"Wie im schlechten Film": DFB-Stars hadern mit 2018
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Gelsenkirchen - Deutschlands Nationalspieler müssen den Last-Minute-Schock gegen die Niederlande erst mal sacken lassen. Die Freude über eine gute Leistung wird massiv getrübt. Die Stimmen.

Deutschland verschenkt gegen die Niederlande einen sicher geglaubten Sieg. Beim 2:2 sieht die DFB-Elf lange wie der Sieger aus, am Ende schlägt Oranje eiskalt zu. (Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker)

Die deutschen Spieler hadern mit der Schlussphase - der Ausgang der Nations League ist symptomatisch für ein verkorkstes Jahr. (Tabelle Nations League Gruppe A)

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SPORT1 fasst die Stimmen in der ARD, aus der Mixed Zone und von der Pressekonferenz zusammen.

Toni Kroos: "Es bleibt das hängen, was am Ende passiert ist. Es ist bitter, weil wir viele Dinge gut umgesetzt haben, aber nicht den Deckel drauf gemacht haben. Wir hatten in der zweiten Halbzeit weniger Kontrolle als in der ersten Halbzeit. Als Mannschaft hätte uns ein Erfolgserlebnis heute gut getan."

(zur mauen Stimmung im Stadion): "Sie war schon mal besser."

Timo Werner: "Es ist schade, bis zum 2:1 haben wir hier alles im Griff gehabt. Wir haben super Fußball gespielt und bekommen dann ein dummes 2:1. Ein 2:0 darf man in fünf Minuten dann nicht mehr hergeben."

Leroy Sane: "Es ist ärgerlich. Wir haben ein gutes Spiel gemacht - besonders in der ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit haben wir am Ende dann keinen Zugriff mehr bekommen. Wenn wir das dritte Tor machen, können wir das locker runter spielen."

Löws Urteil: Es war nicht das Jahr des Thomas Müller

Thomas Müller: "Es ist wirklich schade, dass wir uns nicht belohnt haben für ein erfrischendes Spiel. Wir haben uns schöne Chancen rausgespielt und waren hinten auch sattelfest. Wir müssen das 3:0 machen. Am Ende waren wir nicht ganz unbeteiligt."

Löw: "Umbruch kann man nicht von heute auf morgen machen"

Joachim Löw (Bundestrainer): "Ich bin enttäuscht über das Ergebnis, aber wenn ich die ganze Spielzeit sehe, habe ich mehr Positives als Negatives gesehen. Wir hätten uns gerne belohnt. Am Ende sind wir bestraft worden. Das ist bitter. Es zieht sich ein bisschen durchs ganze Jahr. Man muss lernen, ein 2:0 nach Hause zu bringen. Das sind Erfahrungswerte, die wir machen."

"Ich muss mir noch einmal in Ruhe anschauen, warum wir am Ende nicht mehr gut gestanden haben und keinen Zugriff hatten. Einmal verliert Leon Goretzka den Ball. Wir haben aber 80 Minuten gezeigt, dass wir sehr stark sein und Mannschaften wie Holland in arge Bedrängnis bringen können."

(zur Form von Leroy Sane): "Seit September bin ich sehr zufrieden mit ihm. Er zeigt konstante Leistungen. Bei der WM hatten wir die Entscheidung zwischen Julian Brandt und Leroy Sane. Wir haben uns für Julian Brandt entschieden."

(zur Leistung von Thomas Müller): "Das ganze Jahr war nicht das Jahr des Thomas Müller. 100 Länderspiele zu machen verdient aber großen Respekt. Das ist eine klasse Leistung."

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(zum Umbruch in der Nationalmannschaft): "Einen Umbruch kann man nicht von heute auf morgen machen. Wir hatten seit der WM jetzt drei Wochen gemeinsam. Bis März sehen wir uns gar nicht mehr. Danach haben wir eine Woche zusammen."

"Ich gehe nach den letzten Länderspielen aber mit einem guten Gefühl in die Winterpause. Wir haben viel Potenzial. Das macht viel Mut für das nächste Jahr. Wir sind im nächsten Jahr mit diesen Spielern gut aufgestellt. Wir werden eine Mannschaft auf den Platz schicken, die erfolgreich und gut Fußball spielt."

"Es gibt immer wieder Änderungen im Kader. Unser Kader in der Breite ist so aufgestellt, dass wir die richtige Mischung finden. Es ist weiter der Zeitpunkt, dass wir den jungen Spielern die Möglichkeit geben, Erfahrungen zu sammeln. Wir brauchen aber auch drei, vier Stützen. Nur junge oder nur alte Spieler werden nicht zum Erfolg führen. Die Mischung macht es."

(zum missratenen WM-Jahr): "Dieses Jahr war ein schlechtes Jahr, ein enttäuschendes. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, war nach dem Erfolg von 2014 das halbe Jahr danach viel schlimmer für mich. Nach so einem Erfolg setzt so ein mentaler Prozess ein. Nach der WM (2018; d. Red.) war die Enttäuschung zwei, drei Tage riesig. Aber danach habe ich sofort wieder Motivation gespürt."

Gary Lineker (Fußball-Ikone Englands): "Wer jemals gesagt hat: 'Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball hinterher, und am Ende gewinnen immer die Deutschen', hat keine Ahnung und sollte absteigen."

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