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Berlin - Nach dem Pokal-Coup von Eintracht Frankfurt gegen Bayern sorgt ein nicht gegebener Elfmeter für Diskussionen. Müller kritisiert den Leistungsabfall. Stimmen.

In einem packenden Finale sichert sich Eintracht Frankfurt dank eines 3:1 gegen den FC Bayern den Titel im DFB-Pokal.

Für Diskussionen sorgt anschließend vor allem eine Szene in der Nachspielzeit: Frankfurts Kevin-Prince Boateng traf im eigenen Strafraum Bayerns Javi Martinez am Fuß, Schiedsrichter Felix Zwayer entschied jedoch auch nach Hinzuziehens des Videobeweises nicht auf Elfmeter - zum Entsetzen der Münchner.

Kurz darauf machte Mijat Gacinovic mit dem 3:1 die Sensation zugunsten der Eintracht perfekt. (Frankfurts Pokalsieger-Empfang am Sonntag im LIVETICKER)

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SPORT1 fasst die Stimmen und Reaktionen zum Pokalfinale von ARD, Sky und aus der Mixed Zone zusammen.

Thomas Müller (FC Bayern): "Das ist ein Abklatsch der Spiele, in denen wir ausscheiden. Das ist eine Mischung aus eigenen Fehlern, die zu Gegentoren führen und verpassten Chancen vorne. Die Vielzahl der Chancen war da, Frankfurt hat aus vier Chancen drei Tore erzielt. Das Potpourrie ist schon brutal. Nach diesen intensiven acht Monaten ist die Stimmung in der Kabine natürlich am Boden. Das ist extrem bitter, Fazits brauchen wir jetzt keine ziehen."

über die Elferszene in der Nachspielzeit:
"Das war der Hauptaufreger. Das war eigentlich eine klare Geschichte, Kevin-Prince trifft einfach den Ball nicht, sondern nur den Fuß von Javi. Ich verstehe nicht ganz, wieso es diese Einrichtung gibt. Ich verstehe, dass Druck auf der Geschichte ist, hier in der 90. Minute einen Elfmeter zu geben, der zum Ausgleich führen kann. Das war kein 50:50-Ding, das wird jeder, der da draufschaut, bestätigen."

über die zwei verlorenen Titel:

"Das ist ein riesiger Mist. Wir haben die Meisterschaft gefühlt im Februar oder März geholt, deshalb liegt der letzte große Erfolg schon ein paar Monate zurück. Wir haben sehr viel Arbeit in den April gelegt, hatten fünf tolle Wochen. Seit dem Madrid-Spiel wurde uns ein wenig der Stecker gezogen. Ein Radsportler legt auch seinen Höhepunkt auf die Tour de France und wir waren eben voll auf diese April-Wochen fokussiert. In Madrid haben wir eine tolle Leistung gezeigt und sind mit einer Enttäuschung nach Hause gefahren. Im Nachhinein hätten wir das professioneller abstreifen müssen. Es war danach nicht mehr die Attitüde, die wir vor dem Aus hatten." 

Joshua Kimmich (FC Bayern): "Wir haben vorne die Chancen nicht gemacht und hinten wieder zu viele Fehler gemacht, dann verlierst du wieder wie gegen Real Madrid. Wir hatten ein paar Chancen, hatten bei den beiden Lattentreffern nicht das nötige Glück, aber trotzdem müssen wir unsere Qualität da besser ausspielen. Es war kein gutes Spiel von uns, trotzdem hätte es heute reichen müssen."

über nicht gegebenen Elfmeter in der Nachspielzeit:
"Ich habe den Videobeweis nicht gesehen, aber vom Gefühl her wurden wir da nicht bevorzugt. Für mich sah es nach einem ganz klaren Elfmeter aus, so wie der Spieler da durchgezogen hat. Der Ball hat sich kaum vom Fleck bewegt. Das ist bitter. Ich habe ihn (Zwayer, Anm.d.Red.) nach dem Spiel noch gefragt, ob er sich ganz sicher ist und er hat gesagt, er ist sich ganz sicher."

