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Leipzig - RB Leipzig verliert das Heimspiel gegen Olympique Lyon und macht sich so die gute Ausgangsposition zunichte. Timo Werner vergibt zwei Großchancen und entschuldigt sich.

Vom gefeierten Spaß-Fußball ist wenig geblieben, RB Leipzig hat auch in der Champions League seine Leichtigkeit verloren.

Der Bundesliga-Zweite kassierte am Mittwoch im Heimspiel gegen Olympique Lyon eine verdiente 0:2 (0:1)-Niederlage und verpasste nicht zuletzt wegen schwerer Defensiv-Patzer die Chance, einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale zu gehen.

Vier Tage nach der ersten Saisonniederlage gegen Schalke 04 (1:3) agierte RB in der Abwehr mitunter fahrig.

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Im Angriff ließ vor allem Torjäger Timo Werner beste Möglichkeiten aus. Leipzig gab so zudem wieder eine Tabellenführung aus der Hand. Wie in der Bundesliga rutschte RB nun auch in der Gruppe G vom Spitzenplatz ab. (SERVICE: Ergebnisse/Spielplan der Gruppe G)

Werner entschuldigt sich für vergebene Chancen

"Wir haben im Großen und Ganzen ein gutes Spiel gemacht. Aber wir haben hinten zwei Fehler gemacht, die so nicht passieren dürfen. Und vorne hauptsächlich in meiner Person die Torchancen nicht reingemacht. Ich hatte das Ergebnis auf dem Fuß und hätte entscheidend einwirken können, dass es anders gelaufen wäre", sagte Timo Werner bei Sky. "Es tut mir leid für die Mannschaft, ich kann es leider nicht rückgängig machen."

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Lyons niederländischer Star-Stürmer Memphis Depay (11.) und Martin Terrier (65.) schockten die Leipziger, die die Gegentreffer durch leichtsinniges Abwehrverhalten erst ermöglicht hatten.

Doppel-Gelb für Trainer - Rot für Physio

RB-Trainer Julian Nagelsmann ergänzte am DAZN-Mikrofon: "Das war in meinen Augen eine unverdiente Niederlage. Von uns war es ein sehr gutes Spiel, aber wir haben zwei Fehler gemacht. Beim ersten rennen wir uns gegenseitig über den Haufen, beim zweiten sind wir nicht wach genug. Lyon hatte eigentlich kaum Chancen."

In der Schlussphase sah der RB-Coach die Gelbe Karte, obwohl nicht ersichtlich war, was er sich zu Schulden hatte kommen lassen. Sein Gegenüber Silvinho verließ daraufhin seine Choachingzone und sah ebenfalls Gelb. Wenige Minuten später musste ein Physiotherapeut der Leipziger die Trainerbank verlassen.  

Dabei steckt OL eigentlich seit Wochen in der Krise: Die Franzosen waren zuvor in sieben Pflichtspielen ohne Sieg geblieben und liegen in der Ligue 1 nur noch auf Rang elf.

RB Leipzig verliert auch gegen Lyon - Defensive patzt

Trainer Nagelsmann hatte seine Startelf im Vergleich zur Pleite gegen Schalke auf drei Positionen verändert. Unter anderem saß Spielmacher Emil Forsberg zunächst nur auf der Bank, dafür begann Nationalspieler Lukas Klostermann auf der rechten Außenbahn.

In der Defensive rückte der Franzose Ibrahima Konaté in die Dreierkette, der jedoch bereits früh verletzt ausgewechselt wurde (23.). (SERVICE: Tabelle der Gruppe G)

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Die Pleite gegen Schalke habe sein Team "nicht aus der Bahn geworfen", hatte Nagelsmann vor dem Spiel gesagt. Diesen Eindruck bestätigte die Mannschaft nicht. RB war zu Beginn sehr bemüht, Sicherheit zurückzugewinnen - und tat dies mit begrenztem Erfolg. 

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Im Spielaufbau agierte Leipzig bedächtig, ungewohnt viele Fehler schlichen sich ins Aufbauspiel, den RB-typischen Tempofußball zeigte Nagelsmanns Team selten. Wenn doch, wurde es prompt gefährlich: Werner schob eine scharfe Hereingabe Klostermanns nur um Zentimeter am Tor vorbei (5.).

Upamecano patzt - Werner vergibt freistehend

Selbstvertrauen zog RB aus der gelungenen Offensivaktion jedoch kaum. Leipzig fand kein Durchkommen gegen das kompakte Mittelfeld der Franzosen und ließ sich durch das frühe Pressing zu Nachlässigkeiten hinreißen. 

Das wurde schnell bestraft: Leipzig vertändelte den Ball im Mittelfeld, der schwache Innenverteidiger Dayot Upamecano verlor vor dem Strafraum den entscheidenden Zweikampf - und Depay hatte freie Bahn.

Dabei machte es der Torjäger im Abschluss deutlich besser als Werner, der wenig später allein auf Lyon-Schlussmann Anthony Lopes zulief, letztlich aber zu hoch zielte (23.). 

Die Großchance wirkte dennoch wie ein Weckruf. RB kam dem Ausgleich in seiner besten Phase in der ersten Halbzeit nahe. Der Ex-Hannoveraner Marcelo musste für Lyon in höchster Not auf der Linie klären (34.). Die Drangphase verflachte aber schnell.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel lange offen. Leipzig kam zu Chancen, zugleich suchte auch Lyon weiter den Weg nach vorn und stellte RB regelmäßig vor Probleme. Zum zweiten Tor lud RB die Gäste nach Fehlern seiner Franzosen Upamecano und Nordi Mukiele regelrecht ein.

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