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Leipzig - Sebastian Rudy hat trotz seiner schmalen Leistungen und Einsatzzeiten auf Schalke das Vertrauen von Jogi Löw. Bei S04 wünscht er sich mehr Spielzeit.

Ein wenig musste man sich schon die Augen reiben, als Joachim Löw vor einer Woche seinen Kader bekannt gab.

Sebastian Rudy wurde vom Bundestrainer für das Länderspiel gegen Russland (3:0) und das Nations-League-Rückspiel gegen die Niederlande (Deutschland - Niederlande, Montag ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) nominiert - obwohl der Mittelfeld-Allrounder auf Schalke überhaupt noch nicht in Fahrt kommt.

Rudys magere Bilanz bei den Knappen: In acht Pflichtspieleinsätzen (0 Tore/0 Assists) absolvierte er lediglich 590 Spielminuten. In den vergangenen sieben Bundesliga-Spielen kam der 28-Jährige sogar nur einmal zum Einsatz - für 18 Minuten. 

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Rudy erklärt: Darum hat mich Löw nominiert

Für Rudy selbst war die Nominierung indes keine Überraschung. "Er weiß ganz genau, was ich kann und wie ich der Mannschaft helfen kann", sagt der Mittelfeldspieler auf SPORT1-Nachfrage selbstbewusst. "Ich bin immer zuverlässig und ich denke auch, dass ich mannschaftlich immer eine gute Stimmung reinbringe. Habe ich gespielt, dann habe ich auch meine Leistung gezeigt", erklärt Rudy.

Dass der 27-fache Nationalspieler (ein Tor) eine verlässliche Konstante sein kann, zeigte er beim Confed-Cup-Sieg 2017 und bei seinem WM-Startelfeinsatz gegen Schweden (2:1). Wegen eines Nasenbeinbruchs nach rund einer halben Stunde war beim einzigen WM-Erfolg jedoch vorzeitig Schluss für ihn.

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Damit sich Löw auch weiterhin für den im Team beliebten Rudy entscheidet, und dafür auf Alternativen wie Ilkay Gündogan (28/Manchester City), Emre Can (24/Juventus Turin), Maximilian Eggestein (21/Werder Bremen) oder Florian Neuhaus (21/Borussia Mönchengladbach) verzichtet, muss sich zeitnah jedoch dessen Situation auf Schalke verändern. 

Rudy ärgert sich über Schalke-Rotation

Ende August wechselte er kurz vor dem Schließen des Transferfensters für rund 16 Millionen Euro vom FC Bayern nach Gelsenkirchen, war dort als neuer Chef-Stratege im Mittelfeld vorgesehen, ist aktuell aber nur Reservist.

"Das ist natürlich nie einfach, wenn man erst später zu einer Mannschaft hinzukommt, man am Anfang nicht nur einzeln, sondern auch als Mannschaft Schwierigkeiten hatte. Dann ist es noch schwieriger", führt Rudy Gründe an, warum es bislang mit dem S04-Durchbruch noch nicht geklappt hat.

Mit leicht kritischem Unterton schildert er seine Situation bei den Knappen: "Dann auch die ganze Rotation. Klar will jeder spielen, aber um richtig reinzukommen, muss man natürlich mehr spielen. Ich hoffe, dass ich in Zukunft mehr spielen werde und noch mehr dazu beitragen kann, dass wir im Verein erfolgreich sind." 

Rudy freut sich über Löw-Rückhalt

Beim Tabellenvierzehten (zehn Punkte) muss sich Rudy noch durchkämpfen, dafür ist er im Löw-Kader gesetzt. Ein Umstand, der ihn stärkt. "Man hat auch mal schwierige Phasen. Wenn man dann aber den Rückhalt hat, ist es immer schön”, freut sich Rudy, der beim 3:0 gegen Russland in der 65. Minute eingewechselt wurde und solide spielte.

In den beiden Nations-League-Partien im Oktober, gegen die Niederlande (0:3) und gegen Frankreich (1:2), kam er nicht zum Einsatz.

Den Abstieg der DFB-Elf in der Nations-League erlebte Rudy übrigens vorm TV. Zusammen mit einigen Mitspielern schaute er sich am Freitagabend das 2:0 der Niederlande gegen Frankreich an. "Sehr bitter" sei der zukünftige Gang in die B-Liga, so Rudy. "Es war dieses Jahr nicht so optimal, wie wir uns das alle vorgestellt haben. Jetzt kommt es darauf an, das Jahr gut abzuschließen und mit viel Motivation und Lust in das neue Jahr zu gehen."

Das trifft für Rudy ganz sicher auch auf seine Situation auf Schalke zu.

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