Mats Hummels (FC Bayern):
über das Verschwinden der Bayern in der Kabine:
"Ich bin bestimmt schon ein, zwei Mal in meiner Karriere reingegangen, aber das hatte nie etwas mit Respektlosigkeit zu tun. Es war eher so, dass wir da fast reingeleitet wurden. Es war auch niemand da, der gesagt hat: 'Jungs, ihr müsstet bleiben.' Die beiden Mannschaften sind nach dem Spiel sehr respektvoll miteinander umgegangen. Und eins muss man ja auch sagen: Ich glaube, die Frankfurter freuen sich nicht weniger, nur weil wir ihnen nicht zugeschaut haben dabei."

Kevin-Prince Boateng (Eintracht Frankfurt): "Ein Kompliment an diese Mannschaft. Alle haben gesagt, dass wir aus dem Stadion geschossen werden. Aber wir haben Herz gezeigt und die Bayern aus dem Stadion geschossen."

über die Elfmeterszene in der Nachspielzeit:
"Ich treffe ihn ganz klar. Danach muss der Schiri entscheiden. Ehrlich gesagt, habe ich gedacht, dass er Elfmeter gibt, aber wir haben das Glück gehabt, dass er ihn nicht gegeben hat. Ich habe gedacht, den muss er pfeifen. Ich bin immer ehrlich, deswegen muss ich das so sagen."

Ante Rebic (Eintracht Frankfurt): "Ich bin froh, dass wir nach 30 Jahren den Pokal gewonnen habe. Die Mannschaft hat es sich verdient. Bayern ist immer Favorit, am Ende haben wir aber den Pokal gewonnen."

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Mijat Gacinovic (Eintracht Frankfurt): "Ich bin froh, dass ich endlich ein Tor gemacht habe. Und dann noch so ein wichtiges."

Danny da Costa (Eintracht Frankfurt): 
über Verschwinden der Bayern in der Kabine:
"Ich kann verstehen, dass die Enttäuschung da groß war und niemand groß dran gedacht hat, uns zu gratulieren. Ich glaube nicht, dass das böse Absicht war, dass sie so schnell in die Kabine verschwunden sind."

Hasan Salihamidzic (Sportdirektor FC Bayern): "Ich hätte den Elfmeter gegeben, aber der Schiedsrichter hat es wohl nicht gesehen. Es ist ganz klar: Er trifft ihn im Sechzehner, haut ihm die Füße weg. Für mich ist es ein ganz klarer Elfmeter. Es bringt nichts, darüber zu reden, aber für mich ist es ganz klar. Das ist Wahnsinn. Es ist ärgerlich, weil das wäre das 2:2, dann läuft das Spiel ganz anders. Der Elfmeter muss gegeben werden, dann steht es 2:2, dann gibt es Verlängerung."

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Niko Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt): "Der Fußball schreibt die schönsten Geschichten. Ich freue mich für den Klub, die Fans und meine tolle Mannschaft. Man sieht, wenn man zusammensteht, wenn man eng zusammenrückt, dann kann man alles schaffen. Letztes Jahr ist uns der Erfolg verwehrt geblieben, dieses Jahr haben wir es geschafft. Ich möchte mich wirklich bei allen bedanken, die uns unterstützt haben, gerade in schwierigen Situationen. Ich freue mich natürlich über den Titel, aber ich bin auch traurig, dass ich gehe."

über die Elfmeterszene:
"Der Kevin will den Ball wegschießen, aber trifft den Fuß. Da haben wir Glück gehabt. Ich bin der Meinung, das war ein Elfmeter."

Bruno Hübner (Sportdirektor Eintracht Frankfurt): "Wenn du gegen die Bayern spielst, brauchst du auch ein bisschen Glück. Ich glaube, dass wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Unser Trainer hat eine taktische Meisterleistung vollbracht. Heute hat die Mannschaft ein Stück Geschichte geschrieben. Für Eintracht Frankfurt ist es etwas ganz Besonderes."

Peter Fischer (Präsident Eintracht Frankfurt): "Da muss mich einer zwicken. Nach dem, was ich da erlebt habe, werde ich nie an einem Herzinfarkt sterben. Das war das Maximum, was man erleben kann. Ich sterbe also einen anderen Tod. Ich bin unendlich stolz, unendlich glücklich."

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