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Lissabon - Alphonso Davies liefert als Linksverteidiger Top-Leistungen ab. Auch abseits des Platzes kommt der Kanadier bei Mitspielern, Fans und sogar beim Gegner an.

"Wow!"

Jérôme Boateng brachte zum Ausdruck, was mit hoher Wahrscheinlichkeit jeder Zuschauer dachte, als Alphonso Davies gegen den FC Barcelona sein fulminantes 16-Sekunden-Dribbling auf der linken Seite mit einer Torvorlage garnierte. Nelson Semedo war schwindelig gespielt. Torschütze Joshua Kimmich jubelte, wusste aber sofort, bei wem er sich zu bedanken hatte.

Alle lieben Davies!

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In Windeseile hat sich der 19-jährige Kanadier beim FC Bayern einen Namen gemacht. Wegen seiner erfrischenden Art wird er gefeiert. Für seine sportliche Entwicklung wird er weltweit bewundert. Protzvideos im Netz oder extravagante Auftritte sind ihm fremd.

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Alphonso Davies: Ein Bayern-Star ohne Allüren

"Er ist auch neben dem Platz sehr sympathisch, auf dem Boden geblieben und überhaupt nicht abgehoben", lobt ihn Boateng.

Regelmäßig versorgt Davies seine Follower in den sozialen Medien mit schauspielerischen Einlagen. Mal aus seiner Wohnung, mal von unterwegs. Davies sorgt für Lacher, ohne die Ernsthaftigkeit für seinen Job zu verlieren. Selbstironie auf Star-Ebene kommt in der Bevölkerung an.

Ebenso seine Volksnähe. Bei gutem Wetter kann man den Bayern-Star schonmal im Englischen Garten in München beobachten, wie er sich mit Freunden inmitten anderer Besucher einen Football zuwirft. 

Davies verzichtet auch auf große Sprüche. Immer wieder berichtete er in den Anfängen seiner FCB-Zeit davon, dass es für ihn nahezu unwirklich gewesen sei, mit Stars wie Arjen Robben und Franck Ribéry in einer Kabine zu sitzen.

Vor dem Spiel gegen Barcelona machte er keinen Hehl daraus, dass Lionel Messi der Held seiner Kindheit war. Davies lebt seinen Traum und lässt seine Umwelt daran teilhaben. Er bleibt demütig.

"Roadrunner" Davies begeistert die Fußball-Welt

Über allem steht allerdings seine fußballerische Leistung. Als Linksverteidiger hat er in dieser Saison den Durchbruch beim FC Bayern geschafft.

Aufgrund seiner Schnelligkeit (Seine Spitzengeschwindigkeit liegt bei 36,51 km/h) verpasste ihm Ur-Bayer Thomas Müller den Spitznamen "Roadrunner". Im Viertelfinale gegen Barcelona (8:2) stellte er unter Beweis, dass er auch auf höchster internationaler Ebene Top-Leistungen abrufen kann.

Als "Weltklasse" bezeichnete Boateng Davies' Solo vor dem 5:2 durch Kimmich (63.) am Freitagabend. Bereits im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Chelsea bereite er über die linke Seite einen Treffer vor, der ihm weltweite Aufmerksamkeit verschafft hat.

Real-Madrid-Star Marcelo, der als Linksverteidiger selbst viele Jahre zur Top-Garde gezählt hat, sind Davies' Leistungen auch nicht verborgen geblieben. "Meine Augen leuchten, wenn ich dich spielen sehe, Junge", kommentierte der Brasilianer zuletzt bei Instagram ein Foto, welches Davies mit Lionel Messi zeigt.

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Davies lebt seinen Traum!

Seine Eltern flohen einst vor dem Bürgerkrieg in Liberia. Geboren wurde Davies im November 2000 im ghanaischen Flüchtlingslager Buduburam. 2005 reiste die Familie nach Kanada aus.

Im Januar 2019 lotste ihn Sportvorstand Hasan Salihamidzic in Zusammenarbeit mit Chefscout Marco Neppe aus Vancouver nach München. Davies' Preis, der seinerzeit für Staunen sorgte, schließlich galt er als absoluter Nobody: Bis zu 18 Millionen Euro.

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Boateng kündigt an: Davies wird noch besser! 

Mittlerweile zählt er laut transfermarkt.de zu den wertvollsten Linksverteidigern der Welt. Sein Marktwert wird auf 60 Millionen Euro taxiert.

Nur Andrew Robertson (64 Millionen/FC Liverpool) und Davies-Kumpel David Alaba (65 Millionen), der sich mittlerweile als Innenverteidiger behauptet hat, werden höher eingestuft. In der laufenden Spielzeit kommt er bereits auf 44 Pflichtspieleinsätze (3 Tore/10 Assists). Allein in der Königsklasse bereitet er in dieser Saison schon vier Tore vor.

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Folgerichtig haben die Bayern in diesem Jahr den Davies-Vertrag bis 2025 verlängert.

Davies, das Trainerteam um Hansi Flick, die Bayern-Bosse, aber auch seine Mitspieler gehen fest davon aus, dass die Entwicklung des kanadischen Nationalspielers (17 Spiele, 5 Tore) noch längst nicht abgeschlossen ist.

"Da ist noch so viel Potential. Man kann von ihm noch viel erwarten. Er wird noch viel besser", sagt Boateng über den Senkrechtstarter und fasst passenderweise zusammen: "So eine Entwicklung gibt es nicht so oft."

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