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Sammy Kuffour spricht in einem Interview offen über die Champions-League-Schmach des FC Bayern 1999. Ganz verarbeitet hat er die Niederlage immer noch nicht.

Er war die wohl tragischste Figur des legendären Champions-League-Finals 1999, das der FC Bayern so unglücklich gegen Manchester United verloren hat: Samuel Osei "Sammy" Kuffour.

20 Jahre Champions-League-Finale 1999: Das Legendenspiel Manchester United - FC Bayern, Montag ab 20.30 Uhr auf SPORT1

Der Innenverteidiger der Münchner lieferte bis zu den Minuten in der Endphase, die den Spielverlauf auf den Kopf stellten, als die Red Devils einen 0:1-Rückstand drehten, eine überragende Leistung ab. Er wurde sogar zum Spieler des Spiels gekürt.

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Doch er war auch der Spieler, der wohl am meisten unter der Niederlage gelitten hat - und es immer noch tut. "Ich fühle diesen Schmerz noch. Ich denke immer noch: 'Was ist schief gelaufen?' Es beschäftigt mich immer noch", gibt Kuffour im Interview mit der britischen Times offen zu.

Kuffour will Bilder von 1999 nicht sehen

Er habe sich die Videoaufnahmen der Partie noch nie angeschaut, und hat auch nicht vor, das noch zu tun. "Wenn die Tore gezeigt werden, dann gehe ich raus", ergänzt Kuffour.

Der mittlerweile 42 Jahre alte Ghanaer, der am Legendenspiel, das 20 Jahre nach dem Endspiel im Old Trafford ausgetragen wird (Legendenspiel: Manchester United - FC Bayern am Montag ab 20.30 Uhr im TV auf SPORT1), teilnehmen wird, erinnert sich noch genau an den Verlauf des Spiels und die Zeit danach.

"Wir waren so stark in der Defensive. Ich habe so gut gespielt. Ich habe zu Yorkie (Dwight Yorke, damaliger ManUnited-Stürmer, Anm. d. Red.) immer gesagt, dass ich ihn in der Tasche habe", erzählt Kuffour. Die Torschützen waren auch andere: Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjaer stürzten den FC Bayern damals ins Tal der Tränen. Allen voran Kuffour.

Kuffour verzog sich auf sein Zimmer

"Ich war allein in meinem Zimmer. Ich konnte nicht einmal über das Spiel sprechen, weil ich so verletzt war", sagt er über den Verlauf des Abends des 26. Mai 1999.

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Andere Bayern-Spieler gingen in Barcelona aus und tranken ein Bier nach dem anderen, nicht so Kuffour: "Ich war so verärgert über mich selbst, weil es mir für das ganze Land, den ganzen Kontinent leidgetan hat. Ich hatte so viel Unterstützung, ein schwarzer Junge aus Ghana, der für Bayern München gespielt hat."

Inzwischen lebt Kuffour in der ghanaischen Hauptstadt Accra und ist im Immobiliengeschäft tätig. Für das Legendenspiel muss er sich wohl oder übel noch einmal mit dem historischen Match befassen.

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