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Joachim Löw hat seinen Vertrag als deutscher Bundestrainer kurz vor der WM bis 2022 verlängert
Joachim Löw hat seinen Vertrag als deutscher Bundestrainer kurz vor der WM bis 2022 verlängert © Getty Images
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Kasan und München - Joachim Löw lässt offen, ob er auch nach dem blamablen Vorrunden-Aus noch Trainer der deutschen Nationalmannschaft bleibt. Sein Vertrag läuft bis 2022.

Bundestrainer Joachim Löw hat kurz nach dem Debakel der deutschen Nationalmannschaft seine eigene Zukunft offen gelassen.

Auf die Frage, ob er das Team auch weiterhin betreuen will, antwortete Löw im ZDF:

"Das ist zu früh für mich, diese Frage zu beantworten. Bei mir sitzt die Enttäuschung sehr tief. Ich hatte mir das so nicht vorstellen können. Da müssen wir morgen mal Gespräche führen."

Löw übernimmt Verantwortung für WM-Aus

Löws Vertrag wurde kurz vor der WM bis 2022 verlängert. Beim Turnier in Russland schied Deutschland nach dem peinlichen 0:2 gegen Südkorea in der Vorrunde aus.

Der Weltmeister-Coach von 2014 übernahm die Verantwortung für den enttäuschenden Auftritt in Russland. "Natürlich muss ich mich hinterfragen, welche Dinge schief gelaufen sind. Da muss ich jetzt aber erst mal eine Nacht drüber schlafen", sagte Löw.

"Wir hatten einen Plan, aber konnten ihn nicht umsetzen. Wir sind verdient ausgeschieden", konstatierte der 58-Jährige.

ZDF-Experte Oliver Kahn gab jedoch zu bedenken, dass Löw so kurz nach dem emotionalen Spiel "jetzt nicht hundertprozentig zurechnungsfähig" sei.

Bierhoff geht von Löw-Verbleib aus

Oliver Bierhoff kann sich nicht vorstellen, dass der Erfolgstrainer des DFB seinen Rücktritt erklärt. "Jogi hat den Vertrag unterschrieben. Ich gehe fest davon aus, dass er weitermacht", erklärte der Manager der Nationalmannschaft im ZDF.

DFB-Präsident Reinhard Grindel, der Löw als "genau den Richtigen" für den geplanten Umbruch bezeichnet hatte, sagte nach der Blamage von Kasan zu einem möglichen Abschieds Löws: "Darüber will ich nicht spekulieren."

Ähnlich äußerten sich die Spieler. "Wir sind von seinem Weg überzeugt. Ich verstehe die Fragen nach der Zukunft, aber es wird keiner eine halbe Stunde nach dem WM-Aus, das wäre auch nicht sinnvoll, über seine Zukunft entscheiden. Man muss eine rationale Entscheidung treffen", sagte Thomas Müller.

Und Joshua Kimmich meinte: "Ich persönlich hoffe, dass er weitermacht."

Seit 2006 Bundestrainer

Löw hatte das DFB-Team nach dem dritten Platz bei der Heim-WM 2006 übernommen. Zuvor war er Co-Trainer von Jürgen Klinsmann gewesen.

Über die Zukunft macht sich Löw keine Sorgen.

"Ich glaube nicht, dass eine dunkle Zeit für den deutschen Fußball kommen wird. Wir waren immer dabei in den letzten zwölf Jahren, mit der Krönung 2014. Jetzt hat es uns getroffen, das ist absolut traurig und enttäuschend", sagte Löw und ergänzte:

"Aber wir haben junge Spieler, die entwicklungsfähig sind. Das ist anderen Mannschaften auch schon passiert."

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