Hitzige Debatte! Lahm spaltet Doppelpass-Runde
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München - Philipp Lahm erntet für seinen Angriff auf Joachim Löw im CHECK24 Doppelpass viel Negativ-Echo: Alexander Nouri und Peter Neururer üben Kritik.

Alexander Nouri, Ex-Trainer des SV Werder Bremen, und die SPORT1-Experten im CHECK24 Doppelpass sind stark irritiert über die Kritik von Philipp Lahm an Bundestrainer Joachim Löw.

"Schon arg überrascht" sei er über den öffentlichen Angriff des Weltmeister-Kapitäns von 2014, hielt Nouri im Dopa fest: "Man wünscht sich, dass das nicht in der Öffentlichkeit geschieht. Das bekommt den Beigeschmack von Eigen-PR."

Lahms Kritik habe allerdings "inhaltlich viele interessante Punkte", fügte Nouri an: "Sachlich ist das in Ordnung, aber die Art und Weise finde ich unglücklich."

Noch härter ging SPORT1-Experte Peter Neururer Lahm an: "Lahm zeigt, dass er vom Trainer-Geschäft keine Ahnung hat", sagte er.

Neururer: Lahm erzählt "dummes Zeug"

"Wenn Löw seinen Führungsstil ändert, hat er verloren", führte der 63-Jährige aus, "So etwas fordern kann nur einer, der nie in der Verantwortung war." Neururer nannte Lahms Kritik in dieser Hinsicht "dummes Zeug".

Lahm hatte zuvor erklärt, "dass Jogi Löw seinen kollegialen Führungsstil der letzten Jahre ändern muss, wenn er mit der neuen Generation von Nationalspielern wieder Erfolg haben möchte".

Diese öffentliche Attacke auf Löw sage "viel über seinen Charakter aus", sagte Neururer am Sonntag. Er fühle sich an Lahms Beitrag zur Ausbootung von Michael Ballack als DFB-Kapitän erinnert.

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Nouri und Strunz: Löw muss authentisch bleiben

Inhaltlich lag auch Expertenkollege Thomas Strunz mit Neururer auf einer Linie: "Wenn Löw seinen Führungsstil jetzt radikal ändert, dann kann er gleich zurücktreten. Wer nicht authentisch ist, hat als Trainer in den ersten fünf Minuten verloren."

Lahms Kritik sei "nicht zielführend", meinte Strunz: "Das stellt den Bundestrainer so dar, als hätte er immer alles laufen. Ich glaube, Philipp Lahm hat selbst vom Führungsstil von Löw profitiert."

Nouri fügte noch an, dass Löw sich nach dem Vorrunden-Aus gewiss auch selbst hinterfragen werde. Grundsätzlich sei es aber wichtig, als Trainer seine Authentizität zu bewahren und grundsätzlich habe sich Löws Art ja auch bewährt: "Du hast mündige Spieler, es ist wichtig sie einzubeziehen, mit in die Verantwortung zu nehmen. Es ist wichtig zu sehen, hat man die richtigen Spieler in die Verantwortung genommen."

"Bewerbungsschreiben als Bierhoff-Nachfolger"

Lahm hatte sich am Samstag in der ARD offen für einen Posten beim DFB im Gespräch gebracht, aus Sicht von Strunz ist auch klar für welchen: den Job als DFB-Manager.

"Das war ein Bewerbungsschreiben als Oliver-Bierhoff-Nachfolger", sagte Strunz. Auch Nouri hat den Eindruck, "dass er sich in eine Position hineinpressen will".

Eine Aussicht, von der Neururer nicht begeistert ist: "Er hat gar keine Erfahrung im administrativen Bereich, hat da nichts bewiesen. Er soll erstmal eine Lehre machen."

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