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Wehen Wiesbaden drehte in der Verlängerung auf, musste dann aber noch zittern © Imago
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In einer verrückten Verlängerung schlägt Wehen Wiesbaden den FC St. Pauli und zieht in die zweite Pokal-Runde ein. Darmstadt 98 siegt über Magdeburg.

Der FC St. Pauli ist zum zweiten Mal in Folge in der ersten Runde des DFB-Pokals an einem Drittligisten gescheitert.

Die Hamburger unterlagen am Freitagabend 2:3 (1:1, 0:1) nach Verlängerung beim SV Wehen Wiesbaden, der damit wie im Vorjahr die Runde der letzten 32 erreichte. Damals waren die Hessen dort mit 1:3 an Schalke 04 gescheitert.

St. Pauli nur mit Anschlusstor

Manuel Schäffler (103.) per Foulelfmeter und Niklas Schmidt (105.+1) bescherten Wehen in der Verlängerung den überraschenden Sieg, St. Paulis Christopher Avevor (109.) gelang nur noch das Anschlusstor. Sören Reddemann (35.) hatte zuvor zur Führung für den SVWW getroffen, Richard Neudecker (51.) ausgeglichen. (Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker)

"Wir haben über hundert Prozent gegeben", sagte Wehen-Keeper Markus Kolke, der zum besten Spieler der Partie gewählt wurde, bei Sky. "Was die Jungs geleistet haben, war Wahnsinn."

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Manuel Schäffler pflichtete Kolke bei: "Es ist einfach nur geil. Der Pokal ist ein richtig geiler Wettbewerb, und da wollen wir einfach so weit wie möglich kommen. Die Zuschauer haben heute genau das gesehen, was der Wettbewerb mit sich bringt."

St. Pauli, im Vorjahr beim SC Paderborn (1:2) unterlegen, hatte in der ersten Halbzeit vor 10.007 Zuschauern zwar mehr vom Spiel, zeigte sich aber offensiv harmlos. Wehen, das mit viel Leidenschaft dagegenhielt, erwischte die Hamburger schließlich kalt, als Reddemann nach einer Ecke aus dem Getümmel traf.

Kauczinski: "Spiel auf Augenhöhe"

Nach der Pause zeigte sich St. Pauli gefährlicher, auch weil Trainer Markus Kauczinski mit dem niederländischen Neuzugang Henk Veerman mehr Wucht einwechselte. Neudecker glich mit einem Volleyschuss nach einer Ecke aus. St. Pauli vergab aber beste Chancen, das Spiel in der regulären Spielzeit zu entscheiden. Dies rächte sich schließlich.

"Es war ein mitreißendes Spiel auf Augenhöhe", sagte St. Pauli-Coach Markus Kauczinski. "Wir hatten Chancen, der Gegner ebenso. Wir waren Favorit, aber es gibt Spiele, da geht es hin und her. Man kann nicht alles kontrollieren."

Der SV Darmstadt 98 erreichte indes dank eines Blitzstarts die zweite Runde des Pokals.

Beim Ligakonkurrenten 1. FC Magdeburg setzte sich die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster am Freitagabend mit 1:0 (1:0) durch, Tobias Kempe erzielte schon in der dritten Minute per Foulelfmeter das erste Tor dieser Pokalsaison. (Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker)

"Von der Intensität, von der Laufleistung waren wir heute auf einem Niveau mit Darmstadt", sagte Magdeburg-Coach Jens Härtel. "In einigen Belangen vielleicht sogar überlegen. Vor dem Tor hat Darmstadt den einen Fehler ausgenutzt. Wir haben unsere Situationen nicht genutzt."

Magdeburg überlegen

Vor 20.165 Zuschauern wurde Marvin Mehlem kurz nach dem Anstoß von Nico Hammann im Strafraum gefoult, Kempe verwandelte den Strafstoß zentral. In der Folge entwickelte sich ein umkämpftes Spiel, in dem Magdeburg aber zunehmend das Kommando übernahm. (Ergebnisse und Spielplan DFB-Pokal)

So kam Christian Beck nach einer Ecke per Kopf zur bis dahin besten Chance des Zweitliga-Aufsteigers, Daniel Heuer Fernandes im Darmstädter Tor hielt stark (26.). Björn Rother (32.) und erneut Beck (33.) hatten weitere Möglichkeiten, die Gäste retteten die etwas schmeichelhafte Führung aber in die Pause. (Torjäger DFB-Pokal)

Im Anschluss wirkte Darmstadt allerdings sicherer, erspielte sich Möglichkeiten und ließ deutlich weniger zu. Erst in der 74. Minute kam Marcel Costly zur ersten guten Magdeburger Chance der zweiten Hälfte, verfehlte das Tor aber knapp.

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