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Bremen - Der FC Bayern München steht im Endspiel des DFB-Pokals. Im Halbfinale schaltet der Rekordmeister Werder Bremen trotz deren Comebacks aus und erhält den Traum vom Double.

Der Traum vom Double lebt! Der FC Bayern München steht wie im vergangenen Jahr im Finale des DFB-Pokals und darf weiterhin auf zwei Titel in dieser Saison hoffen.

Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac gewann einen irren Halbfinal-Krimi beim SV Werder Bremen trotz deren Comebacks mit 3:2 (1:0) und steht insgesamt zum 23. Mal im Endspiel des Pokalwettbewerbs.

Die zwischenzeitliche 2:0-Führung durch Robert Lewandowski und Thomas Müller hatten Yuya Osako und Milot Rashica mit einem Doppelschlag binnen einer Minute eine Viertelstunde vor Schluss ausgeglichen, ehe Lewandowski mit einem umstrittenen Elfmeter die Partie zugunsten der Münchner entschied. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

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Im Finale trifft der deutsche Rekordmeister am 25. Mai in Berlin auf Ligakonkurrent RB Leipzig, der sich am Dienstag gegen den HSV durchsetzte(Spielplan des DFB-Pokals)

Kruse: Elfmeter ist lächerlich

Heiß diskutiert wurde nach Schlusspfiff der Strafstoß zehn Minuten vor Ende. "Für mich war das aus dem Spiel heraus absolut ein Elfmeter. Durch den Videobeweis bekommt der Schiedsrichter ja mit, ob es elfmeterwürdig ist. Kingsley ist keiner, der sich fallen lässt", sagte Müller in der ARD. Coman war nach einem Schubser von Theodor Gebre Selassie zu Fall gekommen.

Werder-Stürmer Max Kruse sah das anders: "Das ist lächerlich. Wenn das ein Elfmeter ist... Wozu haben wir den Videobeweis? Wenn er das nicht sieht, können wir ihn wieder abschaffen." Bayern-Coach Kovac wies auf den "leichten Rempler von hinten hin", sagte aber auch: "Ob das ein Elfmeter ist, darüber kann man diskutieren."

Lewandowski bringt Bayern in Führung

Müller, der als erster Spieler in der Geschichte des DFB-Pokals zum 10. Mal im Halbfinale zum Einsatz kam, vergab in der Anfangsphase die ersten beiden Chancen der Gäste (10. und 16. Minute). Nach einer guten halben Stunde köpfte der Bayern-Kapitän einen langen Ball von Jérôme Boateng aus fast unmöglichem Winkel von der Grundlinie noch an den rechten Innenpfosten, woraufhin Lewandowski am schnellsten reagierte und zur Führung abstaubte (36. Minute).

Boateng agierte in der Innenverteidigung neben Mats Hummels, der für den gesperrten Niklas Süle in die Startelf rückte. Ansonsten vertraute Kovac der Startformation, die bereits am Samstag in der Bundesliga gegen die Bremer erfolgreich gewesen war.

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Werder, das von seinen Fans im ausverkauften Weserstadion mit einer phänomenalen Choreografie empfangen worden war, agierte mutig und war bissig in den Zweikämpfen. Trotz Laufstärke und Spielfreude fehlte dem Team von Trainer Florian Kohfeldt der letzte Zug vor dem Tor. Max Kruse, der trotz Pferdekuss von der Partie am Samstag rechtzeitig fit geworden war (8.), und Davy Klaassen per Direkabnahme (23.) vergaben in der ersten Hälfte jeweils nach Flanke des fleißigen Milot Rashica die besten Möglichkeiten.

Werder macht Dampf, aber Bayern erhöht

Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs hatte Werder erneut die große Chance zum Ausgleich, aber Sven Ulreich, der wie am Samstag für den verletzten Manuel Neuer zwischen den Pfosten stand, krallte sich den Kopfball-Aufsetzer von Kevin Möhwald.

Anstelle des Ausgleichs erhöhten die Bayern auf der anderen Seite auf 2:0. Der für Serge Gnabry eingewechselte Leon Goretzka zog am Sechzehner ab, Müller fing den verunglückten Schuss am Elfmeterpunkt mit links ab und vollendete mit rechts (63. Minute). Im direkten Gegenzug parierte Ulreich erneut stark gegen Klaassen.

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Eine Viertelstunde vor Schluss wurde der Fleiß der Bremer schließlich belohnt: Erst legte der bärenstarke Rashica den Anschlusstreffer durch Yuya Osako auf (74.), bevor er sich nur eine Minute später selbst durch Bayerns Abwehr tanzte und das Tor zum 2:2 machte (75.).

Der Jubel der Werderaner war allerdings nicht von langer Dauer. Nur fünf Minuten nach dem Ausgleich verwandelte Lewandowski einen fragwürdigen Elfmeter nach einem Schubser von Gebre Selassie an Coman souverän zum 3:2-Endstand (80.).

Die Münchner halten nach dem frühen Aus in der Champions League nun alle Trümpfe für das nationale Titel-Doppel aus Pokal und Meisterschaft in der Hand. Für Werder endete am Mittwochabend dagegen der Traum vom ersten Titel seit dem Cup-Gewinn 2009 – und eine stolze Serie. Die Grün-Weißen hatten seit 31 Jahren kein Pokalspiel zu Hause mehr verloren (37 Heimspiele). Doch wie schon im letzten Halbfinale 2016 (damals 0:2) war gegen die Bayern Endstation.

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