, wenngleich auch er nach den jüngsten Vorkommnissen intern auf dem Prüfstand steht.

Ein weiterer Name, der in den Köpfen der Bosse zumindest herumschwirrt, ist wieder einmal Erik ten Hag. Doch der 51 Jahre Niederländer und frühere Trainer von Bayern II steht ebenfalls unter Vertrag - noch bis 2022 bei Ajax Amsterdam. Er war bereits vor und nach Niko Kovac ein Kandidat.

Was die Trainersuche der Bayern erschwert: Nahezu alle interessanten Kandidaten (Nagelsmann, ten Hag, Jürgen Klopp, Thomas Tuchel) haben laufende Arbeitspapiere und sind, wenn überhaupt, nur gegen eine hohe Ablöse zu bekommen.

Flick soll nicht kostenlos gehen 

Weil die Bayern-Bosse wissen, dass Wunschkandidat Nagelsmann eine Trainer-Rekordablöse kosten wird, wollen sie Flick nicht so einfach hergeben.

Den Trainer gegen seinen Willen zu halten, ist derzeit kein Thema. Auch der Trainer soll nicht damit rechnen, Steine in den Weg gelegt zu bekommen. Doch die Bayern streben eine Art Kompensationszahlung an. So soll ein ablösefreier Abgang Flicks und ein dadurch drohender und möglicher ablösefreier Wechsel zum DFB vermieden werden, zumal die Bayern dem Verband intern zumindest eine Mitschuld an ihrem aktuellen Trainerbank-Chaos geben.

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Finale Gespräche über das Flick-darf-gehen-wenn-Modell zwischen der Bayern-Führung und dem Noch-Trainer sollen wie von allen Seiten geplant nach dem kommenden Auswärtsspiel bei Mainz 05 stattfinden, da die Bayern anschließend zwei Wochen spielfrei haben. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Umso enttäuschter sind die Verantwortlichen von Flick, dass er trotz dieser internen Absprache eigenmächtig an die Öffentlichkeit ging. Flick indes wollte endlich für Klarheit sorgen.

Flick erklärt sein Vorpreschen

"Die Mannschaft sollte von mir erfahren, dass ich den Verein gebeten habe, meinen Vertrag am Ende der Saison aufzulösen. Für mich war es eine spontane Sache, dass ich die Mannschaft nach dem Spiel informiert habe", erklärte Flick am Montag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen noch einmal seine Beweggründe: "Für mich ist es dann der logische Schritt gewesen, der Öffentlichkeit zu sagen, dass es so ist. Damit ich nicht weiter rumeiern muss."

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Flick hat alles gesagt, die Bosse schweigen weiter und brachten ihre Meinungen stattdessen am Sonntag in einer Vorstandsmeldung zum Ausdruck.    

Zwar "missbilligen" sie Flicks Alleingang. Eine Entlassung des Erfolgstrainers ist aber kein Thema, denn das oberste Ziel aller Beteiligten ist der Gewinn der Meisterschaft. Es wäre die neunte in Folge.

Die zehnte soll dann Nagelsmann holen.

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