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Hasan Salihamidzic versuchte vor einiger Zeit alles, um Callum Hudson-Odoi zum FC Bayern zu holen. Der Jungstar blieb Chelsea treu, wie ging es mit ihm weiter?

Etwas mehr als ein Jahr ist es mittlerweile her, dass sich Hasan Salihamidzic für einen 18-Jährigen weit aus dem Fenster lehnte.

"Er ist sein sehr interessanter Spieler, den wir unbedingt verpflichten wollen", machte der Sportdirektor des FC Bayern im Winter-Trainingslager in Katar deutlich. "Er ist dribbelstark und hat einen starken Zug zum Tor. Er hat großes Potenzial. Er ist ein Spieler, der uns gut zu Gesicht stehen wird."

Worte, die in London nicht besonders gut ankamen. Der FC Chelsea warf den Münchnern Respektlosigkeit und fehlende Professionalität vor.

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Hudson-Odoi muss gegen Bayern passen

Ein Jahr später trägt das damalige Streitobjekt Callum Hudson-Odoi (Bayern soll rund 40 Millionen Euro geboten haben) weiterhin das Trikot des FC Chelsea - und empfängt mit seinen Teamkollegen am Dienstag die Bayern zum Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League (Champions League: FC Chelsea - FC Bayern, Di. ab 21 Uhr im LIVETICKERalle Infos ab 20.15 Uhr auch im Fantalk auf SPORT1).

Allerdings: Hudson-Odoi wird wegen Oberschenkelproblemen nicht spielen können. Das bestätigte Chelsea-Trainer Frank Lampard am Montagabend. 

Wie Christian Pulisic und N'Golo Kanté fehlte der 19-Jährige zuvor beim öffentlichen Training am Montag. Der Muskel im Oberschenkel macht Probleme, schon in den letzten beiden Ligaspielen gegen Manchester United und Tottenham stand Hudson-Odoi nicht im Kader.

Bleibt die Frage, wie sehr dieser Ausfall die Blues tatsächlich schwächt?

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Wenig berauschende Zahlen bei Hudson-Odoi

In der laufenden Saison stand er nur in 26 Prozent aller Spiele in der Startelf von Trainer Frank Lampard.

In 27 Pflichtspielen gelangen ihm lediglich vier Tore, darunter eins für die Chelsea-Reserve und eins im League Cup beim 7:1 gegen den Viertligisten Grimsby Town.

In den letzten 14 Liga-Spielen kommt er lediglich auf drei Torbeteiligungen.

Was man dabei aber nicht vergessen darf: Hudson-Odoi hat eine schwere Verletzung hinter sich. Ende April, kurz nachdem er sein Debüt für die englische Nationalmannschaft gegeben hatte, riss er sich im Liga-Spiel gegen Burnley die Achillessehne. Eine monatelange Pause folgte. 

Ende September feierte er sein Comeback. Seither versucht ihn Lampard Schritt für Schritt wieder an sein altes Niveau heranzuführen.

Lampard sieht Nachholbedarf

Die Chelsea-Legende hat dabei ganz klare Anforderungen an den Youngster.

"Spieler wie er haben meiner Generation voraus, dass sie Videos von sich selbst anschauen, seit sie zehn Jahre alt sind. Sie können genau studieren: wo sind meine Schwächen, was sind meine Stärken", sagte Lampard unlängst.

"Wir haben ein komplettes Video geschnitten, indem es nur um Außenspieler geht, die den Weg in den Strafraum suchen. Als Callum gegen Burnley die Flanke über die Linie gedrückt hat, war das für mich wahrscheinlich das Tor der Saison."

Was Lampard meint: Hudson-Odoi war von seiner rechten Außenbahn mit Tempo eingerückt und sprintete am zweiten Pfosten in die Hereingabe von Cesar Azpilicueta.

Es war der erste Premier-League-Treffer des Nationalspielers und gleichzeitig eine Blaupause für das, was Lampard von seinem Schützling erwartet und fordert. Mehr Torgefahr!

"Seht euch Raheem Sterling, Sadio Mané und Mo Salah an und überlegt euch mal, warum sie so erfolgreich sind. Wenn du als Außenstürmer bei einem Topklub spielen willst, musst du Tore machen."

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Wird Hudson-Odoi den Vorschusslorbeeren gerecht?

Unabhängig von seiner Torquote hatte sich Lampard schon Monate zuvor vehement für Hudson-Odoi stark gemacht.

"Für mich ist er ein zentrales Element unserer Mannschaft", erklärte der ehemalige Kapitän der englischen Nationalmannschaft im Sommer, als Hudson-Odois Zukunft noch in der Schwebe stand. "Er ist ein fantastisches Talent, das wissen wir hier alle."

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Als er im Juli 2019 schließlich seinen Vertrag verlängerte, stieg Hudson-Odoi dem Vernehmen nach in die Reihe der Topverdiener Chelseas auf.

Rund 165.000 Euro in der Woche soll er seit seiner Vertragsverlängerung im Juli 2019 einstreichen. Fünf Jahre ist das neue Arbeitspapier des Jungstars gültig.

Fünf Jahre, in denen er beweisen kann, dass Hasan Salihamidzic nicht ohne Grund Zoff mit Chelsea in Kauf nahm.

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