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FC Schalke 04 v 1. FC Koeln - DFB Cup
Max Meyer erzielte den einzigen Treffer © Getty Images
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Schalke 04 krönt eine sensationelle Hinserie mit dem Viertelfinal-Einzug im DFB-Pokal. Ein kurioses Tor macht gegen tapfere Kölner den Unterschied.

Mit dem letzten Kraftakt vor der Winterpause hat FC Schalke 04 seine Erfolgsserie auch im DFB-Pokal fortgesetzt und das Viertelfinale erreicht.

Der Tabellenzweite der Bundesliga bezwang das Schlusslicht 1.FC Köln mit viel Mühe 1:0 (0:0) und blieb zum 13. Mal in Folge ungeschlagen. Nach der besten Hinrunde seit 2011 beendeten die Königsblauen das Jahr mit einem weiteren Erfolgserlebnis - und einer Zusatzeinnahme von 1,273 Millionen Euro.

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"Das war kein Selbstläufer, Köln hat es sehr gut gemacht. Wir mussten viel Geduld beweisen", sagte Schalke-Trainer Domenico Tedesco in der ARD. "Wir hatten in der ersten Halbzeit keine tiefen Laufwege drin, deswegen konnte Köln mannorientiert verteidigen."

Kleiner Mann ganz groß

Der Tabellenletzte Köln schied drei Tage nach seinem ersten Bundesligasieg der Saison zwar erwartungsgemäß aus, machte es dem Favoriten aber sehr schwer. Interimstrainer Stefan Ruthenbeck sammelte trotz der Niederlage weitere Argumente für eine Weiterbeschäftigung. Am Mittwoch will der FC entscheiden, ob der Nachfolger von Peter Stöger zur Dauerlösung wird. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

U21-Europameister Max Meyer erlöste in der 63. Minute die Schalker: Der kleinste Spieler auf dem Platz traf per Kopf. "Normalerweise bin ich nicht bei einer Ecke eingeteilt, dieses mal durfte ich vorne rein", sagte  der Torschütze. "Glücklicherweise ist er reingefallen."

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Tedesco erklärte, wie es zum Glückstreffer kam. "Wir haben Meyer natürlich nicht als Zielspieler. Falls ein Ball mal nicht so gut gespielt wird, kann er ihn aber verlängern." So kam es - und die Kugel senkte sich sogar in die Maschen.

Heidel von Meyer beeindruckt

Auch Christian Heidel war beeindruckt. "Jetzt spielt er ja auf einer eher defensiveren Position. Wenn er dann noch anfängt, Kopfballtore zu machen, wird es langsam unheimlich. Aber wir werden ihn nicht stoppen", meinte der Schalker Sportvorstand.

"Ich habe erst gar nicht gewusst, wer den Ball reingemacht hat. Ich habe nur die Bogenlampe gesehen. Ob es jetzt so gewollt war, weiß ich gar nicht – aber er war drin. Das ist auch für Max selbst ein tolles Gefühl, für die Entscheidung in diesem Pokalspiel gesorgt zu haben", so Heidel weiter.

Die Gelsenkirchener haben seit dem 23. September (0:2 bei 1899 Hoffenheim) kein Pflichtspiel mehr verloren. 13 Spiele ungeschlagen waren sie zuletzt 2006/07 geblieben. Vereinsrekord sind 17 Partien ohne Niederlage 1977. 

Kölns Keeper Timo Horn sagte: "Wie das Tor entsteht und wir den Ball reinkriegen, das ist schon bitter. Die Ecke war keineswegs gut geschlagen. Der kleinste Spieler auf dem Platz verlängert den Ball dann perfekt. So ist das manchmal im Fußball."

"Die Möglichkeiten, die wir gehabt haben, haben wir nicht ganz gut ausgespielt. Sonst wäre vielleicht mehr drin gewesen. Und dann so ein Scheiß-Tor", klagte Kölns Trainer Stefan Ruthenbeck.

Schalke-Trainer Domenico Tedesco hatte gegenüber dem 2:2 in Frankfurt auf zwei Positionen umgestellt. Thilo Kehrer und Franco Di Santo rückten für Benjamin Stambouli und Jewgeni Konopljanka ins Team. Ruthenbeck setzte anders als beim 1:0 am Samstag gegen Wolfsburg auf eine Fünferabwehrkette und nahm dafür einen Stürmer aus der Mannschaft.  

Schalke vergibt Chancen

Gegen die kompakte Defensive des Bundesliga-Letzten taten sich die Gastgeber schwer. Geduld war gefragt. Ein ums andere Mal spielten die Schalker lieber quer als steil, weil sich keine Lücke bot. "Tiefensicherung" hatte Tedesco vorher dieses vorsichtige Spiel aus Angst vor Kölner Kontern genannt.

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Doch die Gegenangriffe der Gäste, die 17 Tage zuvor im letzten Spiel unter Stöger ein 2:2 auf Schalke erkämpft hatten, blieben meist schon im Ansatz stecken. Strafraumszenen waren somit rar. Erst in der 31. Minute gab es den ersten Torschuss des Spiels: Amine Harit scheiterte aus 18 Metern an FC-Torwart Timo Horn. 

Nach der Pause suchten die Königsblauen den direkteren Weg zum Tor - und die Chancen häuften sich. Guido Burgstaller (51.) verfehlte aber ebenso das Ziel wie Harit (54.).

Matija Nastasic war dem Führungstreffer noch näher: Den Schuss des Serben aus fünf Metern wehrte Horn mit dem Fuß ab (62.). 60 Sekunden später machte es Meyer besser: Nach einer Ecke von Bastian Oczipka köpfte er den Ball über Freund und Feind hinweg ins lange Eck.

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