Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Pep Guardiola gilt als einer der besten Taktiker im Fußball. Der Trainer von Manchester City hat aber auch den Ruf weg, dass er manchmal zu viel nachdenkt.

Pep Guardiola gilt als Philosoph unter den Trainern. Als Denker unter den Nachdenkenden.

"Ein Meister der Taktik, da gibt es keinen Zweifel", wie es sein Spieler Kevin de Bruyne in einem Beitrag bei The Players' Tribune formulierte.

Ein Coach, dem man zutraut, jeden anderen Trainer der Welt auszucoachen. Auch Mauricio Pochettino am Mittwochabend (Manchester City - Tottenham Hotspur: ab 21.00 Uhr im LIVETICKER). Oder eben auch ein Streber, wie es manche sagen würden. Und wie das eben manchmal bei Strebern so ist, wirkt der Coach von Manchester City zumeist so gar nicht locker. "Er ist immer so gestresst, die ganze Zeit", meinte auch de Bruyne.

Anzeige

Guardiola mache sich oft "doppelt so viel Stress" wie seine Schützlinge auf dem Platz. "Weil er nicht nur am Gewinnen interessiert ist. Er will Perfektion".

Der Perfektionismus wird Manchester City zum Verhängnis

Dieses Streben nach Perfektion ist City schon das eine oder andere Mal zum Verhängnis geworden. Man kann Dinge eben auch zerdenken.

Auch das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League erweckte den Eindruck, so ein Fall zu sein. Bei der 0:1-Niederlage bei Tottenham Hotspur schimpfte Ilkay Gündogan, dass "weniger manchmal mehr" sei. 

DAZN gratis testen und die Champions League live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Guardiola konnte diese Kritik nicht nachvollziehen. "Ich stimme ihm nicht zu, absolut nicht", sagte der Spanier angesprochen auf Gündogans Kritik. Trotzdem sind Spiele wie das in London so etwas wie Peps Schicksal.

"Er bekommt langsam den Ruf, bei seiner Champions-League-Strategie zu viel zu grübeln", schrieb die BBC nach der Partie gegen die Spurs. Auch die Aufstellung überraschte viele. De Bruyne und Leroy Sané fanden keinen Platz in der Startelf. Trotz zuletzt ziemlich überzeugender Leistungen.

Meistgelesene Artikel

Guardiola will die besonderen Momente

In der Liga gehen die meisten Taktik-Manöver und Personal-Entscheidungen des 48-Jährigen auf. In der letzten Saison wurden die Skyblues souverän Meister, dieses Jahr wird es nur deswegen eng, weil auch der FC Liverpool verdammt gut spielt. Das Problem ist allerdings die Champions League.

Die Klubbesitzer und auch die Fans lechzen nach dem Titel in der Königsklasse. Deswegen denkt Pep wohl auch in den Spielen auf der großen europäischen Bühne noch ein bisschen mehr nach.

Jetzt aktuelle Fanartikel der internationalen Top-Klubs bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

"Ich muss gewinnen", sagte der frühere Bayern-Coach auf der Pressekonferenz vor dem Rückspiel gegen die Spurs am Mittwochabend. "Der Vorstandschef hat gesagt, ich müsse dreimal hintereinander die Champions League gewinnen, das war sein Wunsch. Ich versuche, mein Bestes zu geben."

Guardiola unter Druck

Guardiola versah seine Antwort mit einem Augenzwinkern. Dass er aber unter enormen Druck steht, ist kein Geheimnis. Vor allem, weil es mittlerweile so scheint, als würde "eine seiner größten Stärken, Spiele bis ins kleinste Detail vorzubereiten, sich zur Ursache für sein Scheitern verkehren", wie der Guardian schreibt.

Guardiolas letzter Titel in der Champions League liegt nun acht Jahre zurück. "Erfolg, um des Erfolges willen, bedeutet mir nichts", hat er mal gesagt. Das hat sich nicht geändert und auch beim Rückspiel gegen Tottenham wird das so sein.

Die Frage ist nur, ob es am Ende auch reicht, die Niederlage aus dem Hinspiel wett zu machen. Aber Pep wird sich schon etwas einfallen lassen…

Nächste Artikel
previous article imagenext article image