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Werder Bremen hat sieben Bundesliga-Spiele in Folge verloren
Werder Bremen hat sieben Bundesliga-Spiele in Folge verloren © Imago
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Berlin - Werder Bremen kassiert bei Union Berlin die 7. Bundesliga-Niederlage in Serie. Durch die Horror-Serie rutschen die Norddeutschen immer tiefer unten rein.

Sieben Bundesliga-Niederlagen in Serie!

Die Horror-Serie von Werder Bremen geht weiter - und nach dem 1:3 (0:0) bei Union Berlin wird die Angst im hohen Norden vor dem ersten Abstieg seit 1980 immer größer. (Der Spielverlauf zum Nachlesen im TICKER)

Mit 30 Punkten steht Werder nur noch einen Zähler vor dem 1. FC Köln (Relegationsplatz), der am Freitag erneut gewann, und vier vor Hertha BSC. Die Berliner haben nach ihrem Corona-Chaos aber noch drei Nachholspiele.

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Unions Joel Pohjanpalo (50./53./67.) schoss Bremen mit seinem Hattrick am Samstag noch tiefer in den Abstiegsstrudel. Zuletzt hatte der Finne am 10. September 2016 drei Tore in einem Spiel erzielt. Theodor Gebre Selassie (83.) betrieb nur noch Ergebniskosmetik. (Bundesliga: Die Tabelle)

Der CHECK24 Doppelpass mit Roman Weidenfeller und Peter Neururer am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

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Kohfeldt: "Das war schlecht"

Werder-Trainer Florian Kohfeldt wollte dann auch nichts beschönigen. "Das war schlecht", sagte er bei Sky: "Wir haben in der ersten Halbzeit defensiv dagegengehalten, offensiv aber überhaupt nicht stattgefunden. Dann haben wir in der zweiten Halbzeit 15 Minuten einen kompletten Blackout. Wir können nicht erst aufwachen, wenn wir ein Gegentor bekommen. Das muss vorher passieren."

Seine Spieler sahen es ähnlich. "Die erste Halbzeit war ok, der Anfang der zweiten sehr schlecht. Davon kommst du nicht mehr zurück", ärgerte sich Maximilian Eggestein: "Die Gegentore waren zu einfach. Das fühlt sich im Moment sehr schlecht an."

Kapitän Niklas Moisander klagte: "Wir hatten einen Blackout von 15 Minuten. Dann war das Spiel vorbei. Das darf nicht passieren. Wir müssen schauen, dass wir als Mannschaft dagegenhalten. Letztes Jahr haben wir gezeigt, dass wir das können."

Werder Bremen taumelt tiefer in Abstiegszone

Zuletzt gewann Werder am 10. März gegen Arminia Bielefeld (2:0) und war zu diesem Zeitpunkt noch auf Platz 12 mit neun Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. (Bundesliga: Ergebnisse und Spielplan)

Seitdem setzte es für den Pokal-Halbfinalisten in der Bundesliga aber nur noch Niederlagen gegen Bayern (1:3), Wolfsburg (1:2), Stuttgart (0:1), Leipzig (1:4), BVB (1:3), Mainz (0:1) und nun Berlin.

Und auch das Restprogramm macht Bremen nicht unbedingt Hoffnung. Werder muss unter anderem noch gegen die Europa-Aspiranten Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach ran. (SERVICE: Das Restprogramm der Abstiegskandidaten)

Kohfeldt gab mit Blick auch die Erfolge der Konkurrenz (Köln-Sieg, Mainz schlägt Bayern) zu: "Das beunruhgit mich. Wir sind in einer kribbeligen Phase. Die Situation ist sehr gefährlich."

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

Das Restprogramm von Werder Bremen im Abstiegskampf:

Bayer Leverkusen (H)
FC Augsburg (A)
Borussia Mönchengladbach (H)

Bremen versucht es defensiv

Bremen konzentrierte sich zunächst auf das Spiel gegen den Ball. Trainer Florian Kohfeldt ging mit drei defensiven Mittelfeldspieler auf Nummer sicher. 

Ein kultivierter Spielaufbau war nicht zu erkennen, meist wurde der Ball hoch nach vorne gedroschen, ohne dabei eine der drei nominellen Spitzen zu finden. Milot Rashicas Flachschuss (22.) sorgte zumindest für etwas Gefahr.

Union wollte das frühe Tor. Die Gastgeber wirkten deutlich entschlossener, pressten hoch und ließen die Gäste kaum zum Durchatmen kommen. Die Folge war eine optische Überlegenheit und eine Reihe von Eckstößen, mehr aber auch nicht.

Max Kruse war gegen seinen Ex-Klub durchaus engagiert, bot sich oft zwischen den Linien an, wurde aber auch gut von der Bremer Defensive zugestellt und musste zur Halbzeit leicht angeschlagen in der Kabine bleiben.

Standard von Union hebelt Werder aus

Zur Führung benötigten die Gastgeber allerdings eine Standardsituation. Nach einer erneuten Ecke kam Pohjanpalo an den Abpraller und schoss ungehindert aus kurzer Distanz ein.

Drei Minuten später war der Finne nach einer Kopfball-Vorlage des eingewechselten Petar Musa erneut zur Stelle und besorgte das beruhigende 2:0. Kurz danach (59.) hätte Musa fast auf 3:0 erhöht.

Wie reagiert Werder? Enttäuschend. Den Gästen fiel im Spiel nach vorne weiterhin wenig ein, Union blieb die bestimmende Elf und hatte eine Vielzahl weiterer guter Einschussmöglichkeiten. Der dritte Treffer von Pohjanpalo sorgte für die Entscheidung.

Die Eisernen blieben auch im 15. Heimspiel in Folge ungeschlagen und dürfen mit 46 Punkten weiter in Richtung internationale Plätze schielen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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