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Hoffnungsträger Lionel Messi will Argentinien bei der Copa América zum Titel führen. Die Voraussetzungen für das Ende des Fluchs sind aber alles andere als optimal.

Für ewige Sekunden fokussierte Lionel Messi den goldenen WM-Pokal, wirkte verstört, dem Geschehen um ihn entrückt.

Vor fünf Jahren ging das Bild des Jammers vom argentinischen Superstar nach dem verlorenen Finale gegen Deutschland um die Welt. "Der größte Traum, den ich mir noch nicht erfüllt habe", bekannte der 31-Jährige vor wenigen Tagen.

Die Galionsfigur des FC Barcelona beginnt am Wochenende einmal mehr eine Jagd nach einem schier unerreichbar scheinenden Titel mit der Seleccion, und mal wieder auf brasilianischem Boden.

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Argentinien trotz Messi kein Favorit

Argentinien startet in Salvador gegen Kolumbien (Sonntag, 0 Uhr MESZ im LIVETICKER) in die Copa América. "Das Leben ist Stolpern, Aufstehen, es erneut versuchen und für seinen Traum kämpfen", philosophiert der Kapitän der Gauchos.

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Bei der WM in Russland noch ein hoffnungslos zerstrittenes Star-Ensemble, setzt die Albiceleste nun auf eine radikal verjüngte Mannschaft – allerdings mit den alternden Topstars Messi, Sergio Agüero und Angel Di María als Korsettstangen. "Für die meisten ist es das erste große Turnier", sagte Messi, räumte aber auch ein: "Wir sind diesmal nicht wie sonst Favorit."

Der Druck lastet vor allem auf Gastgeber Brasilien, der allerdings ohne seinen Superstar Neymar auskommen muss.

Messis Finalfluch gegen Chile

Argentiniens Kapitän Messi hofft, am Ende der drei Wochen im Maracana, wo er 2014 im WM-Finale gegen Deutschland die bitterste Stunde seiner Karriere durchlitt, endlich den Gauchos einen Titel zu geben, nach dem sie seit dem Copa-America-Triumph 1993 vergeblich lechzen. Auch weil der fünfmalige Weltfußballer bei den letzten beiden Copa-Austragungen 2015 und 2016 seinen Finalfluch jeweils gegen Chile nicht abstreifen konnte.

Das enttäuschende Saisonfinale mit dem FC Barcelona verleiht dabei allerdings keinen Rückenwind.

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Der Meistertitel war nach dem beschämenden Champions-League-K.o. gegen den FC Liverpool trotz 3:0-Hinspiel-Vorsprungs sowie dem verlorenen spanischen Pokalfinale nur ein schwacher Trost für die Katalanen.

"Ich bin vom Kopf erschöpfter und frustrierter als von der Physis her", gesteht Messi daher.

Beendet Messi Argentiniens Titelflaute?

Nicht die beste Voraussetzung, um Argentinien aus dem nun schon 26 Jahre währenden Titelloch zu führen. Acht Versuche hat er schon gestartet, viermal war er nahe dran, verlor aber die Finals der Copa América (2007, 2015, 2016) und der WM (2014).

"Ich will meine Karriere beenden und etwas mit der Seleccion gewinnen", wünscht sich der Rekordtorjäger der Argentinier, in dieser Saison jeweils zum sechsten Mal Torschützenkönig in Spanien und in Europa (Goldener Schuh).

Allzu viele Möglichkeiten bleiben nicht mehr, denn er wisse nicht, "ob ich es bis zur nächsten WM schaffe".  

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