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Das miserable Abschneiden in der Champions League muss dem deutschen Fußball die Augen öffnen. Die Premier League dient als Vorbild. Der SPORT1-Kommentar.

Nein, der deutsche Fußball gibt seit Monaten nicht wirklich ein gutes Bild ab! Deshalb: Ja, wir müssen etwas tun in Fußball-Deutschland gegen das Zweitliga-Dasein. Die WM war schon nichts, das aktuelle Aus für alle deutschen Klubs in der Champions League mit 3:17 Toren in den Achtelfinals ist blamabel, ebenso wie der missratene Umgang mit Weltmeistern.

In der Nations League haben wir die Zweitklassigkeit schon Schwarz auf Weiß. Die Klubs, die Bundesliga, die Nationalmannschaft, der DFB müssen sich als Einheit mit einer gemeinsamen Idee präsentieren. Der deutsche Fußball braucht eine Agenda 2020 und einen Joachim Löw mit frischen Ideen.

Die Premier League zeigt, wie es geht

Die Premier League ist ein Vorbild, stellt im Viertelfinale der Champions League die Hälfte der acht Teams. Ja sicher - Klubs wie Liverpool und Manchester City kaufen Spieler für 80 und 90 Millionen Euro. So viel Geld kann nur der FC Bayern investieren, sonst kein Bundesligist.

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So viel Geld bringt Rendite. In diesem Umfeld der Top-Spieler wachsen alle.

Englische Klubs haben zudem in den letzten Jahren Millionen in Nachwuchsarbeit und Talente investiert, die besten Trainer geholt. Taktisch versierter, technisch, motorisch und athletisch besser ausgebildet. Eine ganze Liga zieht sich nach oben. Davon hat auch die englische Nationalmannschaft profitiert.

Mit Ajax Amsterdam und dem FC Porto gibt es zudem Beispiele wie Geld - richtig eingesetzt - in Top-Qualität und Erfolg mündet. Der deutsche Fußball muss wieder zeigen, dass wir bereit sind zu lernen, erfolgshungrig sind! Dass Eintracht Frankfurt in der unbedeutenderen Europa League als einziger deutscher Klub international erfolgreich ist, hat viel mit Innovation, Akribie und der effektiven Umsetzung der Mittel zu tun.

Wir brauchen keine Marken, sondern Typen

Die Klubs und der DFB müssen nun schnell die neue Ausrichtung der Nachwuchsarbeit beantworten. Wir müssen unseren Nachwuchs besser in der Persönlichkeit ausbilden, um dessen Individualität und somit Klasse zu fördern. Wir müssen aus den Mini-Ich-AGs, die mit zwölf innerhalb Deutschlands schon abgeworben und mit 16 schon für vier Millionen Euro über den Transfermarkt geschoben werden, zu Menschen mit Potenzial auf und neben dem Platz formen. Wir brauchen keine Marken, sondern Typen, die mit 22 Jahren noch nicht satt oder einfach schon körperlich fertig sind.

Wir brauchen einen guten Mix aus Fußball-Praktikern und -Fachleuten beim DFB. Denn wir müssen die Basis in den Amateurklubs wieder abholen, Bewegung in den starren Apparat DFB bringen.

Joachim Löw und Oliver Bierhoff nehmen an dieser Stelle wichtige Positionen ein. Es ist Zeit für neue Ziele, für das Angehen der Aufgaben. Löw kann deshalb diesen Freitag und die kommenden Wochen als Chance nutzen. Damit die Nationalmannschaft wieder Spaß macht. Joachim Löw muss sich erneut als Visionär und Vermittler im deutschen Fußball sehen. Den Job hat er schon mal weltmeisterlich umgesetzt.

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