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Philipp Max ist mit 13 Torvorlagen der beste Vorbereiter der Bundesliga
Philipp Max ist mit 13 Torvorlagen der beste Vorbereiter der Bundesliga © Getty Images
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Augsburg - Joachim Löw verzichtet auf den aktuell vielleicht besten Linksverteidiger. Philipp Max' Nicht-Nominierung sieht FCA-Manager Reuter bei SPORT1 auch als Chance.

Eigentlich, so schien es, ging kein Weg an Philipp Max vorbei.

Der Augsburger war nach Meinung vieler Experten der beste deutsche Linksverteidiger der Hinrunde und ist zudem nach 27 Spieltagen mit bereits 13 Vorlagen der beste Torvorbereiter der Bundesliga.

Trotzdem verzichtet Joachim Löw in den beiden letzten Länderspielen vor der WM-Nominierung auf Shootingstar Max, wodurch seine Chancen auf eine Teilnahme an der Endrunde in Russland deutlich gesunken sind.

"Wenn an Verletzungen nichts passiert, glaube ich nicht, dass ein Neuling mitgenommen wird", sagte FCA-Manager Stefan Reuter im Gespräch mit SPORT1: "Ich habe es fast befürchtet, dass er nicht dabei ist, da Jogi Löw so kurz vor der WM auf die etablierten und bewährten Kräfte setzt, die schon Erfahrung im Kreis der Nationalmannschaft haben."

Hector und Plattenhardt haben die Nase vorn

Daher hat der Bundestrainer für die Prestigeduelle gegen Spanien und Brasilien EM-Teilnehmer Jonas Hector aus Köln und Confed-Cup-Sieger Marvin Plattenhardt von Hertha BSC berufen, obwohl Max bisher die bessere Saison gespielt hat.

So sieht es auch Reuter, der dennoch keine Kritik in Richtung Löw üben will. "Sauer bin ich nicht. Ich hätte mich riesig gefreut für ihn. Wir wären beim FC Augsburg alle sehr stolz gewesen, wenn wir einen deutschen Nationalspieler hätten stellen dürfen", sagte er.

"Für ihn ist es sicher schade", ergänzte Reuter: "Auf der anderen Seite soll er es positiv sehen. Dass er im erweiterten Kreis genannt wurde, zeigt, dass er auf dem richtigen Weg ist. Er soll hier weiter seine Leistung abrufen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis er bei der Nationalmannschaft dabei ist."

Auch Max selbst wollte sich nach dem 1:3 gegen Werder Bremen am Samstag nicht weiter zum geplatzten Traum vom DFB-Team äußern. "Dazu will ich gar nicht viel sagen. Natürlich wäre es etwas Besonderes gewesen. Aber ich habe mich auch nicht zu sehr damit beschäftigt", meinte er.

Reuter bei Wechselgerüchten gelassen 

Zumal die vor allem defensiv schwache Leistung gegen Bremen zeigte, was Max noch zur absoluten Spitze fehlt. Deshalb sind auch die zeitweise sehr lauten Wechselgerüchte nach seiner überragenden Hinrunde deutlich leiser geworden.

In der Winterpause gingen viele Beobachter von einem Abschied aus Augsburg Richtung Premier League im Sommer aus, unter anderem wurden der FC Liverpool, Manchester City und Manchester United als Kandidaten gehandelt.

Doch Reuter reagierte bei SPORT1 merklich gelassen auf einen möglichen Verlust seines Leistungsträgers. "Ich kann mir gut vorstellen, dass er noch das eine oder andere Jahr in Augsburg spielt", meinte er.

Auch ohne Max sieht der ehemalige Außenverteidiger, der mit Deutschland 1990 Weltmeister und 1996 Europameister wurde, das Löw-Team gut gerüstet für die Titelverteidigung: "Du kannst nur so erfolgreich sein, wenn du keine Schwachstellen hast. Man ist sehr gut besetzt, auch auf den Außenbahnen, und wird bei der WM wieder eine Topmannschaft stellen."

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