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Jordan Torunarigha von Hertha BSC wird im Spiel gegen Schalke 04 offenbar rassistisch beleidigt. Schalke-Vorstand Jochen Schneider kündigt Konsequenzen an.

Jordan Torunarigha von Hertha BSC ist offenbar Opfer rassistischer Beleidigungen geworden.

Der 22-Jährige flog in der Verlängerung mit der Gelb-Roten-Karte vom Platz, nachdem er vor der Schalke-Bank einen Wasserkasten auf den Boden geworfen hatte und mit Schalke-Trainer David Wagner aneinandergeraten war.

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Einen Grund für den Ausraster lieferte nach seinem Spiel sein Mannschaftskollege. "Es gab rassistische Beleidigungen von der Tribüne", erklärte Niklas Stark, der auch von "Affenlauten" sprach. "Jordan ist ein emotionaler Spieler. Wenn so etwas passiert, wäre ich wahrscheinlich auch ausgerastet. Sowas geht nicht. Das ist unmenschlich sowas. Das ist in jeglicher Form abstoßend und darf einfach nicht passieren."

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Schneider kündigt Konsequenzen an

Zu den Vorfällen soll es in der zweiten Halbzeit gekommen sein. Stark hätte eigenen Angaben zufolge auch nicht gezögert, vom Platz zu gehen. "Wenn das Signal gekommen wäre, wäre ich ganz klar mit marschiert. Aber man will ja das Spiel zu Ende bringen, man will Fußball spielen. Der erste Schritt, ist das wir als Mannschaft hinter Jordan stehen und sowas nicht dulden. Wir müssen die Stimme erheben gegen sowas, das geht nicht."

Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider entschuldigte sich bei dem Deutsch-Nigerianer und fand deutliche Worte. "Da gibt es null Toleranz. Mir fehlt jegliches Verständnis für Vollidioten dieser Art", sagte Schneider und kündigte an: "Wir werden alles dafür tun, dass wir diejenigen, die dafür verantwortlich sind, ausfindig machen und mit Konsequenzen belegen."

Schalker Vorstand verurteilt Verhalten einiger Fans

Am Mittwoch meldete sich auch der Schalker Vorstand zu Wort und verurteilte das Verhalten einiger Fans auf das Schärfste.

In einer Mitteilung heißt es: "Der FC Schalke 04 nimmt die Aussagen des Spielers von Hertha BSC, Jordan Torunarigha, hinsichtlich rassistischer Aussagen und Laute gegen ihn während des Pokalspiels am Dienstagabend sehr ernst. Gemeinsam mit der Polizei Gelsenkirchen, dem Sicherheitsdienst und internen Quellen, wie bspw. der kürzlich eröffneten #stehtauf-Anlaufstelle, wird der Fall ausführlich geprüft."

Hertha nimmt Stellung zu Vorkommnissen

Nach der Schalker Stellungnahme hat sich auch die Hertha klar von rassistischen Äußerungen distanziert. "Wir akzeptieren jegliche sportliche Niederlage, auch wenn sie gestern Abend nur sehr schwer zu verkraften war. Aber wir verurteilen jegliche Form von Rassismus auf das Schärfste! Rassistische Beleidigungen sind in jedem Stadion ebenso wie in jeder anderen Situation des Lebens zu verurteilen. Jordan Torunarigha wurde als Spieler unserer Mannschaft, Teil von Hertha BSC und Mitglied unserer Gesellschaft rassistisch beleidigt. Uns alle hat dieser Vorfall sehr getroffen und wir stehen geschlossen hinter unserem Spieler", erklärte Geschäftsführer Michael Preetz.

"Ich habe vor Beginn der Verlängerung zunächst mit Jordan gesprochen und im Anschluss sowohl den 4. Offiziellen sowie den Schiedsrichter über den Vorfall informiert - mit der Bitte versehen, unseren Spieler zu schützen. Zudem war ich nach dem Spiel in der Kabine nochmals mit dem Schiedsrichtergespann im Austausch. Hertha BSC und Jordan Torunarigha werden schriftlich dazu Stellung nehmen und damit die Ermittlungen des Kontrollausschusses des DFB unterstützen", führte Preetz weiter aus.

Klinsmann: "Er war am Weinen"

Auch Jürgen Klinsmann erzählte nach dem Spiel von den Vorwürfen "Mir tut es um den Jordan wirklich leid. Sowas gehört sich einfach nicht. Vor der Verlängerung hat uns der Jordan gesagt, er wurde mehrfach rassistisch beleidigt. Er war am Weinen. Ich habe ihn beruhigt. Wir haben den Schiedsrichtern gesagt, dass sie ihn schützen müssen", sagte der Hertha-Trainer bei Sky.

Siegtorschütze Benito Raman erklärte: "Torunarigha hat auf dem Platz geweint und wollte aufhören. Ich habe die Rufe nicht gehört, habe ihm aber Mut zugesprochen und gesagt, dass er weitermachen soll."

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Wagner entschuldigte sich nach dem Spiel, das Schalke mit 3:2 gewann: "Ich habe die Rufe nicht gehört, aber ich möchte mich im Namen von Schalke 04 entschuldigen, so was gehört sich nicht." Für die Zuschauer, die Torunarigha beleidigten, forderte er schnelle Konsequenzen: "In England wird derjenige sofort gepackt und dann raus", berichtete der Coach.

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