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Bochum - Der FC Bayern München steht in der 2. Runde des DFB-Pokal lange vor dem Aus. Erst in der Schlussphase wacht der Rekordmeister beim VfL Bochum auf und dreht die Partie.

Lange Zeit harmlos, lasch und fürchterlich schwach - aber am Ende eiskalt!

Der FC Bayern München hat seine Pokal-Pflichtaufgabe beim VfL Bochum dank eines Last-Minute-Treffers von Thomas Müller mit Ach und Krach gelöst. (Der Liveticker zum Nachlesen)

Der Rekordmeister kämpfte den Zweitligisten in der zweiten Runde mit 2:1 (0:1) nieder und steht zum 19. Mal in Serie im Achtelfinale. Die Diskussionen um Trainer Niko Kovac dürften dennoch nicht verstummen.

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Kovac: "Nicht das, was wir können"

"Wir haben 60 Minuten nicht das gespielt, was wir können. Das mit den Fehlpässen ist mir ein Rätsel. Das hat mit der Einstellung zu tun. Man muss sauber Fußball spielen, das hat nichts mit Taktik zu tun. Es waren zu viele Spieler, die Fehlpässe gespielt haben", kritisierte Bayern-Trainer Niko Kovac nach der Partie bei SPORT1.

Gnabry (83.) und Müller (89.) drehten das Spiel beim aufopferungsvoll ackernden Underdog, der einer Sensation ganz nahe war. Bayern-Profi Alphonso Davies (36.) hatte vor 26.600 Zuschauern im ausverkauften Ruhrstadion ins eigene Tor getroffen. Bochums Armel Bella-Kotchap (88.) sah in der Schlussphase Rot und wurde damit zum jüngsten Spieler, der im DFB-Pokal vom Platz flog (17 Jahre, 322 Tage).

"Die Freude ist groß, auch wenn man weiß, was bis zur 80. Minute passiert ist, wir nicht so viele Torchancen rausgespielt haben und in Rückstand waren. Wir haben sicherlich in der zweiten Halbzeit auf die Tube gedrückt, auch wenn wir uns den Ausgleich früher gewünscht hätten. Über unsere Leistung haben wir schon viele Worte verloren. Wir müssen zusammenstehen. Ich bin auch äußerst optimistisch vom Typ her. Wir haben die letzten drei Spiele gewonnen, und jetzt geht’s weiter", sagte Siegtorschütze Müller nach der Partie bei SPORT1.

Auf Seiten der Bochumer konnte Stürmer Simon Zoller dagegen stolz auf den Auftritt seiner Mannschaft sein: "Wir haben bis zur 82. Minute, bis das Tor fiel, ein gute Leistung geboten. Wir waren sogar ebenbürtig."

Alle Video-Highlights der 2. Runde im DFB-Pokal in der SPORT1-Mediathek und in der SPORT1 App

FC Bayern beginnt ohne Lewandowski

Kovac ließ den Bochumer Jungen Leon Goretzka erwartungsgemäß gegen dessen Ex-Verein spielen - er überraschte aber mit einer anderen Personalie: Lewandowski, heißester Schütze der Bundesliga, wurde wie Thomas Müller und Philippe Coutinho zunächst geschont. Gnabry begann im Sturmzentrum.  

Der VfL hat nur eines seiner elf Ligaspiele gewonnen, und nach 44 Sekunden sahen die Fans, warum: Nach Hereingabe von links trat Simon Zoller freistehend aus elf Metern über den Ball. Die erste Riesenchance, den Favoriten eiskalt zu erwischen, war vergeben. 

Die Bayern kamen danach schwerfällig ins Spiel, wirkten eigentümlich lahm und produzierten viele Fehlpässe, die Abstimmung in der Abwehr passte nicht. Besonders Thiago spielte oft zu lässig. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge diskutierten das Spiel auf der Ehrentribüne mit wachsender Intensität und Unruhe. (Ergebnisse/Spielplan des DFB-Pokals)

Eigentor von Davies

Die Strafe für das arg schludrige Bayern-Spiel folgte, als Davies zum Pechvogel wurde. Er sorgte für das erste Pokal-Eigentor der Bayern seit 47 Jahren. Der junge Kanadier konnte allerdings am wenigsten dafür, er war schmählich im Stich gelassen worden. Zuvor hatten sich Kingsley Coman (15.) und Corentin Tolisso (16./31.) immerhin mal recht gefährlich dem Bochumer Tor genähert.

Kovac reagierte in der Pause und brachte: Lewandowski. Doch weiter flogen lange Pässe von Jerome Boateng ins Aus, hatte Tolisso einen sehr schlimmen Tag, war selbst der zuverlässige Joshua Kimmich ein Unsicherheitsfaktor. Kovac wechselte Coutinho für Goretzka ein, der aber noch der beste Bayern-Spieler gewesen war. Die Bayern hatten keine Chancen mehr, bis Lewandowski den Ball neben das Tor köpfte (69.). Das letzte Anrennen gab es erst in der Schlussphase.

Blum versucht es auf leeren Kasten

Bochum verteidigte diszipliniert und hatte erstaunlich wenig Mühe, Pässe und Flanken zu verhindern. Die wenigen Konterchancen allerdings ließ der zweimalige Pokalfinalist (1968 und 1988) lange fahrlässig liegen.

Es war ein Kampf um jeden Meter, teilweise standen zehn VfL-Profis am eigenen Strafraum. Blum hätte Bayern-Torwart Manuel Neuer fast noch mit einem Schuss von hinter der Mittellinie erwischt (80.).

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