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Philipp Lahm (l.) beerbte Michael Ballack (M.) als Kapitän der Nationalmannschaft
Philipp Lahm (l.) beerbte Michael Ballack (M.) als Kapitän der Nationalmannschaft © Getty Images
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Als sich Michael Ballack vor der WM 2010 verletzt, greift sich Philipp Lahm die Kapitänsbinde und gibt sie nicht mehr her. Jetzt erklärt er seine Sicht der Dinge.

Noch drei Spiele, dann geht Philipp Lahm in Fußball-Rente. Nun hat der 33-Jährige auf ein Kapitel zurückgeblickt, das seine Karriere entscheidend prägte:

2010 verletzte sich Michael Ballack kurz vor der WM und Lahm übernahm von ihm die Kapitänsbinde der Nationalmannschaft - und gab sie danach bis zu seinem Rücktritt aus dem DFB-Team nicht wieder her. In einem Interview hatte Lahm damals seine Ansprüche auf das Amt des Spielführers deutlich gemacht.

Jetzt erinnerte er sich in einem Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit: "Die Angelegenheit mit Michael Ballack, würde ich rückblickend sagen, ist einfach so passiert, intuitiv. Das war ein Gefühl. Ich wurde damals nach seiner Verletzung Kapitän für die WM 2010. Schnell habe ich gespürt, dass besonders die jungen dynamischen Spieler sehr auf meine kooperative Art ansprangen."

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"Ich hatte Spaß"

Der Weltmeister von 2014 erklärt: "Es begann eine Kultur des Austauschs und Miteinanders, die es vorher so nicht gegeben hatte. Das jedenfalls wurde mir zurückgespiegelt. Ich hatte Spaß an dem Amt, und ich habe gemerkt, die Mannschaft folgt mir in dem, was ich tue, und ich bekam eine Frage gestellt."

Die Frage war, ob er die Kapitänsbinde freiwillig wieder abgeben würde. "Da habe ich wahrheitsgemäß geantwortet: Nein, das will ich nicht", so Lahm.

Es sei ihm dabei nicht um Macht gegangen, stellte er klar: "Das Wort 'Macht' hat immer so etwas Negatives, im Sinne von: Macht ausspielen wollen; ich finde, das klingt eindimensional."

"Eng mit Schweinsteiger ausgetauscht"

Seinen Führungsstil beschreibt der langjährige Bayern-Kapitän so: "Wichtig ist die Kooperation, ich sehe mich in dieser Rolle auch nicht allein. In den letzten Jahren habe ich mich viel und eng mit Bastian Schweinsteiger ausgetauscht, jetzt sprechen wir regelmäßig mit Manuel Neuer und Thomas Müller."

Die Kombination sei der Schlüssel, erklärt der Routinier: "Der Thomas ist noch mal sieben Jahre jünger als ich, der hat einen anderen Draht zu jüngeren Spielern als ich, auch Manu hat zu einigen einen besseren Draht. Nur so kann man das Gefüge zusammenhalten: indem man akzeptiert, dass andere auf einigen Gebieten besser sind als man selbst."

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