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Lissabon - Julian Nagelsmann gelingt mit RB Leipzig ein Coup gegen Atlético Madrid. Nach dem Sieg wirft er Trainer-Kollege Diego Simeone indirekt einen Fehltritt vor.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann ist gegen seinen Trainer-Kollegen Diego Simeone ein echtes Meisterstück gelungen.

Durch giftige Zweikämpfe und leidenschaftlichen Kampf bezwang seine Mannschaft das - eigentlich - abgezockte Atlético Madrid beim 2:1-Sieg mit dessen eigenen Waffen. Auch an der Seitenlinie ging es dabei emotional zu. 

Simeone trieb sein Team so leidenschaftlich wie gewohnt an, forderte Gelbe Karten und gab hektisch Anweisungen. "Ich werde da nicht so oft rübersehen, sonst flippe ich aus", hatte Nagelsmann schon vor dem Viertelfinale der Champions League in Lissabon erklärt. 

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Während der Partie gerieten die beiden Trainer dann allerdings nicht aneinander. "Es war in Ordnung und außer in der Halbzeit war es ruhig und ohne Berührungspunkte", sagte der RB-Coach nach dem Abpfiff bei Sky. Es seien "ein paar Dinge passiert, die mich traurig gemacht haben, ich war etwas enttäuscht", sagte er am Tag danach bei Sky und stellte klar: "Er hat mich nicht beleidigt, aber andere Dinge gemacht."

Aber er habe "das Nötige dagegengehalten" und es sei "im Kabinentunnel unentschieden ausgegangen", sagte der 33-Jährige schmunzelnd, "und im Spiel haben wir gewonnen."

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Doch was meinte Nagelsmann mit seiner Andeutung?

Aktion von Simeone bleibt Kameras verborgen

"Ich erzähle das nicht im Detail, man sieht es vielleicht auf ein paar Kameras", wich der 33-Jährige aus. "Da hat er gezeigt, dass er ein Winnertyp ist und immer gewinnen will. Ich hätte das nicht gemacht, aber das muss jeder für sich zu entscheiden."

Der Vorfall könnte sich nach dem Halbzeitpfiff auf dem Weg in die Kabinen ereignet haben. Mit welcher Aktion Simeone seinen Gegenüber allerdings im Detail verärgerte, darüber kann nur spekuliert werden - es blieb auch den TV-Kameras und Fotografen verborgen. 

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Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel ging Nagelsmann noch einmal kurz auf seine Beziehung zu Simeone ein: "Er hat sehr herzlich gratuliert, hat gesagt, dass wir ein tolles Spiel gemacht haben. In der Halbzeit wollte ich einfach nochmal klarstellen, dass er ein unglaublicher Winner ist, dass er auch im Kabinentunnel gewinnen will und dass ich das Nötige dagegengehalten habe. Das im Kabinentunnel ist vielleicht unentschieden ausgegangen und im Spiel haben wir gewonnen."

Er habe das nicht dramatisieren wollen, sondern "eher hervorheben, dass ich das geil finde, was er für ein Typus ist. Dass er wahrscheinlich auch im Schnick-Schnack-Schnuck unbedingt gewinnen will. Demnach ist alles gut."

Simeone lobt Nagelsmann

Vor dem Duell hatte Simeone Nagelsmann in den höchsten Tönen gelobt und ihn einen "fantastischen" Trainer genannt. 

Auch Nagelsmann hatte sich bei SPOX ausführlich über seinen argentinischen Kollegen geäußert: "Diego Simeone lebt seinen Beruf extrem. Aber er macht viele Dinge auch bewusst, das darf man nicht vergessen. Es ist nicht alles frei von der Seele weg, sondern wohlüberlegt. Da steckt schon ein System dahinter."

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