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Bayer Leverkusen verliert gegen Atlético Madrid auch das dritte Champions-League-Gruppenspiel. Nur ein historisches Wunder kann das Aus nun noch abwenden.

Karim Bellarabi schlug enttäuscht die Hände vors Gesicht und hockte wie versteinert auf dem Boden.

Der Flügelspieler von Bayer Leverkusen konnte ebenso wenig wie seine Teamkollegen fassen, dass die Werkself trotz ansprechender Leistung auch das dritte Spiel in der Champions League als Verlierer beendet hatte. Nach dem 0:1 (0:0) beim lange harmlosen Topklub Atlético Madrid kann die Mannschaft von Trainer Peter Bosz die Hoffnungen auf das Achtelfinale praktisch begraben.

"Das ist ärgerlich, wir waren nah dran. Solange es aber noch rechnerisch möglich ist, die nächste Runde zu erreichen, werden wir kämpfen. Aber die Chancen sind extrem gesunken", sagte Leverkusens spanischer Geschäftsführer Fernando Carro. (Tabelle der Champions League)

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"Die Niederlage ist sehr bitter, wir haben das nicht verdient. Wir haben kompakt und auch im Ballbesitz okay gespielt. Nur der letzte Pass, der wichtigste Pass im Fußball, war nicht gut", haderte Bosz bei DAZN mit dem Ergebnis. Der letzte Pass hätte gefehlt. "Denn der Rest war okay. Atlético hatte sehr wenige Torchancen, wir hatten eigentlich mehr als sie - aber wir verlieren."

Auch Volland sah ein gutes Spiel. "In meinen Augen haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir haben in der Defensive gut verteidigt, Atlético kaum Luft gelassen, wenig Chancen zugelassen." Doch sie seien zu schlampig gewesen und hätten die letzten Bälle schlecht ausgespielt. 

Leverkusen braucht historisches Wunder

Der Einzug in die K.o.-Phase ist nach den drei Pleiten zum Start utopisch - die Werkself muss den Fokus nun darauf richten, zumindest über Platz drei die Trostrunde Europa League zu erreichen. "Wir wollen auf jeden Fall noch das Maximale rausholen, es wird aber schwer", sagte Stürmer Kevin Volland bei DAZN, Sport-Geschäftsführer Rudi Völler forderte das europäische Überwintern ein: "Wir müssen jetzt Dritter werden, das muss das Ziel sein."

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Der eingewechselte spanische Nationalspieler Alvaro Morata (78.) sorgte in einer lange chancenarmen Partie dafür, dass Atlético bereits sieben Punkte vor den Leverkusenern liegt. Im Rückspiel gegen den spanischen Vizemeister am 6. November in der Bay-Arena ist der Bundesligist schon zum Siegen verdammt.

In der Geschichte der Champions League gelang es bislang nur Newcastle United in der Saison 2002/03, nach drei Niederlagen in den ersten drei Partien noch die K.o.-Runde zu erreichen.  Juventus Turin liegt nach dem 2:1 (0:1) gegen Lokomotive Moskau wie Atletico schon sieben Punkte vor Leverkusen, die Russen haben drei Zähler auf dem Konto. (Spielplan der Champions League)

Bayer startet druckvoll in die Partie

Die Marschroute der Leverkusener, die nun schon seit vier Pflichtspielen auf einen Sieg warten, war nach den Niederlagen gegen den vermeintlich schwächsten Vorrundengegner Lokomotive Moskau (1:2) sowie Juventus Turin (0:3) eindeutig. Volland sprach im Kampf um das Weiterkommen bereits von der "letzten Chance", Sport-Geschäftsführer Rudi Völler forderte ein "Topspiel".

Der Bundesliga-Neunte zeigte sich vor 56.776 Zuschauern im nicht ausverkauften Wanda Metropolitano von Beginn an gewillt, die Forderungen umzusetzen, und spielte mutig mit. Julian Baumgartlinger (9.) verfehlte das Tor der Gastgeber aus aussichtsreicher Position knapp. Mit gewohnt aggressivem Pressing machten die Leverkusener den Platzherren das Leben schwer, ließen aber in der Offensive meist die nötige Präzision vermissen.

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Bosz hatte nach dem schmerzlichen 0:3 am vergangenen Freitag in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt seine Startelf auf drei Positionen verändert. Linksverteidiger Wendell fiel aufgrund einer Oberschenkelzerrung aus, neben Kapitän Lars Bender rückten auch Nationalspieler Jonathan Tah und Bellarabi ins Team.

Die Umstellungen zeigten Wirkung: Bellarabi brachte über die rechte Seite immer wieder Tempo ins Bayer-Spiel, die Viererkette um Tah und den starken Bender stand gut. Lediglich bei einer Unkonzentriertheit von Torwart Lukas Hradecky (18.) wurde es kurz brenzlig. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Morata schockt Leverkusen mit spätem Siegtor

Leverkusen war das dominante Team und verzeichnete gegen weitgehend biedere Spanier mehr Ballbesitz, gefährliche Torchancen kamen in der ersten Hälfte aber auf keiner Seite zustande.

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Bei Atlético machte sich auch das Fehlen von 127-Millionen-Mann Joao Felix bemerkbar. Das portugiesische Ausnahmetalent hatte am Samstag im Ligaspiel gegen den FC Valencia eine Sprunggelenkverletzung erlitten.

Vor dem Spiel gegen Leverkusen waren die Madrilenen vier Heimspiele in Serie ohne Sieg geblieben - gegen die gut organisierte Werkself unternahmen sie auch nach der Pause lange zu wenig, um an dieser Negativserie etwas zu ändern. Zwar wurde die Mannschaft von Trainer Diego Simeone etwas gefährlicher, die Bayer-Defensive stand jedoch weiter sicher - bis Morata per Kopf eiskalt zuschlug.

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